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Unfertige 1000er-Noten in der Orell-Füssli-Druckerei gestohlen: Bundesanwaltschaft klagt Geldfälscher an



Es war der wohl spektakulärste Fall von Schweizer Falschgeld in der letzten Zeit: 2012 wurden in der Druckerei Orell Füssli 1800 unfertige 1000-Franken-Scheine gestohlen. Die Seriennummern fehlten, und sie wiesen keine Lochzahlen auf. Im Herbst desselben Jahres verhaftete die britische Polizei in einer Wechselstube in London zwei Männer, die 37 Tausendernoten in britische Pfund tauschen wollten. Am Tag darauf wurden die Schweizer Behörden informiert, die beiden Männer angeklagt.

Der Fall stürzte die Druckerei in eine Krise. Dass ausgerechnet eine «Sicherheitsdruckerei» mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen hatte, handelte der Orell Füssli einen enormen Reputationsschaden ein. Jetzt wird bekannt: Der gross angelegte Diebstahl der 1000er-Noten war nicht der einzige Fall von Geldfälschung. Diese Woche veröffentlichte die Bundesanwaltschaft die Anklageschrift gegen den 44-jährigen Deutschen M. B.*. Der ehemalige Hilfsarbeiter der Orell-Füssli-Druckerei soll, ebenfalls im Jahr 2012, drei fast fertig gedruckte Notenbogen mit je 28 1000er-Noten geklaut haben. 

Fälschungen noch immer im Umlauf

Die Blüten habe er zuerst ein paar Wochen bei sich Zuhause in Winterthur versteckt, heisst es in der Anklageschrift. Dann soll er die Banknoten mit einem Cutter aus dem Bogen geschnitten, mit einem Laserdrucker Fantasie-Lochzahlen aufgedruckt und mit einer Nadel die Perforation gefälscht haben. Das alles mit Hilfe eines mittlerweile verstorbenen ehemaligen Arbeitskollegen bei der Orell-Füssli-Druckerei. 

Mit diesem Falschgeld im Wert von 84'000 Franken habe B. dann, gemäss Anklageschrift, die Kosten seines täglichen Lebens bezahlt – indem er bei «gutgläubigen Adressaten», namentlich bei Lidl, Aldi und der Post, die Banknoten in Umlauf gesetzt habe.

Im Dezember 2013 wurde B. festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt. Er ist des Diebstahls, der Geldfälschung und des in Umlaufsetzen falschen Geldes angeklagt. Noch immer ist ein Teil des Falschgeldes im Umlauf. 43 der rund 60 Blüten sind bis zum jetzigen Zeitpunkt aufgetaucht – die letzte vor erst drei Monaten bei einer UBS-Filiale in Zürich. (dwi)

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