Deshalb war der April wettermässig in der Schweiz so aussergewöhnlich
Der April ist noch nicht ganz zu Ende, trotzdem zeichnet sich bereits ab: Es dürften mehrere Wetterrekorde purzeln. «Der April 2026 war wettermässig sehr aussergewöhnlich», schreibt MeteoNews in einer neuen Bilanz vom Mittwoch. Wie verrückt Wetter und Klima in der Schweiz in den vergangenen Wochen gespielt haben, verdeutlichen diese vier Punkte:
Temperaturüberschuss
Der April (bis und mit dem 28.) war dieses Jahr im Schnitt um 2,6 Grad zu warm. «Die grösste Abweichung gegenüber der Norm besteht mit vielerorts über 3 Grad im Tessin, in Südbünden sowie in etwas höheren Lagen im Wallis», schreibt der Wetterdienst.
Weil die Temperaturen den Prognosen nach auch Mittwoch und Donnerstag überdurchschnittlich ausfallen, dürfte es den fünftmildesten April seit Messbeginn 1864 geben. Noch milder war der April nur in den Jahren 2007, 2011, 2018 und 2020.
Starke Schwankungen
«Der April macht, was er will», diese Wetterfloskel trifft dieses Jahr tatsächlich zu. Neben Frosttagen mit Minimaltemperaturen unter dem Gefrierpunkt gab es auch einige Sommertage mit Temperaturmaxima über 25 Grad. Hier war es in der ersten Aprilhälfte besonders kalt:
Und hier gab es die meisten Sommertage im April:
- Biasca (TI): 11 Sommertage
- Grono (GR): 6 Sommertage
- Cevio (TI): 4 Sommertage
- Sion (VS): 3 Sommertage
- Acquarosse / Comprovasco (TI): 3 Sommertage
«Die höchste Temperatur wurde dabei am 26. April in Biasca mit 27.9 Grad erreicht. Hier konnten mit insgesamt 11 auch die meisten Sommertage verzeichnet werden», schreibt MeteoNews dazu.
Kaum Niederschlag
Ebenfalls aussergewöhnlich ist die Trockenheit. Im April 2026 gab es etwa 80 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. In diesen Regionen ist es besonders trocken:
Gebietsweise betrug das Defizit über 90 Prozent. Am schlimmsten ist die Situation in Sion, hier gab es mit 4,6 Millimetern gar 96 Prozent weniger Niederschlag als normal. Über die ganze Schweiz fiel etwa 18 Prozent der normalen Niederschlagsmenge, das ist rekordverdächtig:
Die anhaltende Trockenheit wirkt sich aktuell negativ auf die Waldbrandgefahr und die Schweizer Gletscher aus.
Rekorde beim Sonnenschein
Neben dem ausbleibenden Niederschlag gab es auch überdurchschnittlich viel Sonne im April. «Am grössten ist der Überschuss dabei im Gotthardgebiet und in der Umgebung (bis über 70 Prozent), am geringsten dagegen mit unter 30 Prozent in den östlichen Voralpen», schreibt der Wetterdienst.
Absolute Rekorde dürfte es in Lausanne-Pully (bisher 268 Stunden Sonne) und in Zermatt (bisher 196 Stunden Sonne) geben. (leo)
