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Bundesanwalt Lauber liefert Detailinformationen zu den FIFA-Verhaftungen im Mai



Swiss Attorney General Michael Lauber addresses a news conference on Swiss criminal proceedings regarding the allocation of the FIFA World Cup tournaments in 2018 and 2022 at the Conference of the International Association of Prosecutors (IAP) in Zurich, Switzerland September 14, 2015. REUTERS/Ruben Sprich

Bundesanwalt Michael Lauber. 
Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Die Schweiz und die USA haben im Mai gleichzeitig Aktionen gegen den Weltfussballverband FIFA durchgeführt, um die Gefahr von Absprachen zu verhindern. Das sagte Bundesanwalt Michael Lauber in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF.

Ende Mai liess das Bundesamt für Justiz auf Ersuchen der USA mehrere FIFA-Funktionäre in einem Zürcher Luxushotel festnehmen. Gleichzeitig stellte die Bundesanwaltschaft am FIFA-Hauptsitz am Zürichberg mehrere Dokumente sicher.

Die beiden Aktionen hätten gleichzeitig stattgefunden, um zu verhindern, dass FIFA-Funktionäre sich absprächen und um die Verdunkelungsgefahr zu eliminieren, erklärte Bundesanwalt Lauber am Samstag im Radio.

Die Schweiz und die USA ermitteln im FIFA-Korruptionsfall in zwei unabhängigen Verfahren: Das Schweizer Verfahren kreist um die Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in Russland und Katar, das amerikanische rund um Medien-, Marketing- und Sponsoringrechte für Fussballturniere in den USA sowie in Lateinamerika.

Anfangs Jahr habe sich die Schweiz erstmals mit den USA besprochen, als sie von deren Verfahren erfahren habe. Die beiden Verfahren gelte es zu koordinieren.

Anklage «so schnell wie möglich»

Wann es im Schweizer FIFA-Verfahren zu einer Anklage kommen werde, konnte Lauber nicht sagen. Wenn bis zur Anklage mehr als fünf Jahre vergingen, sei das jedoch viel, hielt er fest. Grundsätzlich gelte es, eine Anklage so schnell wie möglich einzureichen.

Lauber verwies aber auf den grossen Umfang des Dossiers. Zur Zusammenarbeit mit der FIFA sagte er, deren «Kooperationswille könnte auch anders ausfallen».

Die vielen Medienberichte zum Thema FIFA würden einen zusätzlichen Aufwand bedeuten, sagte Lauber, denn dadurch gäbe es viele Anfragen von Journalisten, die beantwortet werden müssten. Die von Medien erhobenen Vorwürfe nehme die Bundesanwaltschaft zur Kenntnis. Dabei stelle sich aber die Frage, ob diese rechtlich zugelassen werden könnten für das Verfahren.

Nicht äussern wollte sich Lauber zu den neusten Vorwürfen des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel». Das Magazin behauptet, dass Stimmen für die WM 2006 in Deutschland gekauft worden seien. (wst/sda)

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