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Anne-Sophie Morand

Will für die FDP in den Nationalrat: Anne-Sophie Morand. Bild: zvg

Interview

«Die Pride ist für alle da» – FDP-Politikerin verteidigt Auftritt von Luca Hänni an Pride

Die Luzerner FDP-Politikerin Anne-Sophie Morand ist im Vorstand der Pride für die Politik zuständig. Sie verteidigt den Auftritt von Luca Hänni gegen Kritik.

Pascal Ritter / ch media



Es wirkt, als wären Homosexuelle in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wie sieht es rechtlich aus?
Anne-Sophie Morand: Gesellschaftlich akzeptiert sind wir mehr und mehr, aber wir sind noch nicht am Ziel. Zum Beispiel haben Transgender- Personen eine überproportional hohe Arbeitslosenquote und homosexuelle Menschen werden auch heute noch auf der Strasse angegriffen. Rechtlich geht es voran, es gibt aber noch viel zu tun. Zur parlamentarischen Initiative für die Ehe für alle läuft im Moment die Vernehmlassung. So lange die Ehe nur Heterosexuellen vorbehalten ist, erleben jene, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, eine Diskriminierung gegenüber Heterosexuellen, die in einer Ehe leben. Eine Witwenrente ist zum Beispiel ausgeschlossen nach dem Tod der Partnerin, zudem haben lesbische Frauen keinen Zugang zur Fortpflanzungsmedizin.

Die Pride wird immer grösser, dieses Jahr findet sie auf dem Sechseläuten- und am Bürkliplatz statt.
Hauptgrund für den Sechseläuten-Platz ist das Jubiläum. Ob wir den Sechseläuten-Platz auch in Zukunft haben werden, ist offen. Es kommen jedenfalls immer mehr Leute. Auch Heterosexuelle. Mein ganzer Freundeskreis, alles Heteros, ist jeweils dabei. Es kommen alle zusammen, zum Beispiel Schwule, die schon vor 50 Jahren für Gleichberechtigung gekämpft haben, Drag Queens, Tennies, queere Familien, Botschafter, Politikerinnen und Politiker, Touristen. Oder man sieht einfach stolze Eltern einer lesbischen Tochter.

epa07577055 Contestant Luca Haenni of Switzerland performs during the Second Semi-Final of the 64th annual Eurovision Song Contest (ESC) at the Expo Tel Aviv, in Tel Aviv, Israel, 16 May 2019. The Grand Final is held on 18 May.  EPA/ABIR SULTAN

Tritt an der Pride auf: Luca Hänni. Bild: EPA/EPA

Pride-Besucher fragen sich, warum Luca Hänni und seine wohl vor allem heterosexuellen Groupies an die Pride kommen.
Die Pride ist für alle da. Und was Luca Hänni betrifft: Es kommen auch viele Männer, die ihn heiss finden. Mir gefällt er übrigens auch. Jeder ist willkommen an der Pride. Wenn wir als Homosexuelle oder Transgender akzeptiert werden wollen, müssen auch wir andere Menschen an unseren Festen willkommen heissen.

Die Pride ist in den letzten Jahren auch zu einer Firmen-Parade geworden. Wie finden Sie das?
Teilnehmende Firmen engagieren sich für Diversity, darauf legen wir grossen Wert im Pride-Komitee. Das Engagement einer Firma bei der Pride ist jeweils den LGBTIQ-Mitarbeitenden zu verdanken. Diese haben oft einen steinigen Weg zurückgelegt, bis eine Firma sich öffentlich zum Regenbogen bekennt. Natürlich ist die Sponsoring-thematik umstritten. In meinen Augen ist es eine Win-win-Lösung. Wir brauchen Geld für die Veranstaltung und LGBTIQ-Projekte und die Unternehmen stehen nach aussen für Vielfalt ein. Darauf kann man sie ja dann auch behaften. Dass unsere Community auch als potenzielle Kundin gesehen wird und es beispielsweise eine Pride-Kollektion bei Esprit zu kaufen gibt oder einen Pride-Kaffee bei Starbucks, finde ich persönlich toll.

Wie steht es um die Anliegen der Homosexuellen in bürgerlichen Parteien wie der FDP?
Die ältere Generation hat sich sehr stark gewandelt. Wenn wir die Parteien vergleichen, hat sich die FDP in den vergangenen Jahren am meisten bewegt. Die FDP ist liberal und das bedeutet eben nicht nur wirtschaftsliberal, sondern auch gesellschaftsliberal. Für die Zukunft bin ich zudem optimistisch. Denn die Jungfreisinnigen bekennen sich in ihrem Positionspapier klar zur Ehe für alle. (bzbasel.ch)

ESC 2019 – Hänni gut, Holland besser

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    Alle Leser-Kommentare
  • B-Arche 13.06.2019 12:58
    Highlight Highlight Das mit der Ehe für alle wird aber nichts weil die CVP ihre Initiative erneut lanciert (da sie wiederholt werden muss) und damit die Ehe ausschliesslich zwischen Mann und Frau definiert sein wird. Da reichen keine Vernehmlassungen mehr da braucht es dann zuerst eine erneute Verfassungsänderung.
    Und leider geht die Initiative dieses Mal durch, das Geld in der Tasche ist halt doch wichtiger plus der Groll auf das alte falsche Abstimmungsbüchlein.
    • Shikoba 13.06.2019 23:23
      Highlight Highlight Das denke ich nicht. Oder sagen wir so: die Hoffnung stirbt zu letzt.
  • My Senf 13.06.2019 12:48
    Highlight Highlight Und wo ist die Mitte hin?
  • Dong 13.06.2019 10:49
    Highlight Highlight ... oder wird einfach alles, was einmal etwas bedeutet hat, vom Mainstream aufgefressen und kommerzialisiert? Sowas wie ein Ramones-TShirt von H&M?
    Gleichzeitig ist das Good News für die Gay-Community, weil man in der Mitte angekommen ist.
  • Chris Olive 13.06.2019 08:52
    Highlight Highlight Unter dem Regenbogen hat es Platz für uns alle. :)
  • Pafeld 13.06.2019 08:50
    Highlight Highlight Die Jungfreisinnigen bekennen sich auch zur Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht als wichtigen, liberalen Schritt. Zumindest in signifikanter Menge. Das die FDP als ganzes auch eine gesellschaftsliberale Haltung vertritt, halte ich für ein Gerücht (und an dieser Stelle für unangebrachte, versteckte Parteienwerbung). Da ist selbst die aus der SVP entstandene BDP gesellschaftsliberaler. Gerade in ländlichen Gebieten (wie jene der Chefin Petra Gössi) unterscheiden sich FDPler und SVPler fast ausschliesslich in ihrer Gehaltsklasse uns nicht in der Progessivität ihrer gesellschaftlichen Werte.
  • Beasty 13.06.2019 08:47
    Highlight Highlight Die Aussage zur FDP ist skandalös und es ist fragwürdig, dass hier nicht widersprochen wird. Die FDP ist massgeblich dafür verantwortlich, dass wir eben keine Ehe für alle, mein Diskriminierungsschutz oder kein Zugang zum Adoptionsrecht haben, weil sie das bisher zusammen mit der SVP in den letzten Jahren im Parlament verhindert haben. Morand betreibt hier auf Kosten der LGBT Wahlwerbung, die gelogen ist.
    • Selbst-Verantwortin 13.06.2019 11:19
      Highlight Highlight Toleranz ist auch, die Wandlung und Kernkurve anderer zu schätzen. Wenn ich das Interview lese, stammt dein Kommentar wohl aus der Vergangenheit und ein Beispiel für Vorurteile.
    • Stambuoch 13.06.2019 12:03
      Highlight Highlight Anscheinend wird nicht akzeptiert, dass sich auch eine FDP ändern kann.
      Dass die SP selbst auch erst solch eine Entwicklung durchmachen musste und früher gesellschaftlich eherkonservativ gewesen ist, spielt dann keine Rolle. Die Grünen waren die Einzigen, "die schon immer" für diese Gemeinschaft einstanden. Aber so wie nun v.a. Linke Teilnahmeverbote aussprechen wollen, ist das eher Reaktionär und Konservativ. Nur nicht liberal und offen.
      Bei gewissen Leuten und ihrem pathologischen FDP-Komplex könnte man meinen, die FDP vergifte Brunnen und fresse Kinder.
    • Selbst-Verantwortin 13.06.2019 12:50
      Highlight Highlight Kernkurve 😂
      Sorry. Gemeint war Lernkurve. Versehentliche Wortschöpfung...
  • StephanH 13.06.2019 08:27
    Highlight Highlight Luca Hänni darf also auftreten weil man(n) ihn heiss findet und nicht weil er gute Musik macht? Die Repräsentantin sollte wohl etwas besser ihre Interviews vorbereiten....
    • Selbst-Verantwortin 13.06.2019 11:24
      Highlight Highlight Ist es jetzt schon verboten oder anrüchig, jemand sympathisch oder heiss zu finden? Oder jemanden genau deswegen einzuladen?
      Hallo 50er Jahre, Goodbye Toleranz...
    • StephanH 13.06.2019 12:06
      Highlight Highlight Zur deiner ersten Frage: Nein - habe ich auch nicht behauptet.
      Zur deiner Zweiten: Ich finde die Reduktion auf das Äussere sehr stossend. Insbesondere bei einem Fest für Gleichstellung und gegen Diskriminierung.

      Betrachtet man übrigens die "heissen" Frauen in der Werbung sind wir mit deinem Post immerhin schon in den 90er Jahren.

      PS: Wahrscheinlich wird sie die Aussage scherzhaft gemacht haben. In einem niedergeschriebenen Interview kommt dies jedoch nicht so gut rüber...
    • Dan Ka 13.06.2019 12:34
      Highlight Highlight @Stringenz: stellen Sie sich vor, ein alter weisser Mann hätte diese Aussage über, sagen wir Mal, Beyonce gemacht. Na, immer noch so easy?

      Auch wenn ich ihrer Meinung bin, aktuell ist die politische Grosswetterlage doch sehr sensibel. Sprich die LGBT-FDP-Werbedame trifft‘s halt schon nicht besonders.
    Weitere Antworten anzeigen
  • imposselbee 13.06.2019 08:12
    Highlight Highlight Spannend wie sich alles so entwickelt, bin gespannt was als nächstes kommt. Ob ich mich bald als Ausserirdischer outen darf, natürlich seelentechnisch, ich möchte dann bitte Pauschalbesteuerung.
    • imposselbee 13.06.2019 10:38
      Highlight Highlight Ach, Ausserirdische haben unter dem Regenbogen kein Platz? Wie kleinkariert.

      * Double-Flash-Mode activated *
    • Shikoba 13.06.2019 23:28
      Highlight Highlight Es kommt do rüber, als würdest du dich über die LGBTQ+ Community lustig machen und das kommt halt bei vielen nicht so gut an ;-)
  • Guardragon!? Tsuchinoko? 13.06.2019 07:50
    Highlight Highlight Da ist man wenigstens noch willkommen, nicht so wie beim Frauenstreik am 14. 👍
    • Dodiyak 13.06.2019 10:02
      Highlight Highlight Wieso fühlst du dich beim Frauenstreik nicht willkommen?

      Ich kann und werde mich als Mann einbringen und zum Beispiel Kinder hüten. Meine Solidarität stiess bis anhin nur auf Wohlwollen.
    • Alnothur 13.06.2019 10:54
      Highlight Highlight " Wieso fühlst du dich beim Frauenstreik nicht willkommen?" Weil Männer dort explizit nicht erwünscht sind.

      Oh, ausser natürlich zum Stände-aufbauen und so. Dort dürfen sie dann wieder. Weil Männer sind ja handwerklich besser und so, nicht wahr?
    • Schlumpfinchen #notmeus 13.06.2019 13:41
      Highlight Highlight @Alnothur gehst du auch an den Streik der Bauarbeiter für einen besseren GAV als KV-Angestellter? Eher nicht. Es geht hier nicht ums ausschliessen, sondern darum, dass an Streiks nun mal selten andere Gruppen als die betroffenen teilnehmen. Anders sieht es bei der Pride oder 1. Mai aus, da ist jeder willkommen, da es meist um Anliegen für alle geht.
      Manche Vergleiche hinken einfach.
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