Befragung von Jessica Moretti dauerte 11 Stunden – weitere Termine geplant
Am Mittwoch konzentrierte sich die Behörde auf Jessica Moretti, während auch Jacques Moretti erneut einvernommen wurde.
Während fast elf Stunden – bis 19.15 Uhr – wurde Jessica Moretti von der Walliser Staatsanwaltschaft in Sitten befragt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort beobachtete. Zum ersten Mal in ihrer Eigenschaft als Beschuldigte musste sie ihre Version des Ablaufs der Brandkatastrophe in der Silvesternacht schildern.
Während Jacques Moretti wie schon am Dienstag gegen 8.05 Uhr in einem Gefangenentransporter vorgeführt wurde, trafen seine Ehefrau und ihre beiden Anwälte, Yaël Hayat und Nicola Meier, um 8.30 Uhr zu Fuss bei der Staatsanwaltschaft in Sitten ein. Keiner von ihnen gab eine Erklärung ab.
Erneut verfolgten am Mittwoch dutzende Anwälte von Opfern die Befragung. Diese wird von einem Pool zuständiger Staatsanwältinnen geführt.
Weitere Befragungen geplant
Am Ende des Verhandlungstages äusserten sich weder Jessica Moretti noch ihre Anwälte oder eines der Mitglieder der mit dem Fall befassten Staatsanwaltschaft gegenüber den Medien. Geplant sind jedenfalls weitere Befragungen des Ehepaars Moretti – allerdings zu einem Zeitpunkt, der noch nicht bekannt gegeben wurde.
Derzeit werden die Eheleute Moretti nach der Brandkatastrophe, bei der in der Silvesternacht 40 Menschen starben und 116 verletzt wurden, des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung beschuldigt.
Jacques Moretti befindet sich seit dem 9. Januar in Untersuchungshaft und hofft, diese Woche das Gefängnis verlassen zu können. Ein entsprechendes Gesuch wurde Anfang der Woche beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis eingereicht. Eine Entscheidung wird in Kürze erwartet.
Der Korse möchte, wie seine ebenfalls französische Ehefrau, gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von 200'000 Franken auf freien Fuss kommen. (sda/afp)
