Schweiz
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Zaeune umranden den Justizvollzug der JVA Poeschwies, aufgenommen am Donnerstag, 13. Juli 2017 in Regensdorf. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Zäune umranden das Gefängnis Pöschwies in Regensdorf. Bild: KEYSTONE

In Schweizer Gefängnissen soll Sterbehilfe bald erlaubt sein – das hat gute Gründe

Die Insassen in Schweizer Gefängnissen werden immer älter – und damit auch kränker. In den Kantonen ist man sich einig: Auch Gefangene sollen Sterbehilfe in Anspruch nehmen dürfen.



Dürfen Inhaftierte mit Sterbehilfe aus dem Leben scheiden? Eine schwierige Frage, mit der sich die Schweizer Strafvollzugsbehörden seit Herbst 2018 beschäftigen. Damals wurde der Fall eines 69-jährigen verwahrten Sexualstraftäters öffentlich, der sich bei der Sterbehilfeorganisation Exit angemeldet hatte. Für ihn habe das Leben keinen Sinn mehr. Er wolle wegen den «permanent unerträglicher werdenden Lebensbedingungen» sterben, erklärte er.

Zu diesem kontrovers diskutierten Thema liegt jetzt von Seiten der Kantone erstmals eine Antwort vor. Auf Anfrage von watson sagt Alain Hofer, Stellvertretender Generalsekretär der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD): «Es besteht Einigkeit darin, dass Sterbehilfe auch für Personen im Justizvollzug möglich sein sollte.» Unterschiedliche Haltungen würden aber in der Frage bestehen, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Auch bezüglich der Zuständigkeiten, dem Sterbeort und dem Ablauf gebe es noch verschiedene offene Fragen.

Immer mehr Alte im Gefängnis

Der Sexualstraftäter, der in der Strafanstalt Bostadel im Kanton Zug einsitzt, ist bisher der einzige bekannte Fall eines Gefangenen, der sich einen assistierten Suizid wünscht. Doch solche Fälle werden sich in Zukunft mehren. Zu diesem Schluss kommen verschiedene Studien und Untersuchungen. Denn: In den Schweizer Strafvollzugsanstalten leben immer mehr ältere Gefangene. Einerseits weil die Bevölkerung allgemein und damit auch die Straftäter immer älter werden. Andererseits weil die Strafen tendenziell immer länger und die Verwahrungspraxis härter wird.

Die Anstalten müssen sich also darauf vorbereiten, wie sie mit Gefangenen umgehen sollen, die in Haft sterben. Damit verbunden müssen sie auch eine einheitliche Regelung im Umgang mit Gefangenen finden, die Sterbehilfe in Anspruch nehmen wollen. Hierbei stellen sich besonders heikle Fragen. Etwa, ob sich die Gefangenen mit einem assistierten Suizid nicht einfach ihrer Strafe entziehen.

Im Herbst wird eine Empfehlung verabschiedet

Im Auftrag des Schweizerischen Kompetenzzentrum für den Justizvollzug (SKJV), das die Kantone bei der Planung und Entwicklung des Justizvollzugs unterstützt, nahmen sich Fachpersonen in einem Grundlagenpapier den wichtigsten dieser Fragen an. Darin hielten sie unter anderem fest, dass für Inhaftierte in Bezug auf Sterbehilfe grundsätzlich dieselben Massstäbe gelten, wie bei Personen in Freiheit.

Das Papier wurde im Herbst vergangenen Jahres zur Vernehmlassung in die drei Strafvollzugskonkordate geschickt.
Diese ist inzwischen abgeschlossen. In einem nächsten Schritt wird nun das SKJV damit beauftragt, eine Synthese aus den Vernehmlassungsergebnissen zu erstellen. Daraus soll eine Empfehlung an die Kantone erarbeitet werden. Im Herbst will die Delegiertenversammlung der KKJPD eine überarbeitete Empfehlung verabschieden.

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Ein Tag im Gefängnis

Wenn Menschen mit Sterbefasten ihr Leiden verkürzen wollen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 04.02.2020 20:41
    Highlight Highlight Der Freitod muss endlich ein Menschenrecht werden, das man weder stigmatisiert, noch kriminalisiert. Niemand hatte die Wahl, geboren zu werden. Jeder Mensch wird zum Leben genötigt. Wenn das Leben, aus welchem Grund auch immer, sinnlos oder unerträglich ist, muss man das Recht haben, dieses unkompliziert und so angenehm wie möglich beenden zu können.

    Alle, die eine andere Meinung haben, können mich mal.
  • Phrosch 04.02.2020 19:20
    Highlight Highlight Soweit ich weiss, gibt es für assistierten Suizid Kriterien wie eine schwere unheilbare Krankheit. Da kann es wohl nicht reichen, wenn einem das Leben nicht mehr sinnvoll scheint. Da wären dann schon vernünftige Kriterien vorhanden, die auch bei Gefangenen gut angewendet werden könnten.
  • jaähä 04.02.2020 19:10
    Highlight Highlight Ich verurteile kein Individuum, da Niemand entscheiden kann wer und wie er ist. Den freien Willen sehe ich insofern als eingeschränkt, als dass dieser Wille durch den Charakter, auf welchen das Individuum selbee wenig Einfluss hat, diktiert wird. Soziale Umstände formen einen Verbrecher, nicht er selber. Somit fällt eine Bestrafung als Grund für eine Haft für mich weg, Schutz der Bevölkerung und Resozialisierung sind deren Zweck. Eine solche Sterbehilfe halte ich für sehr sinnvoll, da sie Häftling, Personal und Steuerzahler entlasten kann.
    • Shlomo 04.02.2020 23:45
      Highlight Highlight Deine Argumentation ist ethisch sehr bedenklich.
  • DrDeath 04.02.2020 18:53
    Highlight Highlight Warnung! Der folgende Beitrag enthält schwarzen Humor und Zynismus. Bitte fordern Sie zartbesaitete Menschen und humorlose Zwiderwurzen auf, den Raum zu verlassen.

    S

    P

    O

    I

    L

    E

    R

    Als man den Scharfrichter fragte, ob er glaube dass seine Arbeit Menschen vom begehen von Verbrechen abschrecke, sagte der Gute: "Ich weiss es nicht, aber ich habe auf meinem Schafott noch nie jemanden zweimal gesehen"

    --Frei nach Terry Pratchett
    • Garp 04.02.2020 19:02
      Highlight Highlight Wenn ich Deinen Beitrag nun doof finde, bin ich eine Zwiderwurzen. Hilfreich für einen lösungsorientierten Vorschlag ist er auf jedenfalls nicht. Erinnert mich mehr an Selbstinszenierung, was tolles gesagt zu haben, Zynismus kommt auf Watson ja immer gut. 😏
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 04.02.2020 20:02
      Highlight Highlight @Dr. Death
      Ja ich erinnere mich an die entsprechende Stelle.😂
      Ich weiß aus dem Stegreif gerade einfach nicht aus welchem Buch es ist.

      @Garp
      Ne, bist du sicher nicht. Terry Pratchett hatte nun mal einen speziellen Humor. Ich finds einfach deswegen lustig, weil ich seinen Humor im allgemeinen mag. Bezogen auf die Situation im Buch ist das Zitat eigentlich ziemlich lustig, weil seine Figuren die banalsten Dinge auf ungewöhnliche Weise interpretieren, was dann zu teilweise sehr abstrusen Diskussionen führt.
      Mir will leider gerade nicht mehr einfallen, welches Buch es ist.
    • DrDeath 04.02.2020 20:08
      Highlight Highlight Garp, es muss nicht immer jeder Beitrag ein "Lösungsorientierter Vorschlag" sein. Lösen werden wir hier das Problem sowieso nicht, ist auch nicht unsere Verantwortung - gottseidank möchte ich sagen!

      Wenn mein zynischer, vieleicht sogar geschmackloser Beitrag den einen oder anderen dazu bringt, mal über das geschriebene nachzudenken, dann reicht mir das als Erfolg.

      Manch ein Performancekünstler ist mit der Selbstinzenierung berühmt geworden, beispielsweise durch Essen einer Banane.

      Und Respekt dafür, dass du den A*** in der Hose hast, mir das ins Gesicht zu sagen. Ich mag dich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Shlomo 04.02.2020 18:28
    Highlight Highlight Zu einer Haftstrafe gehört die Resozialisierung genauso wie die Strafe, also die Sühne der Strafe.
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 04.02.2020 20:52
      Highlight Highlight Wir leben und strafen nicht nach us-prinzip: auge um auge... verbrecher bleiben zu unser aller schutz verwahrt/eingesperrt und nicht damit wir rache ausüben.
      Rache vergiftet und verleitet zu unüberlegten handlungen.
    • DrDeath 04.02.2020 22:57
      Highlight Highlight Shlomo, die Art Verbrechen, die zu einer lebenslangen Haftstrafe mit anschliessender Verwahrung führt, kann keine Haftstrafe der Welt abgelten.

      Ich bin sowieso der Meinung, dass Strafe ein Konzept ist, was aus dem Justizvollzug lieber heute als morgen ganz verschwinden sollte. Es stammt aus den schwarzen alten Tagen der Blutrache und ist unserer heutigen Ethik nicht würdig.

      Ersetzen würde ich es durch Wiedergutmachungen und Konsequenzen. In der Praxis würde sich wahrscheinlich gar nicht so viel ändern müssen, aber im Umgang damit, und in den Köpfen der Menschen, insbesondere der Juristen.

    • Shlomo 04.02.2020 23:44
      Highlight Highlight @ häx: die Strafe die der Täter im Gefängnis absitzt ist sehr wohl auch eine Strafe für ihn und nicht nur zu unserem Schutz.
      Sonst müssten ja Personen die ein Wirtschafts- oder Vermögensdelikt nicht ins Gefängnis.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 04.02.2020 16:26
    Highlight Highlight Hier tauchen natürlich wieder Leute auf, die den Artikel bzw. die Kommentarspalte gleich wieder nutzen um für die Todesstrafe zu plädieren. Die haben nicht verstanden worum es geht oder wollen nicht verstehen.

    Es geht nur um das Recht des assistierten Suizids, nach gleichem Recht, wie es Menschen in Freiheit zusteht.

    Ich finde es peinlich wie manche nicht fähig sind, sachlich und beim Thema zu bleiben, sondern alles instrumentalisieren, um ihren niederen Emotionen Rechnung zu tragen.

  • Michel Kurtz 04.02.2020 14:56
    Highlight Highlight Na, wie praktisch! Sterbehilfe würde dann natürlich auch Kosten sparen für den Staat. Werden die Strafanstalten künftig den Sträflingen gleich beim Eintritt einen Exit-Flyer in die Hand drücken? Natürlich dürfen dann wahrscheinlich erst "exiten", wenn sie 2/3 der Strafe verbüsst haben, als modifizierten, bedingten Vollzug quasi ... Nuts!
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 04.02.2020 16:11
      Highlight Highlight Super. Ein weiterer Wutbürger der sich am Rachegedanken aufgeilt. 🤦‍♂️
  • Sam Regarde 04.02.2020 14:50
    Highlight Highlight Für mich ist das Recht auf ein würdiges selbstgewähltes Sterben ein Grundrecht, das man wahrnehmen kann oder nicht.
    • Shlomo 04.02.2020 23:47
      Highlight Highlight Die Grundrechte sind aber explizit für Gefangene eingeschränkt.
  • Team Insomnia 04.02.2020 13:49
    Highlight Highlight <<„Jede erhängt sich wie er wot, will jede dezue staht was er macht“>>

    (Autor Unbekannt)
  • Phippu Skriminelli 04.02.2020 13:33
    Highlight Highlight Das kann man auch anders lösen, indem man die Todesstrafe einführt. So wird sich das Problem von selber lösen.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 04.02.2020 14:32
      Highlight Highlight Schwachsinn.
      Einfach nur totaler Schwachsinn.
    • Bits_and_More 04.02.2020 14:36
      Highlight Highlight Gratulation, Du hast die Bedeutung des FREItodes nicht begriffen.
    • ChlyklassSFI 04.02.2020 14:40
      Highlight Highlight Die Todesstrafe ist rückständig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Follower 04.02.2020 13:27
    Highlight Highlight «D’Kunst vor Politik isch dass me seit, was me nid wett und was me wett de nume so, dass dä wo lost dr Iidruck het; ja haargenau eso so sigs, ja my ghört dass dä‘s versteit, obwohl dr Redner ds Gägeteil vom Gägeteil het gmeint.»
  • Burdleferin 04.02.2020 13:12
    Highlight Highlight Warum auch nicht. Sind Menschen.
  • freeLCT 04.02.2020 12:36
    Highlight Highlight Der Freitod sollte für sich selbst in jeder Lebenssituation wählbar sein und nicht durch den Staat abgesegnet werden.
    • Garp 04.02.2020 17:03
      Highlight Highlight Dann müsste man jeden Suizid Gefährderten sich selber überlassen, ihn auch nicht retten, wenn er frühzeitig gefunden wird. Mancher war aber im Nachinein schon froh, wenn der Staat eingegriffen hat.

      Es ist halt nicht so einfach, wie Du das sagst freeLCT.
    • freeLCT 04.02.2020 18:22
      Highlight Highlight @Garp:

      Klar, würde ich in Kauf nehmen müssen. Ich gebe dir definitiv Recht, dass es nicht einfach ist, wen man eine gesellschaftliche Lösung dafür finden will.

      Ohne Staat wären eventuelle Suizidgefährdete auf das Wohlwollen deren Familie, Freunde oder dem aktuellen Umfeld angewiesen.

      Ich kann dir nicht widersprechen, noch eine "bessere Lösung" anbieten, denn in der radikal-libertären Ansicht sucht man die Lösung immer im eigenen Verhalten, ohne dabei das Verhalten einer Gesellschaft richten zu wollen.

      Ich kann lediglich meine Hilfe anbieten, wenn es im Interesse des Gefährdeten ist.




    • Garp 04.02.2020 18:47
      Highlight Highlight Familie und Freunde sind aber nunmal völlig überfordert bei z.B. schweren Depressionen. Für schwere Depressionen ist man auch nicht einfach eigenverantwortlich, das ist eine Krankheit. Man ist nicht für Krankheiten eigenverantwortlich, da gibt es viele unterschiedliche Faktoren, die dazu führen.
      Man ist insofern frei sich selber zu töten, dass es keine strafbare Handlung ist, wenn es denn nicht gelingt bekommt man keine Strafe, sondern Unterstützung. Unsere Gesellschaft hat nunmal viel mit Depressionen und psychischen Erkrankungen zu tun. Wusste nicht, dass du libertär bist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • THEOne 04.02.2020 12:27
    Highlight Highlight wenn einer 10 oder 20 jahre in knast muss (mot/ohne und schon älter ist, kann man den punkt resozialisierung sowieso streichen, zumal diese auch so nur bei den wenigsten funktioniert.
    bei lebenslangen strafen fänd ich das ne gute option vor gericht: lebenslang oder freitod.
    wenn einer mit 70 nach 20 jahren wieder freikommt ist das leben ohnehin vorbei.
    • Grohenloh 04.02.2020 13:21
      Highlight Highlight Sag das mal einer 70-jährigen Person
      😂
      Es ist schon krass, wie arrogant man ist, wenn man jung ist. Ein Tip: das Leben geht sehr schnell vorbei. Man kann sich das als Junger einfach nicht vorstellen
    • Bits_and_More 04.02.2020 13:33
      Highlight Highlight Sehr makaber die Vorstellung. Kein Gericht soll einen Menschen entscheiden lassen, ob er in Haft oder Sterben möchte.

      Der Entscheid zum Suizid soll nur vom Menschen selbst getroffen werden, ohne externen Druck.

      Zudem sollen ja die gleichen Bestimmungen für den assistierten Suizid wie bei Nicht-Insassen.
    • THEOne 04.02.2020 17:00
      Highlight Highlight @grohenloh
      1. bin ich nicht jung (47)
      2. war ich selbst im knast 2,5 jahre auch mit lebenslänglichen in endstrafe. wenn man 20 jahre im knast war, kennt man nur noch das leben drin. mit 70 dann wieder von vorne anzufangen ist praktisch unmöglich, wenn überhaupt nur noch betreut.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mutbürgerin 04.02.2020 12:16
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Vanessa_2107 04.02.2020 13:41
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 04.02.2020 13:43
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    • Randalf 04.02.2020 15:13
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  • Bivio 04.02.2020 11:59
    Highlight Highlight Prinzipiell bin ich der Meinung, dass Gefangene unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls das Recht haben, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Das Dilemma stellt sich, da im Moment der Staat für Leute in seiner Obhut eine besondere Fürsoregepflicht haben. Diese Pflicht müsste man klar definieren und gesetzlich verankern. Das Problem stellt sich ja auch, bei Leuten, welche in den Hungerstreik treten. Der Staat darf sie nicht sterben lassen aber sich auch nicht erpressen lassen.
    Mein Lösungsansatz: Abschaffung der Fürsoregpflicht. Wer sich umbringen will, soll dies tun. Kostet dann weniger.
    • bokl 04.02.2020 13:29
      Highlight Highlight Zudem noch den Komfort runterfahren (Heizung aus, nur Wasser und Brot, usw.). Wer sich daran stört, kann sich ja umbringen...

      Damit wird es auf jeden Fall billiger für uns Gesetzestreuen. Win-Win-Situation quasi.
    • Bivio 04.02.2020 13:48
      Highlight Highlight Von Komfort runterfahren habe ich nichts gesagt.
      Ich habe lediglich auf das gesetzliche Dilemma hingewiesen. Man kann nicht sagen, ihr müsst die Gefangenen unbedingt am Leben halten und gleichzeitig Sterbehilfe zulassen. Entweder oder.
    • Liselote Meier 04.02.2020 14:36
      Highlight Highlight Der Kanton Zug z.B. hat diesen Widerspruch "gut" gelöst. Tritt dort jemand in den Hungerstreik wird er über die Risiken informiert und muss ein Dokument unterschreiben, dass er nicht Zwangsernährt werden will.

      Sprich nicht die Fürsoregpflicht von Staats-Seite her aufheben, sondern der Häftling kann auf eigenen Wunsch darauf verzichten.
  • Garp 04.02.2020 11:18
    Highlight Highlight Im Gefängnis sollten die gleichen Regeln für einen assistierten Suizid wie ausserhalb des Gefängnisses gelten.
    • Shlomo 04.02.2020 18:25
      Highlight Highlight Nein weil er in der Obhut des Staates ist und eine Strafe zu leisten hat.
    • Garp 04.02.2020 19:12
      Highlight Highlight Dann soll er wenn er krank ist unerträgliche Schmerzen hat, es keine Heilung mehr gibt, elendig verrecken, auch wenn er das nicht will? Hätte Dich nicht für einen Rächer gehalten, Shlomo.
    • Francis Begbie 04.02.2020 19:21
      Highlight Highlight Eine Strafe zu Leisten? Wünscht sich da jemand Arbeitslager (in deutsch-polischen Stil)?
      Die Straffe ist der Freiheitsentzug.
      Wenn man tot ist, ist man dann in Freiheit?

      Die Würde des Menschen ist unantastbar.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joe Smith 04.02.2020 10:55
    Highlight Highlight Zumindest bei diesem einen Fall in Bostadel stellt sich die Frage der Strafe nicht: Hier handelt es sich um einen Verwahrten, der seine Strafe längst verbüsst hat. Leider wurde und wird das in den Diskussionen um diesen Fall nie erwähnt.
  • DemonCore 04.02.2020 10:51
    Highlight Highlight Abgesehen von der entzogenen Freiheit sollten einem Gefangenen alle Rechte zustehen, wie jedem anderen Einwohner auch. Erstaunlich ist, dass das Recht auf Sterbehilfe für Häftlinge angezweifelt wird.

    Und grundsätzlich:

    Niemand wurde gefragt ob er sein Leben wollte, ggf. mit Krankheiten, unglücklichen Familienumständen oder psychischen Leiden. Weshalb sollte man da jemand fragen müssen, ob man es beenden darf?
  • _Qwertzuiop_ 04.02.2020 10:41
    Highlight Highlight Er ist danach tot... es ist nicht so als würde er danach noch irgendwas machen können... Es geht ja schliesslich primär um den Schutz der Bevölkerung und den Selbstschutz für den Täter, nicht darum den Täter in der Zelle wortwörtlich verrotten zu lassen... aus dieser Art Gefängnisstrafe sollten wir seit dem Mittelalter langsam mal draussen sein.
    • crashwinston 04.02.2020 14:15
      Highlight Highlight Falsch, es geht auch um Genugtuung der Opfer...
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 04.02.2020 16:17
      Highlight Highlight @David
      Verwechsle nicht Gerechtigkeit und Rache.
      Was haben die Opfer davon, wenn die Täter langsam im Knast dahinsiechen?
      Genau gar nichts.
    • Sandro Lightwood 04.02.2020 16:39
      Highlight Highlight Der Rachegedanke ist in unserem Strafrecht nur sehr gering ausgeprägt. Dies im Gegensatz zum amerikanischen Strafrecht - das ja wirklich super funktioniert...

      Siehe auch Genugtuung, kriegst du in CH finanziell nicht viel, in den USA je nach dem Millionen für genau dasselbe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Duscholux 04.02.2020 10:30
    Highlight Highlight Also +/- eine wählbare Todesstrafe für Insassen? Ich stelle mir das als absolute Folter vor wenn ich selber entscheiden muss ob ich im Knast weiterleben oder sterben soll.
    • holla the forest fairy 04.02.2020 10:54
      Highlight Highlight Die Kriterien für die Sterbehilfe sind ja klar:

      mit hoffnungsloser Prognose
      mit unerträglichen Beschwerden
      mit unzumutbarer Behinderung

      von daher wird sich diese Frage bei gesunden Insassen gar nicht stellen bzw. die Option wird nicht vorhanden sein. Somit wird dieser Konflikt mit dieser Entscheidung nicht entstehen.
    • Nkoch 04.02.2020 11:09
      Highlight Highlight Ahja. Lebenslang einsperren ist viel besser, stimmt. Hat übrigens nichts mit müssen zu tun, sondern mit dürfen.
    • Vanessa_2107 04.02.2020 11:46
      Highlight Highlight Duscholux - hä wählbare Todesstrafe? Da hast du etwas falsch gelesen. Dass auch ein Häftling die Chance hat, den Freitod zu wählen. Das wäre aber sein freier Entschluss.
    Weitere Antworten anzeigen
  • homo sapiens melior 04.02.2020 10:18
    Highlight Highlight Gahts no?
    "... ob sich die Gefangenen mit einem assistierten Suizid nicht einfach ihrer Strafe entziehen."
    Der Zweck von Strafe ist Schutz der anderen, Abschreckung und Verhaltensänderung. Allenfalls kommt noch ein Schuldausgleich dazu, wie z.B. Schadenersatzpflicht.

    Rache und Vergeltung sind Konzepte, die nur von religiösen Menschen oder emotional Inkompetenten bedient werden.

    Ist ein Knacki alt oder krank und will (!) auf eigenen Wunsch (!) sterben, dann soll er das dürfen. Abgesehen von Rache sind damit alle Straf-Anforderungen erfüllt und es sinken sogar die Kosten für die Allgemeinheit.
    • ceciestunepipe 04.02.2020 10:38
      Highlight Highlight Und wenn er jung und einfach verzweifelt ist?
      Der Punkt der Verhaltensänderung ist interessant. Wenn der Gefangene Suizid begeht, hat die Gesellschaft eine Aufgabe weniger, nämlich dem Gefangenen eine zweite Chance zu geben, ihm zu helfen, die Möglichkeit der Resozialisierung zu realisieren.
      Fragt sich also, ob so alle "einfach" davonkommen, der Gefangene UND die Gesellschaft...eine Art Kapitulation vor menschlichen Problemen
    • Macke 04.02.2020 10:59
      Highlight Highlight Sterbehilfeorganisationen haben klare Richtlinien, was das angeht: https://exit.ch/freitodbegleitung/voraussetzungen-einer-freitodbegleitung/
      Dazu gehört eine Abklärung, ob es sich um eine kurzfristige depressive Verstimmung handelt und ob die Person urteilsfähig ist. Dein Szenario, ceciestunepipe, würde sich nicht erfüllen. Natürlich braucht es ein sogenanntes "gatekeeping" beim Freitodverfahren. Aber wenn dieses gewährleistet ist, finde ich es völlig legitim, dass ein Gefangener die Möglichkeit zum Freitod hat.
    • Domimar 04.02.2020 11:09
      Highlight Highlight @melior das kann ich auch: Sich dem Argument der sinkenden Kosten in diesem Zusammenhang zu bedienen zeugt von enorm korrumpiertem kapitalistischen Gedankengut und lässt emotional tief blicken. Aber im Ernst, emotional wäre ich auch der Meinung, dass die Insassen diese Option offen halten sollten. Aber rational besteht auch die Verpflichtung, diese Personen, trotz ihrer Vergehen, vor sich selbst zu Schützen. Im inhaftierten Zustand kann der begleitete Suizid auch schlicht ein emotional manifestiertes verhalten sein. Denn wirklich sterben will eigentlich niemand, der nicht schmerzen hat.
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  • DrDeath 04.02.2020 10:16
    Highlight Highlight Entzieht sich ein sterbender seiner Strafe? Sind wir als Gesellschaft wirklich so rachsüchtig? Für Freiheitsstrafen gibt es zwei Begründungen: Resozialisation und Schutz der Allgemeinheit. Besonders wenn die Person nur noch verwahrt wird, ist letzteres durch dessen Freitod ebenso gut erreicht. Den Suizid eines jungen gesunden Menschen mit guter Prognose würde man in Freiheit ja ebenso wenig unterstützen.
    • crashwinston 04.02.2020 14:15
      Highlight Highlight Falsch, Genugtuung für die Opfer ist auch ein Zweck der Strafe. Ich finde es aber schön, dass sie in einen so blumigen Welt leben :)
    • Conker 04.02.2020 14:43
      Highlight Highlight Jep, leider. Das Konzept des Gefängnisaufenthaltes Zwecks Resozialisierung (siehe Schweden) ist bei uns kaum durchsetzbar, da wir als Gesellschaft zu grossen Teilen noch im Mittelalter stecken. Rache ist der Gedanke, welcher dahintersteckt. Dabei sollte das Ziel einer Haftstrafe nicht nur das Bestrafen, sondern auch die Ermöglichung einer Wiedereingliederung in die Gesellschaft sein. Ansonsten haben wir dereinst Zustände wie in Amerika.
    • TJ Müller 04.02.2020 15:27
      Highlight Highlight @David
      Nein, zum Glück nicht. Nur weil du etwas rückständig bist, bitte nicht auf alle anderen beziehen. Genugtuung des Opfers ist nicht Teil der Strafe.
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