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Gewitter-Statistik der Schweiz: Wo der Blitz 2025 am seltensten einschlug

JAHRESRUECKBLICK 2006 - INLAND - SCHWEIZ ZUERICH GEWITTER: Lightning strikes the city of Zurich, Switzerland, in the night of Thrusday, 29. June 2006. The churches are, from left, the "Preachers  ...
Ein Blitzeinschlag über der Stadt Zürich.Bild: KEYSTONE

So wenige Blitze wie noch nie – wo der Blitz 2025 am seltensten einschlug

14.04.2026, 10:3314.04.2026, 10:34

In der Schweiz haben im vergangenen Jahr so wenige Blitze wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1992 eingeschlagen. Insgesamt wurden 22'000 Erdblitze gezählt, ein Viertel weniger als im Vorjahr.

Die meisten Blitzeinschläge ereigneten sich im vergangenen Jahr im Kanton Tessin, wie der Blitzinformationsdienst ALDIS/BLIDS am Dienstag bekannt gab. In der Sonnenstube wurden demnach fast 3300 Einschläge verzeichnet. Dies entsprach laut dem Blitzinformationsdienst 15 Prozent aller Ereignisse in der Schweiz.

«Für ein Gewitter braucht es Feuchtigkeit, eine instabile Atmosphäre und einen Prozess um die Luft zu heben. Das ist in der Schweiz am ehesten im Tessin gegeben, wo viele feuchte Luftmassen vom Mittelmeer kommen und die Berge die Luft, von der sie angeströmt werden, heben», sagt Experte Wolfgang Schulz von ALDIS/BLIDS auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die höchste Anzahl an Blitzen in einer Gemeinde wurde mit fast 800 in Interlaken BE verzeichnet. Gemessen an der Blitzdichte lag der Mendrisio TI mit 2,48 Einschlägen pro Quadratkilometer an der Spitze. Auf den weiteren Spitzenplätzen folgten Lugano TI mit 1,55 und Gonten AI mit 1,50 Blitzen pro Quadratkilometer.

Die geringste Blitzdichte wiesen die Bezirke See FR (0,11), Bucheggberg SO (0,13) und Seeland BE mit 0,15 Blitzen pro Quadratkilometer auf.

Rückgang im deutschsprachigen Raum

Die im Vergleich zu den Vorjahren geringere Blitzaktivität in der Schweiz ist laut dem Informationsdienst denn auch kein länderspezifischer Einzelfall: Auch in Österreich und Deutschland schlugen letztes Jahr weniger Blitze in der Erde ein.

Mit 167'000 Erdblitzen wurde im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) gar ein neuer Tiefstwert gemessen. «Der Sommer 2025 war vom Wetter her speziell, es war nicht zu heiss und trocken. Die geringe Gewitteranzahl dürfte darauf zurückzuführen sein», sagt Schulz dazu auf Anfrage.

Die Blitzdichte pro Quadratkilometer war in der Schweiz (0,53) und in Österreich (0,54) derweil ähnlich hoch. In Deutschland lag sie mit einem Wert von 0,28 deutlich tiefer.

Der Begriff Erdblitz bezeichnet Blitze, die auch wirklich im Erdboden einschlagen. Denn laut Studien entladen sich nur rund 10 bis 20 Prozent aller Blitze in der Erde, wie etwa die Beratungsstelle für Brandverhütung (BFB) schreibt. Rund 80 Prozent aller Blitze entladen sich innerhalb einer Gewitterwolke oder zwischen verschiedenen Wolken – dann wird von sogenannten Wolkenblitzen gesprochen.

Die jährlichen Messdaten zu Erdblitzen von ALDIS/BLIDS stützen sich auf über 170 Messstationen in Europa. Laut der technischen Universität Graz in Österreich liegt die Ortungseffizienz des Systems bei über 95 Prozent, die Genauigkeit bei unter 100 Metern. (pre/sda)

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