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Konsum - Detailhandel

Konsumentenschutz deckt Manipulationen in Schweizer Ticketshops auf

Konsumentenschutz deckt Manipulationen in Schweizer Ticketshops auf

08.05.2026, 11:1808.05.2026, 11:18

Der Konsumentenschutz hat bei Online-Ticketshops für Schweizer Kultur- und Freizeitangebote verbreitete Manipulationen festgestellt. Laut einer Untersuchung nutzen 48 von 73 Anbietern sogenannte Dark Patterns. Einige verstossen dabei gegen Schweizer Recht.

Symbolbild Hacker, Laptop, Computer
Wer Tickets am Computer kauft, ist mit sogenannten Dark Patterns konfrontiert.Bild: Unsplash

Die Manipulation geschehe oft über vorausgewählte, kostenpflichtige Zusatzleistungen oder durch künstlichen Zeitdruck mittels Countdowns, teilte der Konsumentenschutz am Freitag mit. Ziel der Anbieter sei es, die Einnahmen zu erhöhen und persönliche Daten zu sammeln. Von der Praxis seien auch grosse und national bekannte Institutionen betroffen, wie zum Beispiel das Erlebnisbad Alpamare, der Circus Knie, der Zoo Zürich, das KKL in Luzern oder das Moon and Stars Festival in Locarno.

Zeitdruck und Daten

Besonders verbreitet seien demnach sogenannte Dark Patterns mit bereits gesetzten Häkchen für Ticketversicherungen, Spenden oder die Anmeldung zu Newslettern. Zudem setzten viele Anbieter auf knapp bemessene Countdowns. Diese sollten die Kundschaft zu einem schnellen Kaufabschluss drängen und verhindern, dass die zusätzlichen Optionen bemerkt und abgewählt werden.

Dabei würden sich mindestens 13 der geprüften Webseiten in einem illegalen Rahmen bewegen, so der Konsumentenschutz. Dessen Geschäftsleiterin Sara Stalder, bezeichnete dies als «alarmierend». Sie erwarte gerade von grossen Institutionen, dass sie seriös arbeiteten. Ausserdem verlangten die meisten Anbieter unnötig viele persönliche Daten wie Geburtsdatum oder Wohnadresse.

Der Konsumentenschutz forderte die betroffenen Unternehmen auf, die Missstände zu beheben: Vorausgewählte Häkchen für Zusatzleistungen sollen verschwinden und die Countdowns für Bestellabschlüsse auf mindestens 20 Minuten festgelegt werden. Laut der Mitteilung zeigten die Forderungen bereits Wirkung. Erste Anbieter hätten angekündigt, ihre Webseiten anzupassen, oder dies bereits umgesetzt. (dab/sda)

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bakunin
08.05.2026 11:42registriert März 2021
Interessant wären konkrete Stellungnahmen insbesondere derjenigen die gegen geltendes Recht verstossen.

Gerade beim Zoo Zürich und dem KKL finde ich so ein Vorgehen schon sehr enttäuschend.
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insert_brain_here
08.05.2026 12:15registriert Oktober 2019
Mit den vorausgewählten Zusatzoptionen und dem künstlich aufgesetzten Druck kann ich umgehen, ich habe mich schliesslich so weit an die heiligen Gesetze der Marktwirtschaft gewöhnt dass ich alles genau lese weil grundsätzlich jeder versucht mich über den Tisch zu ziehen.
Was bei mir dennoch den Blutdruck steigen lässt sind obligatorische Zusatzgebühren über die ich erst ganz zum Schluss informiert werde.
Kategorie für 20.- gewählt, Platz ausgesucht, Kauf abschliessen -> “Wir verrechnen dir noch eine Bullshitgebühr von 2.50 pro Ticket weil eh zu viele Menschen ins Kino gehen🖕”
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