Schweiz
Justiz

Rechtsstreit um Kuhglocken in der Nacht geht in die nächste Runde

Ein junge Kuh mit einer kleinen Glocke in der Naehe von Haeusern, am Samstag, 18. November 2023 in Aarwangen. Im Dorf Aarwangen im Kanton Bern debattieren die Einwohner ueber das Verbot von Kuhglocken ...
Im Kanton Freiburg kämpfen zwei Eigentümer juristisch durch alle Instanzen gegen nächtliches KuhglockenläutenBild: keystone

Streit um nächtlichen Kuhglocken-Lärm beschäftigt die Justiz

05.12.2024, 11:59
Mehr «Schweiz»

Das nächtliche Läuten der Glocken von Kühen eines nahen Landwirtschaftsbetriebs wird zwei Grundeigentümer im Kanton Freiburg während ihres juristischen Instanzenwegs vorerst weiter begleiten. Das Bundesgericht hat ihren Antrag auf vorsorgliche Massnahmen abgewiesen.

Die beiden Eigentümer gelangten mit der Klage ans Zivilgericht, den Tieren auf den an ihr Grundstück angrenzenden Weiden seien die Glocken in den Nachtstunden von 22.00 bis 07.00 Uhr abzunehmen. Sie führten ein Lärmtagebuch und nahmen selbst Lärmmessungen vor.

Das Zivilgericht hiess ihre Begehren teilweise gut, das Freiburger Kantonsgericht hob dieses Urteil jedoch wieder auf. Es wies die Sache an das Zivilgericht zurück, damit ein Lärmgutachten erstellt wird. Den Erlass vorsorglicher Massnahmen wies es ab. Dies geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervor.

Korrekter Vorentscheid

Die Kuhglockengegner versuchten vor dem höchsten Schweizer Gericht zu erreichen, dass die vorsorglichen Massnahmen während des laufenden Verfahrens bei den kantonalen Instanzen angeordnet werden. Konkret wünschten sie, dass den Tieren die Glocken nachts abgenommen werden.

Daraus wird jedoch nichts. Das Bundesgericht bestätigt, dass das Kantonsgericht das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer nicht verletzt hat und das von ihnen erstellte «private Lärmgutachten» korrekt gewürdigt habe. An der Ablehnung vorsorglicher Massnahmen sei deshalb nichts zu kritisieren.

Für diesen Entscheid müssen die beiden von einem Anwalt vertretenen Grundeigentümer dem Bundesgericht Gerichtskosten von 4000 Franken abliefern. (sda/thw)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Flauschige Kühe
1 / 10
Flauschige Kühe
Bild: Imgur
quelle: imgur
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Bundesgericht Lausanne Impressionen
Video: extern / rest
Das könnte dich auch noch interessieren:
37 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Sebastianus
05.12.2024 12:57registriert Dezember 2023
Sie sollten sich ernsthaft einen Wegzug überlegen. Aber bitte nicht in die Nähe von Autobahnen, SBB-Strecken, sonst fängt alles wieder von vorne an. Vielleicht müssen dann die Autobahnen oder die Bahn weichen.
4313
Melden
Zum Kommentar
avatar
el cóndor terminado
05.12.2024 12:44registriert Juni 2021
Sind das zugezogene?🤔
4015
Melden
Zum Kommentar
avatar
Amateurschreiber
05.12.2024 12:47registriert August 2018
Den zwei Herren würde ich eher eine Untersuchung im Schlaflabor empfehlen.
Wo ich wohne hat es zwar in Hörweite keine Kuhglocken, dafür aber eine vielbefahrene Strasse, ein Schnellimbiss, Hunde, eine Schule, Rasenmäher, ein Bahnübergang etc., kann aber problemlos Schlafen.
Ich habe auch schon mit offenem Fenster in der Nähe eines Bahnhofs, von Kirchen und auch von Kuhweiden geschlafen.
Kurz gesagt, normalerweise nimmt man nach kurzer Zeit "normale" Geräusche nicht wahr und kann entsprechend auch gut (ein)schlafen. Wenn nicht ist man wohl eher "zu nervös"!
3519
Melden
Zum Kommentar
37
    «Einknicken ist genau, was Trump will» – Badran rechnet mit Bundesrats-Strategie ab
    Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran findet deutliche Worte zur Strategie des Bundesrats im Umgang mit Trumps Strafzöllen – und warnt davor, auf die diplomatische «Beruhigungsschiene» zu setzen.

    Kuscht der Bundesrat vor Donald Trump?

    Zur Story