Schweiz
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Nicht alle Traveller können sich das Nachtleben in Bali leisten. bild: Shutterstock

Bettelnde Touristen: Was einen Schweizer in Bali an den «Begpackern» stört

In Südostasien betteln immer mehr Touristen um Geld, um ihre Reise finanzieren zu können. Darunter sind laut dem Aussendepartement EDA auch Schweizer. Ein Walliser Unternehmer erzählt, weshalb ihn die Begpacker in Bali stören.



Einfach mal die hohle Hand machen: In Günstig-Traveller-Destinationen wie Thailand, Indonesien oder Vietnam setzen sich mittellose Backpacker mit Pappschildern auf die Strasse und betteln um Geld.

Damit nicht genug. Ein watson-User erlebte vor dem Immigration Office auf der Ferieninsel Bali bizarre Szenen. «Ich musste drei Stunden vor dem Gebäude warten, weil barfüssige Traveller vor dem Eingang campierten und den Eingang mit Schildern wie ‹Need Money for Visa› versperrten.»

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Begpacker betteln in Bangkok um Geld für die Weiterreise. bild: reddit

Die so genannten Begpacker (beg vom Englischen «begging» = betteln) enervieren nicht nur die normale Touristen und Einheimische, sondern auch die Regierungen. In Bali haben die Behörden nun damit angefangen, bettelnde Traveller an die jeweiligen ausländischen Botschaften zu verweisen.

Ob auch Schweizer Begpacker darunter sind, ist unklar. «Wir haben nur in sehr seltenen Fällen Kenntnis von bettelnden Schweizer Staatsangehörigen im Ausland», sagt Pierre Alain Eltschinger, Sprecher des Aussendepartements EDA, zu watson.

EDA gewährt 120 Darlehen an mittelose Touris

Unter die Arme greifen muss die Eidgenossenschaft Schweizer Touristen immer wieder. 2018 gewährte das EDA in 120 Fällen ein rückzahlbares Darlehen. «Damit konnte eine Notlage aufgehoben werden und die Person wieder in die Schweiz reisen», erklärt Bertschinger. Als Notlage gilt etwa, wenn Touristen im Ausland der Pass und/oder das Portemonnaie geklaut wird. Und die betroffene Person keine Freunde oder Verwandten findet, die Geld überweisen können.

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Der Walliser Fabian Kronig arbeitet seit 2011 in Bali. bild: zvg

Nur den Kopf schütteln über das Verhalten der Begpacker kann Fabian Kronig. Der Walliser Unternehmer arbeitet seit acht Jahren auf Bali und managt das Hideout-Hostel im Hipster-Ort Canggu. «Betteln um zu reisen, neben Locals, die betteln um zu überleben, ist einfach nur respektlos gegenüber dem Land und seinen Leuten», sagt der 31-Jährige zu watson.

Er habe sich den Respekt der Balinesen in den letzten Jahren hart erarbeitet, indem er sich gegenüber ihrem Glauben und ihrer Lebenseinstellung offen gezeigt habe. «Es ist ein Ort, an dem Karma eine wichtige Rolle spielt. Begpacker missachten dies völlig und stossen die Locals vor den Kopf.»

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52Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TodosSomosSecondos 09.07.2019 14:30
    Highlight Highlight Bali ist ein klassisches Beispiel für ein Touristenghetto. Von dem Geld, dass die Touristen reinbringen, profitieren westliche Unternehmer und einige wenige reiche balinesische Familien. Die Nachfrage nach traiditonellen Dienstleistungen und Produkten, die die Einheimischen anbieten, bricht ein. Während einige wenige reich wurden, wurden alle anderen ärmer.

    Darum geht es und nicht um ein paar bettelnde Penner. Empört euch mal über die wichtigen Dinge und nicht über diese Begpacker-Augenwischerei.
  • Nik G. 09.07.2019 13:33
    Highlight Highlight Die europäischen Touriten (besonders die Engländer und Amis) haben leider sehr, sehr wenig Respekt vor anderen Kulturen. Was ich in 1 1/2 Monaten Südostasien (Thailand, Laos und Kambodscha) erlebt habe ist zum absoluten Fremdschämen. Diese Meldung ist einfach noch die Spitze der Krone. Tiefer kann die westliche Welt fast nicht mehr fallen. Möglichst günzig saufen und jeglichen Anstand zuhause lassen. Kein Respekt vor Religion und jetzt noch betteln für Reisen in armen Länder.... Jegliche Selbstachtung verloren
    • Hosesack 09.07.2019 16:40
      Highlight Highlight Genau, diese europäischen Amis, das sind die schlimmsten.
  • Hosesack 09.07.2019 13:28
    Highlight Highlight Das Fabian Kronig einem Einheimischen einen Job wegnimmt scheint niemand zu stören? Oder gibt es einen handfesten Grund warum das Hostel nicht von lokalen Fachkräften geführt werden kann?

    • Oigen 09.07.2019 14:47
      Highlight Highlight ...oder dass sein hostel einheimische arbeitsplätze schafft?
    • Mia_san_mia 09.07.2019 15:42
      Highlight Highlight Ich kenne ja seine Geschichte nicht, aber vielleicht ist er dort hin ausgewandert und hat das Hostel aufgemacht?
    • Hosesack 09.07.2019 16:12
      Highlight Highlight Laut Text managt er das Hostel, da steht nichts von sein Hostel.
      Ich bin mir sicher, das ist worauf Bali bzw ganz Indonesien gewartet hat. Europäisches Management und unqualifizierte Arbeiten vom freundlich lächelnden lokalen Gärtner.

      Dagegen -so finde ich- sind die Begpacker das wirklich kleinere Übel.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Toni.Stark 09.07.2019 13:26
    Highlight Highlight Reisen an sich ist verwerflich. Climate Justice Now! Stop travelling arround the world! Hier gibt es genug zu sehen.
    • guby 09.07.2019 14:26
      Highlight Highlight Yes! For example very international individuals! Muss nicht mal aus dem Haus, da reicht die Kommentarspalte bei Watson ;)
    • Toni.Stark 09.07.2019 16:25
      Highlight Highlight Nicht. (Zu sehen gibt es hier allerdings auch viel)
    • guby 09.07.2019 16:51
      Highlight Highlight Komm schon Toni, ein wenig Selbstironie tut doch nicht weh. ;)
  • slick 09.07.2019 12:56
    Highlight Highlight Verstehe die riesige Empörung nur bedingt. Ist die Aufgabe des Selbstrespekt durch das sich erniedrigende Betteln nicht Strafe genug? Es wird ja niemand gezwungen denen Geld zu geben.
    • guby 09.07.2019 14:21
      Highlight Highlight Betrag X wird von spendewilligen (und -fähigen!) gespendet. Wenn nun 5% dieses Geldes an Begpackers fliessen haben diejenigen, welche fürs Überleben betteln (soll es ausserhalb der CH ja geben... /zynismusoff) 5% weniger. Wer nicht soweit denkt handelt in meinen Augen sehr egoistisch und Respektlos.
    • TodosSomosSecondos 09.07.2019 14:45
      Highlight Highlight Diese Vorstellung, dass Spendenwillige auch nur eine Rupiah weniger an Locals spenden, weil sie einem Begpacker ein paar in die Hand drücken ist weder beleg- noch nachvollziehbar, sondern eine schlichte Annahme der Empörungsbewirtschafter.

      Hinzu kommt noch, dass die meisten Bettler in professionellen Banden organisisert sind und das Geld sowieso kaum zu den wirklich Bedürftigen kommt.

      Aber Hauptsache Empörung.
    • lilie 09.07.2019 16:13
      Highlight Highlight @slick: Ich fürchte, diese Individuen haben absolut kein Schamgefühl, sich mit einem Schild auf die Strasse zu setzen. Scheinbar lassen sie sich ja auch noch stolz damit ablichten.

      Landesverweis wegen Bettelns wäre da angebracht. Etwas anderes fällt mir nicht dazu ein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 09.07.2019 12:40
    Highlight Highlight Anscheinend sind hier alle der Meinung,
    dass nur reiche Leute reisen dürfen.

    Abgehängte, Arbeitslose und Bettler nicht. 👎🏾👊🏾
    • ScottSterling 09.07.2019 12:48
      Highlight Highlight Leider ja. So sehr ich es jedem gönne, der die Welt erkunden kann - wenn man es sich nicht leisten kann, dann reist man halt nicht. Reisen ist kein Menschenrecht.
    • Dr no 09.07.2019 13:01
      Highlight Highlight genau so ist, reisen ist kein Menschenrecht sondern Luxus.
    • mutorintemporibus 09.07.2019 13:02
      Highlight Highlight @spooky: Sicher: Jedes Jahr drei Wochen Ferien auf Rechnung der Steuerzahlenden in einem ****-Hotel meiner Wahl, auf einem Erdteil meiner Wahl gehört zu den grundrechtlichen Ansprüchen eines jeden (westlichen?) Menschen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • smoothdude 09.07.2019 11:19
    Highlight Highlight easy: jeder soll bei der einreise nachweisen können, dass er über genug geld verfügt, um für seine reise zu zahlen. sonst gehts ab nach hause.

    untersti so öppis
    • Donald 09.07.2019 13:57
      Highlight Highlight In vielen Ländern muss man über einen Rückflug verfügen. Ich denke das reicht auch. Wegen ein paar Leuten eine riesige Administration aufzubauen, wäre sicher nicht sinnvoll.
  • Watcherson 09.07.2019 11:16
    Highlight Highlight Ach wie schön war es einst auf Bali ...
  • Lisbon 09.07.2019 11:14
    Highlight Highlight Vor der Einreise um Geld bitten, damit man sich die ca. 100 Fr. Visakosten leisten kann, ist nochmals eine Runde peinlicher. Wie kann man sich so was antun wollen? Solche Leute sollten gleich auf den nächsten Retourflug umgebucht werden.
  • Realtalk 09.07.2019 11:13
    Highlight Highlight Voll peinlich. Fliegt nach Hause wenn Ihr kein Geld mehr habt.
    • Miikee 09.07.2019 12:50
      Highlight Highlight Können sie ja auch nicht😅🙈
    • Realtalk 09.07.2019 14:28
      Highlight Highlight Du denkst die sind so dumm und haben wirklich kein Rückflugticket? ;-)
    • Realtalk 09.07.2019 16:13
      Highlight Highlight @Magnum44 sag ich ja, peinlich, sollen selber bezahlen oder nach hause reisen.
  • Frechsteiner 09.07.2019 11:13
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Diavolino666 09.07.2019 11:02
    Highlight Highlight «Betteln um zu reisen, neben Locals, die betteln um zu überleben, ist einfach nur respektlos gegenüber dem Land und seinen Leuten»

    Besser kann man das nicht beschreiben. Aber immerhin können "Begpackers" schöne Insta-Stories mit viel Likes generieren, mit denen sie dann doch nichts kaufen können. Wo führt das noch hin?
  • Hierundjetzt 09.07.2019 11:01
    Highlight Highlight Locals sind zu Deutsch Einheimische -oder?

    Dürften wir uns auf Deutsche Entsprechungen einigen, satt „lustige“ englische Wörter zu verwenden.

    Unpassende Englische Wörter in Deutschen Texten gehören doch eher auf FB oder Insta.

    Gerne genutzt von Kevins und Schaggelins, die damit Ihre nach 4 Wochen Sprachaufenthalt in Perth Weltoffenheit zur Schau stellen möchten.

    Herzlichen Dank.
    • Capunso 09.07.2019 11:27
      Highlight Highlight FB heisst auf Deutsch Freibier, oder? 🍻
    • Macto 09.07.2019 11:43
      Highlight Highlight Das Wort "Locals" kommt in einem Zitat vor. Wenn das der Herr Kronig so sagt, dann sollte das genau so wiedergegeben werden. Btw (übrigens): Sprachen verändern sich mit der Zeit. Da werden auch Wörter aus anderen Sprachen gelegentlich in die eigene übernommen. Ich hoffe für dich (und dein Argument) du sagst immer schön Danke, niemals aber merci oder (noch schlimmer) sorry.
    • Markus97 09.07.2019 11:55
      Highlight Highlight Das ist ein wörtliches Zitat. Da darf man als Journalist keine Wörter abändern...
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Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

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