Coop erhöht die Cola-Preise – so viel mehr bezahlst du jetzt für die Getränke
Niemand verkauft im Schweizer Detailhandel mehr Markenartikel als Coop. Das heisst allerdings nicht, dass der Händler aus Basel auch die besten Preise bietet. Das zeigt der Fall von Coca-Cola. Kürzlich hat Coop die Preise für die meisten Getränke der Marke erhöht, weiss CH Media.
Während Preissenkungen jeweils offensiv kommuniziert werden, schwieg Coop bisher dazu. Dabei haben es die Erhöhungen in sich: Um 5 bis 10 Rappen pro Flasche respektive Dose wurden die Preise erhöht, wie Sprecherin Céline Venetz bestätigt. Eine 0,5-Liter-Flasche von Coca-Cola Classic oder Zero kostet beispielsweise neu 1.55 statt wie bisher 1.50 Franken. Was nach wenig tönt, entspricht immerhin einer Erhöhung um 3,3 Prozent. Bei anderen Getränken der Marke beträgt der Zuschlag über 4 Prozent.
Umgesetzt wurde die Preiserhöhung per 19. Februar. Sie gehe auf eine Preisanpassung des Lieferanten zurück, sagt Venetz. Coop gebe deren Preisforderungen nur dann weiter, wenn es «unvermeidbar» sei. Im vergangenen Jahr habe Coop zudem die Preise von über 1900 Artikeln reduziert, darunter jene der Cola-Getränke der eigenen Billiglinie Prix Garantie.
Denner-Chef verteidigt Parallelimporte
Die Konkurrenz hat die Preise von Coca-Cola-Getränken allerdings bisher nicht erhöht und ist damit nun günstiger als Coop. Bei Migros beispielsweise kostet die 0,5-Liter-Flasche immer noch 1.50 Franken. Ein Sechserpack mit 1,5-Liter-Flaschen gibt es dort für 14.10 Franken statt 14.70 Franken wie bei Coop.
Ob eine Preiserhöhung bei der Migros noch ansteht, will sie auf Anfrage nicht kommentieren. Man gebe zu möglichen Anpassungen keine Auskunft. Ein Blick in die Regale anderer Detailhändler zeigt allerdings: Coop ist bisher alleine mit den höheren Preisen. Bei Lidl oder Denner wurden die Preise nicht erhöht. Sie liegen damit nun zum Teil deutlich unter jenen von Coop. Weshalb der Detailhändler mehr verlangt als die Konkurrenz, obwohl auch diese die Produkte beim Schweizer Ableger von Coca-Cola bezieht, will er nicht kommentieren.
Der Preis wird im Schweizer Detailhandel zusehends zum entscheidenden Kriterium – nicht erst, seit sich die Migros vor einigen Monaten eine Tiefpreis-Strategie gegeben hat. «Der Preis spielt im Detailhandel heute eine grosse Rolle», sagte der neue Denner-Chef Torsten Friedrich vor wenigen Tagen der NZZ. Dafür liste er auch einmal Produkte aus – oder greife zu anderen Massnahmen. «Es gehört dazu, Coca-Cola mal aus Polen parallel zu importieren, um der Kundschaft eine Alternative anzubieten.»

