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epa08668205 FIFA President Gianni Infantino arrives to sign a memorandum of understanding (MOU) with Ghada Waly, Executive Director of the United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) and Director-General of the United Nations Office at Vienna to jointly tackle corruption and crime in soccer, at the UNODC headquarters of the UN seat in Vienna, Austria, 14 September 2020.  EPA/CHRISTIAN BRUNA

Fifa-Präsident Gianni Infantino. Bild: keystone

Fifa rechnet mit knapp 800 Millionen Dollar Verlust



Die Fifa muss aufgrund der Coronavirus-Pandemie finanzielle Einbussen hinnehmen. Für 2020 rechnet der Weltverband mit einem Verlust vor Steuern von 794 Millionen Dollar, wie aus dem Finanzbericht hervorgeht, der am Freitag am 70. Fifa-Kongress abgesegnet wurde.

Budgetiert war ein Minus von 624 Millionen Dollar. Die Einnahmen gehen unter anderem aufgrund von Änderungen am internationalen Spielkalender um mehr als 200 Millionen Dollar zurück.

Mittelfristig bleibt die Fifa bei ihrer Finanzprognose. Für den WM-Zyklus 2019 bis 2022 wird weiterhin mit einem Gewinn von 100 Millionen Dollar gerechnet. Die meisten Einnahmen generiert die Fifa jeweils in den Jahren einer Männer-Weltmeisterschaft. Für die WM 2022 in Katar wird ein Gewinn von 1,692 Milliarden budgetiert.

Die Fifa hatte zuletzt beschlossen, den nationalen Verbänden zur Bewältigung der Folgen der Coronavirus-Pandemie insgesamt 1,5 Milliarden Dollar an Zahlungen und Darlehen zur Verfügung zu stellen. Die Gelder sollen bis Januar 2021 an die Mitgliedsverbände fliessen, jeweils 500'000 Dollar davon sind zweckgebunden für den Frauenfussball.

«In der neuen Fifa verschwindet kein Geld mehr», sagte Präsident Gianni Infantino. «Das Geld geht dahin, wohin es soll, um dem Fussball zu helfen.» Alles sei «voll transparent», so Infantino. Der Hilfsfonds werde «nicht alle Probleme lösen, aber er hilft».

Infantino wehrt sich

Der Walliser wehrte sich beim erstmals online durchgeführten Kongress einmal mehr gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Schweizer Behörden. «Wir werden sehen, dass diejenigen, die diese Verschwörungstheorien aufgebracht haben und damit Schaden verursachen wollen, Opfer ihrer eigenen Pläne werden», sagte Infantino.

Der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes, Stefan Keller, hatte Anfang August ein Strafverfahren gegen Infantino und den damaligen Bundesanwalt Michael Lauber aufgrund von früherer Treffen der beiden eröffnet. Der Vorwurf an Infantino lautete unter anderem Anstiftung zum Amtsmissbrauch.

«Überall sind die Menschen von der neuen Fifa überzeugt», sagte Infantino am Freitag. «Ich sollte besser sagen: fast überall.» Zum Zeitpunkt der Treffen mit Lauber steckte die Fifa in der Aufarbeitung der Ära von Infantinos Vorgänger Sepp Blatter. Allerdings gab es auch Vorwürfe gegen Infantino aus seiner Zeit als UEFA-Generalsekretär, die die Schweizer Justiz beschäftigen.

Die Treffen seien arrangiert worden, um zu zeigen, «dass die neue Fifa Meilen, Welten entfernt ist von der alten Fifa», so Infantino. Der Weltverband sei in der Vergangenheit «Opfer von korrupten Offiziellen geworden, darunter leidet die Fifa immer noch». Noch im Jahr 2015, als eine Verhaftungswelle im Zürcher Hotel Baur au Lac den Weltverband erschüttert hatte, sei die Fifa «toxisch» gewesen. Es sei deshalb seine Pflicht gewesen, sich mit dem Schweizer Bundesanwalt zu treffen, sagte Infantino. (sda/dpa)

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