DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Räuberpistole des Jahres: Russe tischt den Schweizer Behörden eine wilde Agentenstory auf – diese nehmen ihm die Geschichte aber nicht ab

24.08.2015, 12:4724.08.2015, 13:04

Ein Mann hat sich vor den Schweizer Behörden als britisch-russischer Doppelagent ausgegeben, um so einer Auslieferung an Grossbritannien zu entgehen. Das Bundesstrafgericht nahm ihm die Schilderungen jedoch nicht ab.

Der britische Inlandgeheimdienst MI5 wolle seiner habhaft werden, weil er nicht mehr für diesen nach Russland reisen wolle, erzählte der angebliche Agent den zuständigen Schweizer Behörden.

Die im Auslieferungsgesuch der Briten aufgeführten Straftaten – mehrfach begangener Raub und Besitz einer Waffe – seien vom MI5 nur vorgeschoben. Der Mann machte geltend, dass er diese Delikte nicht begangen habe.

    Justiz
    AbonnierenAbonnieren

Er wurde in der Schweiz festgenommen und sitzt in Auslieferungshaft. Seine Version der Vorgeschichte, die zum Auslieferungsgesuch geführt haben soll, tönt ganz anders: Als er nach Grossbritannien eingereist sei, habe er den Migrationsbehörden erzählt, dass er in Russland von hochrangigen Offizieren des KGB Karateunterricht erhalten habe.

Falschinformationen vom FSB

Deshalb sei der MI5 an ihn herangetreten und habe ihm einen Deal vorgeschlagen: Er erhalte die britische Staatsangehörigkeit, wenn er zurück nach Moskau reise, um dort einem Obersten gewisse Informationen zu entlocken. Das habe er getan und sei gleich ein weiteres Mal nach Russland geschickt worden.

Dort sei er jedoch vom russischen Geheimdienst FSB verhaftet und mit Falschinformationen ausgestattet worden. Die Russen hätten mit Repressionen gegen seine Familie gedroht, sollte er den Briten nochmals wahre Informationen liefern.

Der MI5 soll die falschen Infos als solche erkannt und ihn zur korrekten Ausführung seines Auftrags aufgefordert haben. Dagegen habe er sich gewehrt, worauf ihm der MI5 die Unterstützung im hängigen Asylverfahren verwehrt habe. Deshalb sei er nach dem negativen Asylentscheid untergetaucht.

Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts hält die Geschichte des angeblichen Doppelagenten nicht für glaubhaft. Der Mann wird nun, wie von Grossbritannien gefordert, ausgeliefert. Das Urteil kann allerdings noch ans Bundesgericht weitergezogen werden. (Urteil RR.2015.181, RP.2015.33 vom 11.08.2015) (wst/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Rosenkrieg um Whistleblower: Quadroni-Richter freigesprochen

Der im Rosenkrieg des Whistleblowers Adam Quadroni wegen Amtsmissbrauchs angeklagte Unterengadiner Richter ist freigesprochen worden. Er hat laut dem Urteil für das Wohl der Kinder gehandelt.

Das Regionalgericht Prättigau/Davos in Klosters GR sprach dem freigesprochenen Richter denn auch eine Entschädigung in der Höhe von über 30'000 Franken zu.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann innert dreissig Tagen angefochten werden. Dies erwartet denn auch die Richterin, wie sie im Anschluss …

Artikel lesen
Link zum Artikel