Schweiz
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Mord soll in der Schweiz weiter verjähren können – findet der Ständerat



Mord soll weiterhin verjähren können. Der Ständerat hat am Dienstag eine Initiative des Kantons St. Gallen mit 20 zu 18 Stimmen abgelehnt, die forderte, dass die Verjährungsfrist für lebenslange Strafen aufgehoben werden solle.

Heute verjähren diese Straftaten nach 30 Jahren. Danach kann ein solches Verbrechen – konkret ein Mord – nicht mehr geahndet werden.

Mit der Entwicklung von DNA-Analysen stünden den Ermittlungs- und Fahndungsbehörden technische Möglichkeiten zur Verfügung, mit welchen auch lange Zeit nach der Straftat noch Beweise hervorgebracht werden könnten, wurde die Standesinitiative begründet. Täter könnten so noch überführt werden.

Die Mehrheit der Kommission stellte sich dem Ansinnen aber entgegen. Die Gesellschaft brauche die Möglichkeit, mit einem Ereignis abzuschliessen, sagte Kommissionssprecher Carlo Sommargua (SP/GE). Das sei nicht möglich, wenn eine Straftat nicht verjähre.

Vorlage geht in den Nationalrat

Eine Minderheit sah dies anders. «Die Zeit heilt alle Wunden», sagte Daniel Jositsch (SP/ZH), die Menschen würden zu Vergebung neigen. Bei Mord sei dies aber gerade nicht der Fall.

Hannes Germann (SVP/SH) fügte hinzu, dass jemand auch lebenslänglich leide, wenn ihm ein Kind genommen werde. Mit den neuen technischen und forensischen Möglichkeiten solle es möglich sein, dass Glückstreffer weiterverfolgt werden könnten. Aufgrund der heute geltenden Verjährungsfrist sei dies nicht möglich.

Die Mehrheit will diese Verjährungsfrist jedoch nicht aufheben und lehnte die Standesinitiative ab. Der Nationalrat muss nun noch darüber befinden. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Yogi Bär 11.03.2020 12:00
    Highlight Highlight Absolut schwach!
  • Snooks 11.03.2020 10:21
    Highlight Highlight Googelt doch einfach bevor ihr irgendetwas behauptet. Es gibt etliche Mordfälle die nach über 30 Jahren im Ausland noch aufgeklärt wurden.
    Hier ein Beispiel:
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mordfall_Carmen_Kampa
  • Name_nicht_relevant 11.03.2020 06:20
    Highlight Highlight schon tragisch das Menschen die nicht betroffen sind solche Entscheide treffen. Mich würde wirklich wunder nehmen ob Sie so entscheiden würden wenn es Sie betreffen würde. Klar gönne ich es niemandem, aber wenn jemand ermordet wird, ist es nur fair den Angehörigen zu liebe den Mord aufzuklähren alles andere ist einfach nicht in Ordnung. Irgendwie Typisch Schweiz, hauptsache weniger Arbeit, obwohl man viele Fälle mit heutigen Ermittlungsrecoursen eher aufklähren könnte vorallem nach 30 Jahren zbsp.
  • Madeso 10.03.2020 23:06
    Highlight Highlight Also könnte man nach 30 Jahren noch seriös rekonstruieren, was genau geschehen ist. Verjährung nach derart langer Zeit ist das einzige einem Rechtsstaat würdige Vorgehen.
    • Hayek1902 11.03.2020 08:41
      Highlight Highlight Ja, manchmal kann man das. Selten, aber es kommt vor.
  • Gar Manarnar 10.03.2020 21:39
    Highlight Highlight Offensichtlich unbeliebte Ansicht, aber das Argument mit DNA etc. ist Unsinn. Das mag allenfalls für Fälle zutreffen, als es DNA-Analyse etc noch nicht gegeben hat, fair enough, aber heute... Wenn die Staatsanwaltschaft mit den modernen Mitteln innerhalb 30 (!) Jahren keinen Täter findet, welchem die Tat ohne wesentliche Zweifel nachgewiesen werden kann (es gilt in dubio pro reo!), dann findet sie ihn nie...
  • caro90 10.03.2020 21:22
    Highlight Highlight Ein weiterer Grund warum ich nicht mehr bei der Justiz arbeite...

    Das geht doch einfach nicht! Wir sprechen nicht von Totschlag oder fahrlässiger Tötung, wir sprechen von MORD!

    Mord darf nicht verjähren. Nicht heute und nicht in tausend Jahren. Ein Mensch, der fehlt, ist keine Wunde, die verheilt. Er hinterlässt eine immerwährende Lücke. Und jemanden seines Lebens zu berauben sollte zumindest ein derartiges Tabu sein, dass man bis an sein Lebensende dafür verfolgt wird.
  • Caturix 10.03.2020 21:09
    Highlight Highlight Nach einer bestimmten Zeit sollte jede Tat verjähren. Je weniger schlimm die Tat ist desto kürzer sollte die Verjährungszeit sein. Bei Mord bringt es ja auch nichts wenn man einen Fall nach X Jahren wieder aufrollt und dann wieder nichts erreicht ausser den Angehörigen alte Wunden aufreissen und falsche Hoffnung gegeben hat. Irgendwann muss man einen Schlusstrich ziehen so schmerezahft es ist.
    • Mijasma 11.03.2020 09:13
      Highlight Highlight Irgendwann einen Schlussstrich ziehen um nicht völlig zu verzweifeln ist sicher gut. Wie lange jemand dafür braucht ist aber seine Entscheidung.

      Die Justiz muss das aber nicht. Sie kann weiter versuchen den Täter zu finden.
  • Töfflifahrer 10.03.2020 20:21
    Highlight Highlight Mord soll und darf nie verjähren, basta!
  • Amateurschreiber 10.03.2020 19:19
    Highlight Highlight Ein Argument für die Verjährung ist offenbar, dass keine Fälle nach der Verjährung aufgeklärt wurden.
    Kunststück, da die Fälle verjährt sind, wird auch nicht mehr aktiv weiter ermittelt und die Beweise werden oft sogar auch "entsorgt".
  • Bitsundbites 10.03.2020 15:29
    Highlight Highlight Finde ich eines Rechtsstaat wie wir es in der Schweiz sein wollen nicht würdig.
  • Franz v.A. 10.03.2020 15:22
    Highlight Highlight Steuerschulden verjähren nie. Aber Mord schon. Wie krank ist dass denn?
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 10.03.2020 19:57
      Highlight Highlight An Mord verdient der Staat schließlich auch nichts.
      Ja, es ist zynisch, aber leider auch mein voller Ernst. 😔
    • Gar Manarnar 10.03.2020 21:31
      Highlight Highlight Entschuldigung, aber wer verteilt Herzen für diesen uninformierten Unsinn? Steuerschulden verjähren wie jede andere Forderungen auch. Direkte Bundessteuern etwa 5 Jahre nach der Veranlagung.
    • Franz v.A. 10.03.2020 22:44
      Highlight Highlight @ Gar Manarnar
      Nun leider gilt das nicht, wenn man deswegen Betrieben wird. Nach 20 jahren wird erneut betrieben. Das ist nun mal so.
    Weitere Antworten anzeigen
  • slick 10.03.2020 14:55
    Highlight Highlight Man muss den Tätern doch auch eine Chance geben. Wäre doch sonst ein unfaires Spiel. #reallife#räuberundpoli
  • Nkoch 10.03.2020 14:47
    Highlight Highlight Die Gesellschaft muss also abschliessen können, soso.... die besteht aber nunmal aus unzähligen Individuen die u.a. genau mit solchen Dingen konfrontiert werden. Wenn die dann nicht rechtzeitig aufhören zu trauern leidet natürlich die Volksseele erst so richtig, wegen Ruhestörung - gehts noch?

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