Schweiz
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Blumen bei Arosasteig in Zuerich am Dienstag, 5. Juli 2016. Nach dem Toetungsdelikt vom Donnerstag im Zuercher Seefeld sucht die Kantonspolizei Zuerich mit einem oeffentlichen Fahndungsaufruf nach dem 23-jaehrige Tobias Kuster. Der Gesuchte war bereits am 23. Juni nicht mehr aus seinem unbegleiteten eintaegigen Hafturlaub zurueckgekehrt. Er wird verdaechtigt, an der Toetung eines 42-jaehrigen Schweizers aus Zuerich beteiligt gewesen zu sein. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Der Tatort: Am Arosa-Steig im Zürcher Seefeld wurde im Juni 2016 ein 41-jähriger Mann brutalst niedergestochen. Bild: KEYSTONE

Der Seefeld-Mörder muss 20 Jahre ins Gefängnis – sein litauischer Komplize 16,5 Jahre



Das Bezirksgericht Zürich hat im Prozess um den so genannten «Seefeld Mord» ein Urteil gefällt. Tobias K. wird wegen Mordes und Vorbereitungshandlungen zu weiteren Morden schuldig gesprochen. Er muss 20 Jahre ins Gefängnis. Sein litauischer Komplize wird wegen Anstiftung zu Mord schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der strafbaren Vorbereitungshandlungen wird er freigesprochen. Er muss 16,5 Jahre ins Gefängnis. Weder für Tobias K. noch für I. M. ordnet der Richter eine Verwahrung an.

Die Strafen sind tiefer als vom Staatsanwalt beantragt. Dieser hat für beide Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe und die ordentliche Verwahrung gefordert. Der Verteidiger von Tobias K. beantragte für seinen Mandant 12 Jahre Freiheitsentzug und forderte, auf die Verwahrung sei zu verzichten. Der Anwalt des Litauers plädierte auf Freispruch.

Der heute 27-jährige Tobias K. hatte im Juni 2016 im Zürcher Seefeld ein ihm unbekannter, zufällig anwesender Mann brutal erstochen. Dies, um seinen litauischen Komplizen I. M. aus der Haft im Gefängnis Pöschwies freizupressen.

Am Mittwoch wurde neben Tobias K. auch dem 39-jährigen Litauer den Prozess gemacht. Im Mittelpunkt der Verhandlung stand insbesondere, wer der beiden an der Planung des Tötungsdelikts beteiligt war.

Die Ermittlungen ergaben, dass der «Seefeld-Mord» Teil eines Erpressungsversuchs war. Laut dem Staatsanwalt haben die sich beiden Angeklagten den Plan gemeinsam ausgedacht. Dies, während sie beide im Gefängnis Pöschwies eine mehrjährige Haftstrafe absitzen mussten.

Der Plan sah vor, dass Tobias K. auf einem Hafturlaub flüchten und den Litauer freipressen sollte. Dazu sollte er einen Brief ans Zürcher Kantonsparlament schreiben, in dem er mit der Tötung von Menschen drohte, sollte der Litauer nicht umgehend freikommen.

Staatsanwalt forderte für beide Verurteilung wegen Mordes

Sowohl für den Staatsanwalt als auch für den Verteidiger des Schweizers stand fest, dass der junge Mann unter starkem Einfluss des Litauers stand, den der psychiatrische Gutachter als «pathologischen Lügner» bezeichnete.

Dieser habe ihm weisgemacht, es gebe schwere Bedrohungen seitens eines Schweizer Grossindustriellen. Man müsse etwas unternehmen. Sie beide und ihre Familien seien in Lebensgefahr, erzählte er ihm. In Haft war der Litauer, weil er von eben diesen Unternehmer mit Todesdrohungen 50 Millionen Franken hatte erpressen wollen.

Der Staatsanwalt beantragte eine Verurteilung beider Beschuldigter wegen Mordes und anderer Delikte. Sie hätten in Mittäterschaft gehandelt. Zwar sei das Tötungsdelikt vom Schweizer allein ausgeführt worden. Der Litauer sei jedoch als «Lenker und Denker» federführend gewesen.

(sar/sda)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Connor McSavior 30.01.2020 22:48
    Highlight Highlight Dritter Absatz: "einen, ihm unbekannten, zufällig anwesenden..."
  • MartinZH 30.01.2020 19:30
    Highlight Highlight Recht so! Gut möglich, dass das von der Staatsanwaltschaft weitergezogen wird... – es wäre zu hoffen!

    Ich persönlich bin der Meinung, dass in diesen beiden Fällen eine anschliessende Verwahrung angebracht wäre. Wenn jemand so kriminell ist, wie die beiden, dann muss man die Gesellschaft auch lange vor ihnen schützen.

    Klar, die Rechtsprechung soll nicht nur auf Sühne fokussiert sein. In diesen beiden Fällen – nach dieser dermassen skrupellosen Tat von diesen kranken Spatzenhirnen – steht die Prävention sowie der Schutz der Bevölkerung aber sicher im Vordergrund.

    Traurig, solche Menschen! 😔
    • sterpfi 30.01.2020 21:15
      Highlight Highlight Die Schweizer Rechtssprechung basiert auf Resozialisierung, nicht nur auf Sühne. Die Tat ist keinesfalls zu entschuldigen und die Strafe ist gerecht, vielleicht sogar zu gering, aber für eine Verwahrung sehe ich hier definitiv keinen Grund. Eine Verwahrung sehe ich da, wo eine Wiederholungstat selbst bei Therapie nicht ausgeschlossen werden kann. Der Haupttäter muss einfach lernen, dass er sich nicht von Dritten so stark beeinflussen lassen sollte. Der andere wird daraus gelernt haben, dass auch Anstiftung nicht vor Strafe schützt. Ich sehe hier keinen Grund für eine Verwahrung.
  • Triumvir 30.01.2020 19:26
    Highlight Highlight Dieses Urteil wird hoffentlich von der nächsten Instanz kassiert.

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