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Begpacker: So erlebt ein Schweizer auf Bali bettelnde Touristen

Nicht alle Traveller können sich das Nachtleben in Bali leisten.
Nicht alle Traveller können sich das Nachtleben in Bali leisten. bild: Shutterstock

Bettelnde Touristen: Was einen Schweizer in Bali an den «Begpackern» stört

In Südostasien betteln immer mehr Touristen um Geld, um ihre Reise finanzieren zu können. Darunter sind laut dem Aussendepartement EDA auch Schweizer. Ein Walliser Unternehmer erzählt, weshalb ihn die Begpacker in Bali stören.
09.07.2019, 10:4409.07.2019, 11:28

Einfach mal die hohle Hand machen: In Günstig-Traveller-Destinationen wie Thailand, Indonesien oder Vietnam setzen sich mittellose Backpacker mit Pappschildern auf die Strasse und betteln um Geld.

Damit nicht genug. Ein watson-User erlebte vor dem Immigration Office auf der Ferieninsel Bali bizarre Szenen. «Ich musste drei Stunden vor dem Gebäude warten, weil barfüssige Traveller vor dem Eingang campierten und den Eingang mit Schildern wie ‹Need Money for Visa› versperrten.»

Begpacker betteln in Bangkok um Geld für die Weiterreise.
Begpacker betteln in Bangkok um Geld für die Weiterreise.bild: reddit

Die so genannten Begpacker (beg vom Englischen «begging» = betteln) enervieren nicht nur die normale Touristen und Einheimische, sondern auch die Regierungen. In Bali haben die Behörden nun damit angefangen, bettelnde Traveller an die jeweiligen ausländischen Botschaften zu verweisen.

Ob auch Schweizer Begpacker darunter sind, ist unklar. «Wir haben nur in sehr seltenen Fällen Kenntnis von bettelnden Schweizer Staatsangehörigen im Ausland», sagt Pierre Alain Eltschinger, Sprecher des Aussendepartements EDA, zu watson.

EDA gewährt 120 Darlehen an mittelose Touris
Unter die Arme greifen muss die Eidgenossenschaft Schweizer Touristen immer wieder. 2018 gewährte das EDA in 120 Fällen ein rückzahlbares Darlehen. «Damit konnte eine Notlage aufgehoben werden und die Person wieder in die Schweiz reisen», erklärt Bertschinger. Als Notlage gilt etwa, wenn Touristen im Ausland der Pass und/oder das Portemonnaie geklaut wird. Und die betroffene Person keine Freunde oder Verwandten findet, die Geld überweisen können.
Der Walliser Fabian Kronig arbeitet seit 2011 in Bali.
Der Walliser Fabian Kronig arbeitet seit 2011 in Bali. bild: zvg

Nur den Kopf schütteln über das Verhalten der Begpacker kann Fabian Kronig. Der Walliser Unternehmer arbeitet seit acht Jahren auf Bali und managt das Hideout-Hostel im Hipster-Ort Canggu. «Betteln um zu reisen, neben Locals, die betteln um zu überleben, ist einfach nur respektlos gegenüber dem Land und seinen Leuten», sagt der 31-Jährige zu watson.

Er habe sich den Respekt der Balinesen in den letzten Jahren hart erarbeitet, indem er sich gegenüber ihrem Glauben und ihrer Lebenseinstellung offen gezeigt habe. «Es ist ein Ort, an dem Karma eine wichtige Rolle spielt. Begpacker missachten dies völlig und stossen die Locals vor den Kopf.»

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