Schweiz
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Haben Arbeitnehmer im Homeoffice Anspruch auf Entschädigung? bild: shutterstock

Interview

«Die Chancen auf Mietentschädigung fürs Homeoffice stehen gut»

Ein Bundesgerichtsentscheid von 2019 sorgt momentan für Aufsehen: Ein Arbeitgeber wurde dazu verdonnert, einem Angestellten einen Teil seiner Miete zu bezahlen, weil dieser im Homeoffice tätig war. Arbeitsrechtlerin Romina Carcagni sieht durchaus Chancen für eine Entschädigung in Corona-Zeiten.



Frau Carcagni, ich arbeite wie viele andere auch Corona-bedingt seit März im Homeoffice. Kann ich meinem Arbeitgeber nun einen Teil meiner Wohnungsmiete in Rechnung stellen?
Romina Carcagni:
Das ist nicht ganz klar, auch nicht mit dem Bundesgerichtsurteil vom letzten Jahr. Denn der besagte Fall, der in den letzten Tagen in den Medien diskutiert wurde, unterscheidet sich stark von der jetzigen Corona-Situation.

Inwiefern?
Es ging damals um einen Arbeitnehmer, der über gar keinen Arbeitsplatz im Unternehmen verfügte. Es war von Anfang an klar, dass er nur von zuhause aus arbeiten wird, und das war nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft. Heute ist es aber so, dass das «Corona-Homeoffice» neben dem Arbeitsplatz im Betrieb besteht. Zudem stellen es viele Arbeitgeber den Angestellten frei, ob sie in ihren eigenen vier Wänden oder am Arbeitsplatz im Büro arbeiten wollen.

«Es ist sicher vertretbar, über eine Entschädigung für den Arbeitnehmer zu sprechen.»

Empfiehlt der Bundesrat nicht allen, die Homeoffice machen können, dies auch zu tun?
Es gibt eine offizielle Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheit, ja. In der Notverordnung des Bundesrates gibt es jedoch keinen Homeoffice-Zwang. Lediglich besonders gefährdete Personen können unter Umständen einen Anspruch auf Homeoffice geltend machen.

Trotzdem gibt es Arbeitgeber, die vorübergehend eine Homeoffice-Pflicht eingeführt haben.
Das stimmt. In solchen Fällen ist es sicher vertretbar, über eine Entschädigung für den Arbeitnehmer zu sprechen.

Was müsste man tun, um eine solche Entschädigung zu erhalten?
Man sollte in einem ersten Schritt das Gespräch mit den Vorgesetzten suchen. Ich wäre allerdings vorsichtig mit der Forderung eines bestimmten Betrags. Man kann das Anliegen beim Chef platzieren, und dann warten, was zurückkommt.

Bild

Romina Carcagni Roesler ist Partnerin der Streiff von Kaenel AG. Sie ist seit 2004 als Rechtsanwältin tätig, mit Spezialisierung im Arbeitsrecht und öffentlichen Personalrecht. bild: zvg

Die Erfolgsaussichten dürften wahrscheinlich nicht sehr rosig sein.
Doch, Erfolgsaussichten bestehen durchaus. Bezahlt der Arbeitgeber bis jetzt keinerlei Entschädigung fürs Homeoffice, verlangt aber, dass die Angestellten von zuhause aus arbeiten, dann stehen die Chancen gut. Dem Arbeitnehmer wird schliesslich einiges abverlangt.

«Der Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, jedem ein ideales Büro bereitzustellen.»

Kann ich auch einen richtigen Schreibtisch und einen Bürostuhl vom Chef fordern?
Das hängt von den Umständen ab. Wird längerfristig im Homeoffice gearbeitet, muss vermehrt darauf geachtet werden, dass der private Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet ist. Hier ist aber auch Eigenverantwortung der Angestellten gefragt, denn der Arbeitgeber kann ja keine Kontrollen bei Ihnen zuhause durchführen. Wenn neues Mobiliar angeschafft werden muss, weil der private Arbeitsplatz – vor allem bei intensiver und längerfristiger Nutzung – nicht den Gesundheitsvorschriften entspricht, sollte sich der Arbeitgeber an den Kosten beteiligen. Trotzdem: Der Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, jedem ein ideales Büro bereitzustellen.

Nichtsdestotrotz sagen Sie, dass die Chancen auf Mietentschädigung gut stehen. Von welchen Beträgen sprechen wir hier?
Von sehr bescheidenen. Im Bundesgerichtsentscheid vom letzten Jahr musste der Arbeitgeber 150 Franken monatliche Entschädigung bezahlen. Wie die Gerichte allerdings zu diesem geschätzten Betrag gekommen sind, bleibt unklar. Ich würde also davon abraten, ein sonst gutes Verhältnis zum Arbeitgeber aufgrund dieser doch eher kleinen Summe aufs Spiel zu setzen.

Es droht nun also keine Klagewelle in der Schweiz.
Wahrscheinlich nicht, nein.

Ändert sich mit diesem Gerichtsentscheid etwas für die gross vorausgesagte Zukunft des Homeoffice?
Der Entscheid und die Diskussionen dazu bewirken sicher ein höheres Bewusstsein für die rechtlichen Fragen rund um das Homeoffice. Viele Arbeitgeber sehen, dass Klärungsbedarf besteht, und führen neue Regelungen ein. Zu bedenken ist allerdings, dass wenn das Corona-bedingte Homeoffice vorbei ist und Arbeitnehmer, die im Betrieb einen Arbeitsplatz haben, aus eigenem Wunsch im Homeoffice arbeiten, auch der Anspruch auf Mietentschädigung vom Tisch ist.

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72Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mirko Timm 28.05.2020 08:36
    Highlight Highlight und qas ist mit denen die weiter auf arbeit mussten und nicht mehr konnten wie vorher. Die jetzt mit auto fahren mussten oder länger gebraucht haben weil öv seltener fuhr. Die müssten auch bei steuer mehr abziehen können
  • Booker 28.05.2020 05:52
    Highlight Highlight Das ist sowas von einer ganz dummen Idee. Mein Arbeitgeber liess mich während der Krise zuhause arbeiten, er hat mich nicht auf Kurzarbeit gesetzt, er hat niemanden gekündigt. Ich bin da unendlich dankbar und absolut solidarisch mit meinem AG. Wenn er mir nun Geld zahlen müsste, ich würde mich weigern es anzunehmen. Aber ich weiss es gibt Kolleg/innen welche es ganz anders sehen. Seltsamerweise oft Expats, welche jetzt (noch mehr) profitieren wollen. Sie hatten schon gefragt ob sich der AG an den Mehrkosten von Strom und Internet beteiligen wird ... peinlich !
  • rönsger 27.05.2020 20:51
    Highlight Highlight Eine Entschädigung fürs Homeoffice betrachten die meisten Kommentarschreiber*innen als kleinlich. Gerne schütte ich deshalb etwas Öl ins Feuer: Mein Arbeitgeber (Verwaltung) verbietet mir, im Büro zu arbeiten. Trotzdem muss ich monatlich 120 CHF für meinen Parkplatz bezahlen. Ist es nun auch kleinlich, wenn ich mich weigere, für eine Leistung, die ich nicht beziehen darf, zu bezahlen?
  • Müllli 27.05.2020 16:29
    Highlight Highlight Leider macht man mit solchen Entscheidungen eine gute Sache kaputt.
  • Posersalami 27.05.2020 07:58
    Highlight Highlight Sagmal gehts noch? Klar, eine Entschädigung fürs Druckerpapier, Toner oder einen Monitor vom Arbeitgeber zu fordern verstehe ich. Aber mehr? Nein, wozu? Man gewinnt im Homeoffice viel, alleine die Zeit die man spart durch wegfall des Arbeitsweges..

    Mein Eams Alu Chair ist zudem bequemer als alle Bürostühle der Welt zusammen 😎
  • malu 64 27.05.2020 02:52
    Highlight Highlight Ein Witz, ein Büroplatz bleibt leer, für den die Arbeitgeber viel Geld zahlen. Zudem sollen sie dem Arbeitnehmer einen Zustupf an die Miete zahlen. Auf die Dauer werden viele freie Büroflächen leer stehen.
    Die Vorteile sind weniger Pendler, weniger Verkehr. Nachteile, für die vielen Food Läden, die weniger verkaufen, die Kneipen
    haben weniger Umsatz weil das Feierabendbier entfällt. Der soziale Kontakt unter Arbeitskollegen fehlt. ÖV ist weniger ausgelastet und macht weniger Umsatz.
  • Mantrax 26.05.2020 23:39
    Highlight Highlight Es gibt einige Betriebe, die Angestellte bei einer Anfrage für die 150.- per sofort ins Büro zurück beordern - und sie bei der nächsten Welle entlassen. Ich habe dafür ein Gewisses Verständnis - man muss nun wirklich nicht alles ausnutzen wollen...
  • TheKen 26.05.2020 21:21
    Highlight Highlight Wenn du jetzt vom Arbeitgeber auch noch Geld für das Homeoffice verlangst, kannst du bald auf Jobsuche gehen. Homeoffice, Kurzarbeit, aber du hast wenigstens noch einen Job. Das ist momentan der Status, hart aber so ist es.
  • stebrun 26.05.2020 19:42
    Highlight Highlight Es scheint ein bisschen so, als ob nun verschiedene Gruppen versuchten, in der Krise etwas für sich herauszuholen. Da wird um kleine Vorteile geschachert, die wohl kaum wirklich relevant sind für die einzelnen Budget und die niemanden an den Rand des Ruins bringen (Rückerstattung von Kita-Beträgen, Rückerstattung von ÖV-Abos etc.). Ich denke, viele haben noch nicht verstanden, dass diese Krise teuer wird für uns alle und nicht nur für "den Staat". Diese Kosten müssen wir irgendwie gerecht verteilen. Das schaffen wir aber nicht, wenn jetzt jeder anfängt zu feilschen...
  • Bruno Meier (1) 26.05.2020 19:25
    Highlight Highlight Teil2: ich war selbst in den 90er Jahren Mitglied der Opus1Foundation. Diese investierte in Startup-Firmen, die in einer 2. Phase an die Börse geführt werden sollten. Eine dieser Firmen war die indische "Health Scribe". Wir finanzierten Satellitenempfänger, damit sollten in Indien Protokolle/Anträge/Formulare von US Ärzten geschrieben werden. Sie waren damit billiger als die (Haus)Frauen in den USA, welche diesen Job machten. Diese US Arbeitnehmer (oft Frauen) arbeiteten ursprünglich bei den Ärzten, danach Auslagerung ins "gelobte" Homeoffice mit all den Vorteilen, danach überflüssig.
  • x4253 26.05.2020 19:17
    Highlight Highlight Das Urteil zum Totengräber des Home Office zu machen wie einige hier ist doch etwas übertrieben. Lest bitte das Urteil: https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-04-2019-4A_533-2018&lang=de&type=show_document&zoom=YES&

    Das ganze ist NICHTS NEUES. Wenn euer AG euch keinen AP zur Verfügung stellt und verlangt dass ihr AUSCHLIESSLICH von Zuhause arbeitet, dann habt ihr Anspruch auf eine Entschädigung.
    Vorallem: Art. 327a abs 3:"Abreden, dass der Arbeitnehmer die notwendigen Auslagen ganz
    oder teilweise selbst zu tragen habe, sind nichtig"
  • Bruno Meier (1) 26.05.2020 19:15
    Highlight Highlight Ein weiterer Aspekt sollte auch beachtet werden. Sollte der AG an die Miete bezahlen, so wird er selbst keinen Arbeitsplatz mehr zur Verfügung stellen. Er wird sich eventuell auch noch an den Nebenkosten und IT-Kosten beteiligen oder ganz übernehmen. Toll! Aber warum soll er überhaupt diese AN anstellen? Sieht sie nie, kann ihre Arbeitsleistung schwer(er) beurteilen, Ueberwachung durch spyware verboten, etc. Besser doch, er entlässt diesen Teil der Mitarbeiter und lagert die Arbeiten aus, Vergabeverfahren an Selbstständige mit eigenem Büro. Keine Risiken, klare Kosten, etc. Teil2 folgt.
  • 155West 26.05.2020 19:03
    Highlight Highlight Sagt mal, wohnt ihr eigentlich alle in 10-Zimmer-Villen und wisst nicht, wohin mit euren leeren Zimmern? Und seid ihr wirklich alle dermassen HO unerfahren und naiv, dass ihr euch nichts Besseres vorstellen könnt, als die Arbeit nach Hause zu holen und euch mit Kind und Kegel in den eigenen vier Wänden einzuschliessen?
  • Loeffel 26.05.2020 19:01
    Highlight Highlight Ja die Chancen stehen gut. Die Chance danach bei erst bester Gelegenheit entlassen zu werden, ist dann aber alledings auch nicht zu klein 😆
  • Scaros_2 26.05.2020 18:48
    Highlight Highlight Ein Arbeitgeber wurde dazu verdonnert, einem Angestellten einen Teil seiner Miete zu bezahlen, weil dieser im Homeoffice tätig war

    TUT MIR LEID WATSON. Das ist schlicht FALSCH weil es UNVOLLSTÄNDIG IST. Der AG hatte nämlich keinen Arbeitsplatz beim AG und somit musste er einen Privaten Raum für die Arbeit umgestalten und verlangte hierfür eine entschädigung. Das ist in den meisten Fällen nicht der Fall da zu Homeoffice es ergänzend einen festen Arbeitsplatz beim AG gibt und somit man zu 100% immer auf der Arbeit erscheinen kann. Man. Warum ist also eure EInleitung schon unvollständig.
  • Kruk 26.05.2020 18:18
    Highlight Highlight Wieder nur Vorteile für jene die sowieso schon privilegiert sind.
  • Garp 26.05.2020 18:16
    Highlight Highlight Es geht bei dieser Frage nicht um Corona.

    Wenn ein AG systematisch HO anbietet und Büroflächen einspart, weil es nur noch flexible Arbeitsflächen gibt und Privatpersonen ihren Wohnraum demgegenüber als Büro zur Verfügung stellen find ich eine Entschädigung angebracht.

    Ist man eine Famile oder ein Paar, kann die Familie oder der Partner den Bürotisch während mind. 8 h nicht nutzen. Nicht jeder hat für die Familienmitglieder einen eigenen Computer, Laptop, Tablet etc.. Die Familie wird also unter Umständen behindert.

    Die Poster hier verfügen offenbar alle um viel Platz und genug Ressourcen.
  • Madeso 26.05.2020 18:10
    Highlight Highlight Angemerkt sei auch, dass mit dem Urteil nur bestehendes Recht durchgesetzt wird. Die allermeisten Firmen bezahlen bereits seit länger als ich arbeitstätig bin in der Grössenordnung von 50-100 Franken pro Monat als Mietentschädigung fürs Homeoffice.
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 26.05.2020 18:08
    Highlight Highlight Jeder der glaubt der Fall lasse sich auf die jetzige Situation anwenden hat ein paar Dinge nicht verstanden:
    - der Bindesgerichtentscheid basiert auf einem Fall der schon im August 2016 gestartet wurde
    - es betrifft einen Fall, wo es kein Büro vom Arbeitgeber gab
    - es gibt schon steuerliche Erleichterungen für Home-Office
    - die Corona Situation ist ein Sonderfall der nicht gedeckt sein wird
    - die Medien lieben die reisserische Headline
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 26.05.2020 18:03
    Highlight Highlight Ich finde das echt gut. Der Arbeitgeber zahlt dem Arbeitnehmer Fr 150,-- im Monat an die Miete und der Arbeitgeber zahlt dann pro Monat 350 Franken mehr Steuern weil die Auslagen für den Arbeitsweg und die Auslagen für auwärtige Verpflegung.
    Das GA braucht man trotzdem und das Mittagessen lässt man sich denn liefern weil man ja Fr. 150,-- mehr verdient im Monat :-)
    • DonChaote 26.05.2020 18:58
      Highlight Highlight @nasagenwirjetzteinfachmal
      Na, sagen wir jetzt einfach mal, dass man die 350.- steuer nicht monatlich mehr bezahlt, sondern jährlich. Und bezahlen tut man ja auch nicht so direkt viel mehr, sondern man kann einfach weniger vom versteuerten einkommen abziehen. Grosser unterschied in der steuerlast wird das wohl bei den meisten nicht machen.

      So in der realität geht dann die rechnung doch eher auf, als in ihrem kommentar ;-)
    • Bits_and_More 26.05.2020 22:32
      Highlight Highlight Home Office ist in diversen Kantonen von der Steuer abziehbar ;)
  • Tomtom64 26.05.2020 18:00
    Highlight Highlight Bitte liebes Watson-Team und alle anderen Medien, hört endlich auf jeden Homeoffice-Artikel mit Bildern zu garnieren, wo Kleinkinder, Haustiere, Spielzeug und dreckiges Geschirr mit drauf sind. Genau solche Bilder suggerieren, dass im Homeoffice nur so nebenbei für den Arbeitgeber gearbeitet wird. So wird sich Homeoffice nie und nimmer durchsetzen.
  • TheKen 26.05.2020 17:59
    Highlight Highlight Interessant wäre in der Steuererklärung einen Abzug machen zu können
  • Sayonara 26.05.2020 17:55
    Highlight Highlight Da kämpfen gewisse Leute Jahre drum einen Teil ihrer Arbeit von zuhause aus zu erledigen, was die gegebenen Vorteile wie ruhigere Arbeitsumgebung, Effizienz und Wegfallen des Pendelns = mehr Freizeit mit sich bringt. Typisch schweizerisch braucht man jetzt noch einen finanziellen Ansporn. Wohnung zahlt ihr sowieso, mehr Lebensqualität darf indirekt auch was kosten und Strom/Verbrauchsmaterial lässt der Arbeitgeber wohl in Form einer kleinen Lohnerhöhung mit sich reden. Einfach schade wie eine Welle (hihi) die ins rollen kam durch ein paar Bünzli gleich wieder gestoppt wird. Merci
  • FACTS 26.05.2020 17:46
    Highlight Highlight Mich würde interessieren, ob diejenigen, die für Home Office entschädigt werden wollen, dann auch korrekt ihre Berufskostenabzüge (Mehrkosten auswärtige Verpflegung, Mobilitätskosten etc.) in ihrer Steuererklärung anpassen...

    Irgendwie versuchen zu viele noch Profit aus der Krise zu schlagen und nehmen es dann nicht mehr so genau, wenn es auch einmal zu ihren Lasten geht...
  • el perro 26.05.2020 17:41
    Highlight Highlight Jetzt nehmen wir mal an, ein Mitarbeitender fordert Mietentschädigung... Später ist die Firma gezwungen, Personal abzubauen... Hmmm, wer verliert dann wohl als erster den Job? 🤔🤔🤔
  • ❤️-Blitz 26.05.2020 17:33
    Highlight Highlight Anderer Ansatz zum selben Thema: Kann ich nun ein Teil von meinem Internet-Zugang, Router/Wifi AP und Büro von den Steuern abziehen? Als Arbeitskosten oder ähnlichem?
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 26.05.2020 18:04
      Highlight Highlight wenn du als erster bei einer Kündigungswelle fliegen willst, darfst du gerne kleinlich sein und deinem Boss diese Forderung auf den Tisch knallen.
    • Kruk 26.05.2020 18:23
      Highlight Highlight Arbeitet Herz-Blitz bei der Steuerverwaltung, oder warum sollte Herz-Blitz die Kündigung überkommen für zusätzliche Steuerabzüge...

      Ist das jetzt och nicht möglich?
    • i schwörs 26.05.2020 18:47
      Highlight Highlight herz-blitz: kurz gesagt: ist schon lange möglich. im zweifelsfall wegleitung lesen..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 26.05.2020 17:24
    Highlight Highlight wie schon mal erwähnt, kann ein Arbeitsplatz zu Hause steuerlich abgezogen werden. Dazu ist die HO-Fläche anzugeben. Vielleicht braucht es noch einen Bürostuhl? Jetzt den Arbeitgeber zu belasten ist dumm, er spart nämlich nichts. Im Gegenteil, er hat leere Plätze.
    • Ironiker 26.05.2020 17:54
      Highlight Highlight Nur weil im onehin bestehenden Büro noch zusätzlich ein Firmenlaptop steht, besteht KEIN Anrecht dies bei den Steuern abzuziehen. Das muss ein Zimmer sein, welches nur für die Heimarbeit besteht, resp. genutzt wird.

      Keine Ahnung ob es da Kantonale Unterschiede gibt, aber im Kt. Bern ist das so.
    • Gubbe 26.05.2020 23:14
      Highlight Highlight Ironiker
      Entschuldigung, ich wusste nicht, dass heute ohnehin jeder ein Bürozimmer hat.
      Auf dem Esstisch wo Carmen-Elektra ihre Aufgaben macht, Die Mutter noch schnell etwas nähen muss, ist nicht so der ideale Arbeitsplatz.
  • Firefly 26.05.2020 17:13
    Highlight Highlight Ein Bärendienst für alle jene, die lieber mehr Homeoffice machen würden!
    • Pafeld 26.05.2020 17:35
      Highlight Highlight Hast du den Artikel wirklich gelesen oder einfach das Bedürfnis verspürt, den Tod des Homeoffice erneut zu predigen, weil du gesehen hast, dass es erneut einen Artikel zu dem Thema gibt? Ansonsten: kannst du bitte genauer ausführen, warum diese winzige Kostenbeteiligung für den Arbeitgeber im ganz speziellen Fall, dass er zu 100% Homeoffice arbeitet, weil er im offiziellen Geschäft gar keinen Arbeitsplatz hat, rechtlich bindend für die ganzen Gelegenheits-Home-Office-Arbeiter ist?
      Im übrigen: das ist kein neues Gesetz. Sondern lediglich Auslegung des bereits vorhandenen.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 26.05.2020 18:07
      Highlight Highlight ich denke Firefly hat darauf reagiert, dass im Interview gesagt wurde
      "Doch, Erfolgsaussichten bestehen durchaus. Bezahlt der Arbeitgeber bis jetzt keinerlei Entschädigung fürs Homeoffice, verlangt aber, dass die Angestellten von Zuhause aus arbeiten, dann stehen die Chancen gut. Dem Arbeitnehmer wird schliesslich einiges abverlangt."
      Ich denke da liegt Frau Carcagni falsch.
  • Frankygoes 26.05.2020 17:11
    Highlight Highlight Versteh' ich irgendwie nicht: Wieso wird mir "schliesslich einiges abverlangt"?
    Ich bleib zu Hause, das Velo steht im Schuppen und das Abo ist hinterlegt. Hier spare ich also Geld ..dafür brauch ich etwas mehr Strom und kaufe etwas mehr Lebensmittel. Das war's aber auch. Was wird mir denn abverlangt?
    Ich muss mich vielleicht zusammennehmen, damit ich nicht zu viel arbeite... sonst?
    • Pafeld 26.05.2020 17:38
      Highlight Highlight Es ist hier in der Schweiz ja auch geradezu absurd, den Arbeitnehmer an den Kosten zu beteiligen, die man in Kauf nehmen muss, um überhaupt für ihn arbeiten zu können. Der achso freie Schweizer ist und bleibt ein Lohnsklave.
    • anundpfirsich 26.05.2020 19:38
      Highlight Highlight Wieso mehr Lebensmittel? Isst du denn nichts wenn du ins Büro gehst? Also ich hab beim Essen eingespart, weil ich oft viel mehr verwertet habe und nicht so viel fertig Menüs oder ins Resti ging davon abgesehen von Bars/Clubs.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 27.05.2020 13:45
      Highlight Highlight @Pafeld...ach immer diese ideologisch gefärbten Floskeln von wegen Lohnsklave...willst du ohneLohn arbeiten oder was soll der dümmliche Spruch .
    Weitere Antworten anzeigen
  • anundpfirsich 26.05.2020 17:07
    Highlight Highlight Also ich verstehe das nicht, warum mir der Arbeitgeber mehr bezahlen soll wenn ich im HO bin.

    In der HO Zeit habe ich selber so viel gespart, da kann ich die etwas höhere Strom-/Wasserrechnung, Druckerkosten oder WC-Papier verbrauch 10 mal bezahlen. Spass bei seite, warum soll der Arbeitgeber was bezahlen? Er trägt ja die Stromkosten Miete usw trotzdem.
  • dan2016 26.05.2020 17:06
    Highlight Highlight und derjenige, der da klagte, der würde bei mir schon mit fixen Arbeitszeiten im Büro belohnt, wie in den guten alten Zeiten.
  • soulpower 26.05.2020 17:05
    Highlight Highlight Klar doch: Wenn man nun die Unternehmen noch zusätzlich unter Druck setzt, sich am Mietzins der Home-Officer zu beteiligen, dann kann man sich ja ausrechnen wie gerne diese sich in Zukunft noch für die Zulassung von Home-Office interessieren werden. So einen Schuss ins eigene Knie habe ich bisher noch kaum gesehen.
  • Lil'Ecko 26.05.2020 16:51
    Highlight Highlight Ich denke wer sowas vom Arbeitgeber fordert, hat eher Chancen auf eine Lohnkürzung ;)
  • Revan 26.05.2020 16:51
    Highlight Highlight Ich finde die ganze Debatte, insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt keine gute Idee. Das bewegt doch die eher Homeoffice-muffligen Arbeitgeber eh wieder dazu, nachher wieder vom Homeoffice weg zu kommen. Als Arbeitnehmer im Homeoffice spare ich ja auch an einigen Ecken Geld ein, z. Bsp. fürs Auto/Bahn, da ich mir den Arbeitsweg sparen kann (mal abgesehen vom Zeitgewinn, der mir durchaus auch etwas Wert ist).
    • Uno 26.05.2020 17:12
      Highlight Highlight Absolut ihre Meinung. Sagen wir kleines Unternehmen. 30 Mitarbeiter Homeoffice x 150 CHF x 12 Monate gibt flotte 54000 CHF im Jahr.
  • Queen C 26.05.2020 16:50
    Highlight Highlight Lustig, wie auch in einer Krise immer versucht wird, bis zum Gehtnichtmehr zu optimieren. Bezeichnenderweise von Kreisen, die bei Optimierern auf der anderen Seite des Spektrums stets mit der Moralkeule schwingen.
  • Fiction42 26.05.2020 16:21
    Highlight Highlight Langsam geht das schon ins absurde hinein. Klar ist man nun gezwungen von Zuhause aus zu arbeiten, aber Miete muss ich ja sowieso zahlen. Dafür spare ich ja auch wieder beim Benzin, welches ich benötigt hätte um zur Arbeit zu fahren etc. Bald kommt noch jemand und möchte die Kaffeekapseln von zu Hause über die Spesen abrechnen, da er ja normalerweise Kaffee gratis im Office bekommt...
  • Hans Jürg 26.05.2020 16:15
    Highlight Highlight Würde mich mein Arbeitgeber zwingen, zu Hause zu arbeiten und ich dazu verpflichtet würde, extra eine grössere Wohnung zu mieten/kaufen, würde ich ja verstehen, dass der Arbeitgeber etwas daran bezahlen soll.
    Aber ich persönlich habe ja schon ein Arbeitszimmer, das entweder - wenn ich im Büro arbeite - leer steht oder dann - wenn ich Home Office mache - der Laptop, den mir mein Arbeitgeber zur Verfügung stellt eine kleine Fläche auf meinem Pult besetzt. Und für diese kleine Fläche soll ich etwas bekommen? Wozu? Ich spare ja in dieser Zeit auch Pendlerkosten, verliere keine Zeit mit Pendeln.
  • chnobli1896 26.05.2020 16:06
    Highlight Highlight Und so wird der Fortschritt der Unternehmen in Richtung Home Office zerstört. Schade.
    • Coffeetime ☕ 26.05.2020 16:19
      Highlight Highlight Ich glaube, das muss von Situation zu Situation angeschaut werden. Wenn der Arbeitgeber dadurch Büroflächen verringern kann, weil eh Smartworking ohne eigenem Arbeitsplatz, hat er höhere Mietkosteneinsparungen. Dann zahlt er wahrscheinlich eher gerne eine kleine Entschädigung. Wenn aber Büro vollständig im Office steht und nur für dich gedacht ist, ja dann...
    • p4trick 26.05.2020 17:00
      Highlight Highlight @Coffeetime das wäre aber ein längerer Prozess bis das umgesetzt wäre und der Arbeitgeber effektiv Mietkosten sparen würde.
    • anundpfirsich 26.05.2020 19:40
      Highlight Highlight @coffeetime

      Mein Arbeitgeber braucht eher rin grösseres Büro mit dem 2m Abstand.
  • Toni.Stark 26.05.2020 16:02
    Highlight Highlight Entschädigung für den Arbeitnehmer? Wo sind wir angelagt? Ich bin froh, dass ich im Home Office arbeiten darf. Ich späre meinen GA und viel Geld für Kaffee, den ich nun zu Hause machen kann. Die Corona-Zeit sollte eigentlich durch Solidarität geprägt sein und nicht durch Rabenkämpfe, wer was noch wie reinholen kann. So gebe ich auch vermehrt hohes Trinkgeld wenn ich etwas im Restaurant Esse.
    • p4trick 26.05.2020 17:02
      Highlight Highlight Na nicht so voreilig. Ich spare eben nicht an Kaffee, im Büro habe ich eine professionelle Cimbali Maschine gratis versteht sich also zahle ich zuhause für den Kaffee der im Büro gratis wäre :-)
    • bebby 26.05.2020 19:18
      Highlight Highlight Eigentlich sollte der Gratiskaffee als Einkommen versteuert werden :-)
  • mrgoku 26.05.2020 16:01
    Highlight Highlight 150.- entschädigung pro Monat möglich weil man den Drucker zuhause benutzt... echt jetzt?

    Bünzliger gehts ja nicht.. haha
    • dan2016 26.05.2020 17:05
      Highlight Highlight in Frankreich gibts die Entschädigung auch. Bürokratischer Zusatzaufwand und Leerlauf, wir haben immer über die Franzosen gelacht, weil die immer Diskussionen bezüglich Homeoffice mit ihren Vorgesetzten hatten.....
      Nun auch wir. Aber noch gewisse Tips, wie man es den Arbeitgebern noch schwerer machen kann. Elektriker muss zuhause prüfen, ob der Anschluss für Bürogrebrauch geeignet ist - natürlich bezahlt der Arbeitgeber. Brandschutzvorschriften müssen an Bürogebäude angepasst werden. Getrennte Toiletten für Männer und Frauen. Seifenspender.....
    • MasterPain 26.05.2020 19:38
      Highlight Highlight Bei den ganzen Internet- und Mailausdruckern hierzulande :D
  • Donald 26.05.2020 16:01
    Highlight Highlight Home Office steht jedem Unternehmen frei. Ich glaube kaum, dass man jetzt Unternehmen noch zur Kasse bitten sollte, die so die Eindämmung des Virus unterstützt haben.
    • Scaros_2 26.05.2020 18:54
      Highlight Highlight Die Situation des BG-Urteil und die übliche HO Situation sind nicht zu vergleichen. In den meisten Fällen hast du als AN einen "festen" Arbeitsplatz im Büro. Zwar gibt es immer mehr Open Desk aber du kannst irgendwo sicher arbeiten. HIer Entschädigung zu verlangen ist eher No-GO. Aber bei dem BG-Urteil ging es darum das der AN KEINEN Arbeitsplatz hatte. Er konnte NICHT in die Firma und musste selbst schauen "wo" er Arbeitet. Diese Situation kommt in meinen Augen sicher selten vor, vielleicht 1/100 und hier sollte der AG schon unterstützen weil du teils ja private Mittel dann aufbringst.
  • Pollo Loco 26.05.2020 16:00
    Highlight Highlight Das der Arbeitsgeber fürs Homeoffice zahlen muss finde ich kontraproduktiv.
    Es gibt viele Büros, die Homeoffice noch nicht standartmässig anbieten aber es hätte für beide Seiten viele Vorteile. Klar der Arbeitsgeber spart Mietfläche etc. Ich als Arbeitsnehmer habe aber auch an Essen, Zeit und Reisekosten gespart. Dies sollte in Zeiten wie Corona und sonst eher gefördert werden.
  • I_am_Bruno 26.05.2020 15:59
    Highlight Highlight Hmm. Die Arbeitgeber zusätzlich finziell belasten in dieser Situation. Schlechte Idee.
    Ich finde, es dürfen keine Bürokosten (IT Equipment, Drucker,...) an den Arbeitnehmern hängen bleiben, aber eine Mietentschädigung darf es nicht geben. Die Arbeitnehmer konnten auch viel Geld sparen, da keine Reise ins Büro, kein Auswärts-Essen,... nötig waren.
    Hier ist Solidarität gefragt, durch diese Covid Geschichte kommen wir nur gemeinsam.
    • Maragia 26.05.2020 17:05
      Highlight Highlight @I_am_Bruno: Wenn ich 5 Minuten Fussweg vom Büro weg wohne, habe ich sowieso keine Reise- und Auswärtsessen-Kosten. Es macht also durchaus Sinn, dass der Arbeitgebern dem Arbeitnehmer fürs Büro anteilig etwas bezahlt
    • Scaros_2 26.05.2020 18:51
      Highlight Highlight Naja - Der Fall hier ist ja auch sehr speziell. Hier haben wir den Fall das der AN keinen Arbeitsplatz beim AG hatte. Er musste also selbst schauen wo er sie "einmieten" kann. Er musste also ein Zimmer zuhause für die Arbeit zweckentfremden. KA ob er auch noch Vertrauliche Papier etc. hatte aber er hat ja auch eine gewisse Führsorgepflicht etc. Und wer weis. Vielleicht musste er gar ein Zimmer zweckentfremden und dem eigentlichen Sinn weichen. Und wenn es während der gesamten Arbeitszeit so war finde ich es schon richtig zu entschädigen. Dies hat aber nichts mit der COVID19 Situation zu tun.

Interview

«Die Schweizer Beteiligung am Kolonialismus war sehr viel stärker, als viele annehmen»

Die Schweiz war keine Kolonialmacht, dennoch haben auch wir eine Kolonialgeschichte. Nur kennt sie fast niemand. Im Interview erklärt die Kulturwissenschaftlerin Patricia Purtschert, warum in der Schweiz eine «koloniale Amnesie» herrscht und wie sich die Verwicklung im Kolonialismus auf den Rassismus auswirkt.

Frau Purtschert, erstaunt es Sie, dass gerade jetzt nach der Schweizer Kolonialgeschichte gefragt wird?Patricia Purtschert: Nein, ich denke das ist die Frage, die jetzt gestellt werden muss. Sie ist wichtig, um einzuordnen, was gerade passiert. Denn Black Lives Matter, das Thematisieren von Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen, hat sehr viel mit der Kolonialgeschichte zu tun, auch mit derjenigen der Schweiz. Obwohl die «koloniale Schweiz» lange ein undenkbarer Begriff war, weil die Schweiz …

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