DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Strike for Future» zieht am Samstag wieder durch die Strassen

Die nationale Jugendbewegung «Strike for Future» geht mit seinen Kundgebungen in die nächste Runde. Warum der Streik an einem Samstag stattfindet – und worum es geht.
08.04.2022, 19:0411.04.2022, 09:30

Am Samstag, 9. April 2022 ruft die Klimajugend zum «Strike for Future» auf. Grund für den Protest ist dieses Mal die 40-Stunden-Arbeitswoche, die ihr ein Dorn im Auge ist.

Unter dem Motto «Strike for Future» setzen sich Demonstrantinnen und Demonstranten für eine klimagerechte Zukunft ein. Basl, am Freitag, 21. Mai 2021.
Unter dem Motto «Strike for Future» setzen sich Demonstrantinnen und Demonstranten für eine klimagerechte Zukunft ein. Basl, am Freitag, 21. Mai 2021.Bild: keystone

Wieso findet der Strike an einem Samstag statt?

Für alle, die nun verwirrt sind, weil sie dachten, dass die Klimajugend jeweils an einem Freitag durch die Strassen zieht. Hier die Erklärung: «Strike for Future» ist zwar aus der globalen «Fridays for Future»-Bewegung entstanden, hat sich jedoch davon abgespalten.

Aufnahme des «Global Climate Strike» am 22. Oktober 2021 in Genf.
Aufnahme des «Global Climate Strike» am 22. Oktober 2021 in Genf.Bild: keystone

Laut Anfrage von watson versteht sich die Bewegung als selbst als losgelöste, eigene Organisation. Ihre Anliegen seien thematisch differenzierter. Man wolle bei «Strike for Future» alle möglichen soziologisch-ökologisch relevanten Fragen aufgreift. Dazu gehören beispielsweise auch Themen wie Arbeitsbedingungen und Gleichberechtigung.

Forderungen

Forderungen vom 9. April 2022

Auf der Webseite der Organisation heisst es: «Statt dass wir arbeiten, um zu leben, müssen wir leben, um zu arbeiten.» Es wird bemängelt, dass die 40-Stunden-Arbeitswoche nicht mehr tragbar sei und die Überproduktion und das ständige Streben nach Profit zulasten der Mitarbeitenden nicht zukunftstauglich sei.

«Statt dass wir arbeiten, um zu leben, müssen wir leben, um zu arbeiten.»
Strike for Future

Es brauche laut «Strike for Future» einen Systemwechsel: Mit einer massiven Reduktion der Arbeitszeit wäre unsere Wirtschaft demnach nicht nur ressourcenschonender, sondern würde auch dazu beitragen, dass die Arbeit Sinn stiftender werde. Ausserdem würden mit weniger Arbeitsstunden pro Woche laut «Strike for Future» weniger Erwerbstätige unter psychischen Problemen, wie beispielsweise einem Burnout leiden. Unterstützt wird «Strike for Future» ausserdem von der grössten Schweizer Gewerkschaft, der Unia.

Aktivistinnen und Aktivisten posieren mit ein Banner und Plakaten. Bern, am Freitag 21. Mai 2021.
Aktivistinnen und Aktivisten posieren mit ein Banner und Plakaten. Bern, am Freitag 21. Mai 2021.Bild: keystone

Im Allgemeinen

Im Allgemeinen formuliert die Jugendbewegung ihre Anliegen in ihrem Manifest wie folgt: «Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Krisen, die das kapitalistische System erzeugt, können nicht innerhalb des Systems gelöst werden. Wir brauchen eine tiefgreifende Veränderung.»

Auf Gesetzesebene fordern sie zudem mehr Partizipation und Transparenz bei Abstimmungen, vor allem im Bereich der Arbeits- und Lebensbedingungen. «Angesichts der Untätigkeit der Entscheidungsträger:innen schliessen wir uns zusammen und schaffen basisdemokratische Strukturen, die für den Übergang zu einer sozialen und ökologisch tragfähigen Gesellschaft nötig sind.»

Wo findet «Strike for Future» überall statt?

Der nächste Streik findet am Samstag, 9. April 2022, statt. Hier erfährst du, wann die Demonstration in deiner Stadt losgeht:

  • Zürich, Demonstration, 15.00 Uhr beim Münsterhof
  • Bern, Demonstration, 17.00 Uhr beim Bundesplatz
  • Winterthur, Sitzstreik, 14.00 Uhr beim Kirchplatz
  • Thun, Demonstration, 14.00 Uhr beim Rathausplatz
  • Luzern, Aktionstag, 12.30 Uhr beim Kurplatz
  • Basel, Aktionstag und Workshops, 11.00 Uhr bei der Tramhaltestelle Kaserne
  • Zug, Aktionstag, 10.00 Uhr beim Postplatz
  • Lausanne, Aktionstag, 9.00 Uhr, Place du 14 juin
  • Vevey, Aktionstag 9.00 Uhr, Place du Marché
  • La Chaux-de-Fonds, Aktionstag, 10.00 Uhr, Espacité
  • Delémont, Demonstration, 13.30 Uhr, Place de la Gare
  • Genf, Demonstration, 14.00 Uhr, Place Lise Girardin
  • Neuenburg, Demonstration, 16.00 Uhr, Place de la Gare
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Greta Thunberg und das Schiff

1 / 26
Greta Thunberg und das Schiff
quelle: ap / kirsty wigglesworth
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das sind die 7 wichtigsten Punkte aus dem Klimabericht

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

44 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Mischael Schill
08.04.2022 23:52registriert Oktober 2021
40 Stunden, schön wärs. Der Standard ist immer noch 42. Ich hätte auch gerne nur 40.
337
Melden
Zum Kommentar
avatar
Jep.
09.04.2022 07:53registriert Januar 2022
Nur noch 5 weiter Abspaltungen der Jungempörten und dann können jeden Tag die Innenstädte für diejenigen gesperrt werden, die die Streikenden finanzieren – die Arbeitnehmenden.
3017
Melden
Zum Kommentar
avatar
PeteZahad
09.04.2022 07:35registriert Februar 2014
Eine weitere Gruppierung die in ihrer Rethorik den Kapitalismus überwinden will. Das hatten wir doch schonmal in einem Parteiprogramm.
2512
Melden
Zum Kommentar
44
Alex Wilson will nach Maximalsperre weiter um seine Unschuld kämpfen
Der Schweizer Sprinter wird wegen Anabolika-Dopings für vier Jahre gesperrt. Alex Wilson zieht den Fall ans Internationale Sportgericht weiter und hofft auf einen Staranwalt aus den USA.

Er gilt weltweit als führender Athletenanwalt bei Dopingfällen. Rund 300 Sportlerinnen und Sportler hat US-Jurist Howard Jacobs vor Sportgerichten bei Dopinganschuldigungen oder nach erstinstanzlichen Verurteilungen vertreten. Gemäss eigener Aussage hat er in rund 75 Prozent der Fälle eine Strafminderung erreicht - unter anderem in den Fällen von Maria Scharapowa und Marin Cilic im Tennis. Auch Olympiasieger aus der Leichtathletik oder aus dem Schwimmen gehörten zu seinen Klienten.

Zur Story