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Serbien bestreitet Mordplan gegen Schweizer Sonderermittler Marty

Dick Marty, Ex-Staenderat FDP aeussert sich zum Thema Schweizer Recht vor Voelkerrecht im Zusammenhang mit der Europaeischen Menschenrechtskonvetion (EMRK) am Donnerstag, 15. Mai 2014 in Bern. (KEYSTO ...
Dick Marty.Bild: KEYSTONE

Serbien bestreitet Mordplan gegen Schweizer Sonderermittler Marty

11.04.2022, 21:2606.12.2022, 13:54

Der serbische Geheimdienst BIA hat Medienberichte bestritten, wonach er ein serbisches Killer-Kommando beauftragt hätte, den aus der Schweiz stammenden ehemaligen Europarats-Berichterstatter Dick Marty zu ermorden. «Derartige Behauptungen fügen dem Ansehen der BIA (...) völlig zu Unrecht unermesslichen Schaden zu», hiess es in einer Stellungnahme des Nachrichtendienstes, die die staatliche Nachrichtenagentur Tanjug am Montag veröffentlichte.

Am vergangenen Wochenende hatte der Zürcher «Tages-Anzeiger» erstmals darüber berichtet, dass die Schweizer Behörden Marty seit Dezember 2020 unter umfassenden Personenschutz gestellt haben. Demnach wurde Marty an seinem Wohnort im Kanton Tessin rund um die Uhr bewacht und bei Auftritten im öffentlichen Raum begleitet. Zum Teil sollen daran sogar Elitesoldaten beteiligt gewesen sein.

Wenig später bestätigte Marty dies in einem Interview mit dem französischsprachigen Fernsehen RTS. In der Sendung «Mise au point» sagte er: «Die Bedrohung kommt offensichtlich aus gewissen Kreisen der serbischen Nachrichtendienste, die (...) professionelle Killer damit beauftragt haben, mich zu liquidieren.» Seine Ermordung sollte dann dem Kosovo in die Schuhe geschoben werden, so Marty.

Als Sonderberichterstatter des Europarates hatte er mutmassliche Kriegsverbrechen kosovarischer Milizen im Unabhängigkeitskrieg gegen Serbien 1998/1999 dokumentiert. Auf seine Erkenntnisse stützt sich teilweise auch die Anklage, die das Kosovo-Sondergericht in Den Haag 2020 gegen den langjährigen kosovarischen Präsidenten Hashim Thaci erhoben hatte. Dieser hatte im Krieg die kosovo-albanische Miliz UCK kommandiert.

Das heute fast ausschliesslich von Albanern bewohnte Kosovo löste sich nach dem Krieg, in den die Nato auf Seiten der Albaner eingriff, von Serbien los. 2008 erklärte es sich für unabhängig. Serbien erkennt diesen Schritt bis heute nicht an. (sda/dpa)

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