Schweiz
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Zwischen 1973 und 1997 wurden 950 Kinder aus Sri Lanka adoptiert – viele davon illegal und ohne Zustimmungserklärung der biologischen Eltern. bild: zembla/youtube

Verkauft wie ein Objekt: Wie die Schweizer Behörden Kinderhandel gewähren liessen

Ein längst vergessener Skandal holt die Schweiz erneut ein. In den 1980er Jahren wurden hunderte Kinder mit gefälschten Papieren aus Sri Lanka in die Schweiz adoptiert. Ein neuer Bericht zeigt, wie Bund und Kantone dies hätten verhindern können – stattdessen aber komplett versagten.



Gestohlen, verkauft und mit falschen Identitäten an westliche Paare zur Adoption vermittelt: In den 1980er Jahren wurden Tausende Kinder aus Sri Lanka Opfer von Kinderhandel. Der Adoptionsskandal schlug auch hierzulande hohe Wellen.

Zwischen 1973 und 1997 stellten die Schweizer Behörden insgesamt 950 Einreisebewilligungen für Kinder aus Sri Lanka aus. Bei der Mehrheit dieser Adoptionen ging es nicht mit rechten Dingen zu und her. Das zeigt ein neuer Bericht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Der Bericht, der im Auftrag des Bundesamts für Justiz verfasst wurde, hat es in sich. Er zeigt akribisch auf, wie die Schweizerischen Behörden auf allen Ebenen «versagten», wie es im Bericht heisst. Die Autoren schreiben, dass in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, Tausende von Kindern gegen Geld, Güter des täglichen Bedarfs und Luxuswaren eingetauscht wurden. Einige Kinder wurden gestohlen, Geburtsscheine gefälscht und die Herkunft verwischt. Die Mehrheit der offiziellen Dokumente war unvollständig und fehlerhaft – und fast überall fehlte die Zustimmungserklärung der biologischen Eltern.

Lukratives Geschäft

Als 1987 die sri-lankanische Polizei eine sogenannte «Baby-Farm» aushob, wusste die Schweiz davon. Neben Strandhotel und Pool wurden in einem abgesperrten Hintergebäude auf ausrangierten Matratzen Säuglinge für westliche Paare bereitgehalten und für viel Geld verkauft. Zwischen 5'000 bis 15'000 Franken bezahlten Schweizer Paare den Adoptionsvermittlerinnen.

«Das Kindswohl spielte keine Rolle. Wir wurden behandelt wie Objekte.»

Betroffene vom Verein Back to the Roots

Drei Namen tauchen im Bericht immer wieder auf: Die beiden sri-lankanischen Vermittlerinnen Rukmani Thavanesan-Fernando und Dawn de Silva sowie die Schweizer Vermittlerin Alice Honegger. Das Adoptionsgeschäft war lukrativ. Thavanesan-Fernando verdiente mit der Vermittlung eines einzigen Kindes etwa so viel Geld wie ein sri-lankanischer Lehrer in zwei Jahren. «Bei der Vermittlung von 250 bis 300 Kindern pro Jahr, war das eine exorbitant hohe Summe», schreiben die Autoren der Berichts.

Adoptionsskandal in Sri Lanka

In den 1980er Jahren wurden bis zu 11'000 Kinder aus Sri Lanka in europäische Länder adoptiert. 981 davon kamen in die Schweiz. Viele der Adoptionen wiesen Unregelmässigkeiten auf. Im September 2017 hat die sri-lankische Regierung gegenüber einer niederländischen Doku-Sendung offiziell die Existenz von sogenannten «Babyfarmen» bestätigt. Auf diesen Farmen sollen Mütter und Kleinkinder unter prekären Bedingungen bis zur Adoption gehalten worden sein.

1987 verbot Sri Lanka vorübergehend internationale Adoptionen, nachdem die Polizei auf eine Babyfarm gestossen war. Der Adoptionsskandal ging danach in Vergessenheit. Heute sind viele der damals adoptierten Kinder erwachsen und auf der Suche nach ihren Wurzeln – auch in der Schweiz. Bei ihrer Suche entdecken viele Betroffene Unregelmässigkeiten. So verunmöglichten gefälschte Geburtsurkunden und ungenaue Angaben die Suche nach den biologischen Eltern.

Im März 2018 nahm der Bundesrat ein Postulat der SP-Nationalrätin Rebecca Ana Ruiz an, das Aufklärung im Adoptionsskandal fordert. Das Bundesamt für Justiz beauftragte darauf die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, einen Forschungsbericht dazu verfassen. Dieser wurde am 27. Februar 2020 publiziert und ist brisant: In vielen der untersuchten Adoptionsfällen kam es zu Unregelmässigkeiten. Die Schweizer Behörden wussten von Kinderhandel und illegalen Machenschaften. Dennoch wurden weiterhin Kinder aus Sri Lanka adoptiert.

Behörden wussten von Kinderhandel

Immer wieder wurden die Schweizer Behörden vor den illegalen Machenschaften von Honegger und ihren sri-lankanischen Verbündeten gewarnt. Bereits 1982 kritisierte Claude Ochsenbein, der Geschäftsträger der schweizerischen Botschaft in Sri Lanka, die Vorgänge. 1984 kam die Kritik des Sozialarbeiters Pedro Sutter dazu, der die Verhältnisse in Colombo untersuchte, dazu. Doch beide blieben sie ungehört.

«Alice Honegger konnte über Jahre hinweg weitgehend unbehelligt agieren und etablierte sich schliesslich schweizweit als Vermittlerin von ausländischen Adoptivkindern.»

Auszug aus Bericht ZHAW

«Alice Honegger konnte über Jahre hinweg weitgehend unbehelligt agieren und etablierte sich schliesslich schweizweit als Vermittlerin von ausländischen Adoptivkindern», heisst es im Bericht. Der Kanton St.Gallen erteilte Honegger jahrelang die Bewilligung, Auslandsadoptionen zu organisieren. Die Bewilligung erhielt Honegger, «obwohl sie nicht in der Lage oder willens war», zu dokumentieren, wie viele Kinder aus Sri Lanka adoptiert wurden.

Zudem wusste die St.Galler Behörde auch, dass Honegger mit Rukmani Thavanesan-Fernando in Verbindung stand. Von ihr war bekannt, dass sie einem Kinderhandelsnetz in Sri Lanka angehörte. Nichts passierte. Weder die kantonalen Behörden, noch das Bundesamt für Ausländerfragen oder das eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement stoppten Adoptionen aus Sri Lanka und damit den Kinderhandel.

«Mir wurde beim Lesen schlecht»

Die damals adoptierten Kinder sind heute erwachsen und sie fordern Antworten. Mit dem Verein Back to the Roots kämpfen sie für Gerechtigkeit und die Aufklärung der Adoptionen.

Das Porträt einer Betroffenen

«Als ich den Bericht las, wurde mir schlecht. Der Bund und die Kantone haben seit 1980 vom Kinderhandel Bescheid gewusst. Und dennoch wurden wir nicht geschützt», sagt Sarah Ramani Ineichen, Präsidentin von Back to the Roots, in einem extra zum Bericht publiziertem Video.

Darin kommen auch andere Betroffene zu Wort. «Das Kindswohl spielte keine Rolle. Wir wurden behandelt wie Objekte», so eine Frau, die in der Westschweiz aufwuchs.

Finanzielle Hilfe und Wiedergutmachung

Der Forschungsbericht der ZHAW zeige lediglich einen kleinen Ausschnitt der internationalen Adoptionen, schreiben die Autoren. Eine umfassende historische Aufarbeitung der Geschichte der Auslandadoptionen in der Schweiz seit den 1960er-Jahren sei nötig.

Das findet auch der Verein Back to the Roots. «Der Staat soll uns finanzielle, administrative und psychologische Hilfe zur Verfügung stellen», wünscht ein Vereinsmitglied. Die Präsidentin, Sarah Ramani Ineichen, fordert zudem eine unabhängige Expertengruppe: «Der Bericht alleine reicht nicht. Die Vergangenheit muss systematisch aufgearbeitet werden und es braucht eine Wiedergutmachung für die Betroffenen.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jörg K. 28.02.2020 19:53
    Highlight Highlight Wo ist der Unterschied zum Sklavenhandel? Wie bei den Verdingten, die man den Bauern als Sklaven oder schöner gesagt Leibeigene zugewiesen hat. Ist ja klar, dass die Beamten Gebühren kassiert haben. Oder Neudeutsch Kickbacks. Wo ist das Gesetz???
  • RETO1 28.02.2020 13:26
    Highlight Highlight In erster Linie ist dafür SriLanka verantwortlich und nicht die Schweiz
    • Albert Stpeck 29.02.2020 09:35
      Highlight Highlight @RETO1
      Wie immer von dir: Die pointierte Analyse wird nur durch die warmen Worte des Mitgefühls übertroffen. Wahrer Lesegenuss.
  • wolge 27.02.2020 22:04
    Highlight Highlight Eine finanzielle Wiedergutmachung sähe ich eher bei den leiblichen Eltern in Sri Lanka...

    Bei aller Ungerechtigkeit, die diese Kinder getroffen hat, scheint mir das Schicksal in der Schweiz aufgewachsen zu sein zumindest erträglich...
  • Ricardo Tubbs 27.02.2020 15:29
    Highlight Highlight die schweiz, das kinderfeindlichste land der welt
    • wolge 28.02.2020 07:03
      Highlight Highlight Schon mal recherchiert wie viele Steuern Eltern einsparen oder wie viel Geld der Staat in Infrastruktur, Bildung, Gesundheit etc. für Kinder investiert?
  • Lowend 27.02.2020 14:49
    Highlight Highlight Zuerst hörte man über die Verdingkinder, dann über die Kinder der Landstrasse, dann über Medikamentenversuche an Heimkindern, nun über die dubiosen Auslandadoptionen von geraubten Kindern und das alles meist mit Wissen oder gar auf Veranlassung der offiziellen Schweiz.

    Wenn man sich historisch betrachtet, wie erbärmlich die Schweizer Behörden Kindern aus ärmeren Verhältnissen umgingen, muss man sich echt die Frage stellen, was für Skandale noch nicht an's Tageslicht kommen könnten und welche vielleicht jetzt gerade produziert werden?
  • mutorintemporibus 27.02.2020 13:32
    Highlight Highlight Das macht mich als Adoptivvater einer erwachsenen Tochter tief betroffen, traurig und wütend. Wir haben seinerzeit allerdings wirklich alles Menschenmögliche vorgekehrt, damit soweit überhaupt überprüfbar das ganze Verfahren korrekt und transparent ablief. Der Kinderwunsch haben anscheinend immer wieder Leute mit einem Anspruch auf ein Kind verwechselt und machte diese entsprechend kritiklos, bestechlich und sogar kriminell.


  • Hardy18 27.02.2020 12:55
    Highlight Highlight Das traurigste Wort für mich ist, Babyfarm.

    Die Mütter in Sri Lanka haben vielleicht aus Verzweiflung gehandelt.

    Aber was sich die Schweiz erlaubt und es ist nicht nur bei diesem Thema so, ist wirklich eine absolute Schande!!!
    Man entscheidet über Menschen was mit denen geschehen soll und was wohl das beste für denen ist...und nein. Es war nicht das beste sie als Bauernsklaven zuhalten und es ist auch keine gute Idee Kinder mit falscher Identität hierher zu schleppen!

    Jetzt kommt wieder so ein scheinheiliger Fond wo jedes Opfer bissl Geld hingeschmissen wird, als Wiedergutmachung...
    • Simsalabum 27.02.2020 17:31
      Highlight Highlight Es geht in Sri Lanka nicht um die Mütter sondern um die "Adoptionsvermittlerinnen" und die Behörden. Die Mütter waren meist wehrlos, ihnen wurden die Kinder weggenommen. Natürlich unter dem Vorwand der Kindeswohlgefährdung. Diese lag bereits vor, wenn zB der Vater verstarb. Die Mütter sind oft daran kaputt gegangen. Heute gehen freiwillige in die Dörfer, um auf Wunsch bei den Müttern DNA Proben abzunehmen. Diese werden dann mit den adoptierten Kindern abgeglichen. Es gibt eine eindrückliche Doku darüber, ich glaube SRF, sonst ZDF.
    • Hardy18 28.02.2020 06:09
      Highlight Highlight Ich weiss dass es nicht um die Mütter geht. Ich habe selber eine. Ich wollte damit sagen, dass was du gesagt hast. 😉 und damit kurz erwähnen.
  • häxxebäse 27.02.2020 12:26
    Highlight Highlight Sind das wirklich die bestmöglichen eltern, die ein kind möchten, egal zu welchem preis? Ich weiss es nicht.
    • Cirrum 27.02.2020 13:00
      Highlight Highlight Vielleicht wussten die Eltern davon nichts und sie bekamen ein Kind von „verstorbenen Eltern“..
    • Schnog 27.02.2020 14:53
      Highlight Highlight Die Eltern wussten davon nichts.
    • Simsalabum 27.02.2020 17:34
      Highlight Highlight Es gibt auch Eltern die sagen, sie hätten wohl schon ein wenig weggeschaut im Nachhinein betrachtet. Wie krass die Zustände wirklich waren, wussten sie wohl nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lienat 27.02.2020 12:09
    Highlight Highlight "...die humanitäre Tradition der Schweiz..."

    Jedes Mal, wenn irgend ein Politiker diese doofe Floskel in den Mund nimmt, würde ich ihm am liebsten eins auf den Deckel hauen 😠
    • jjjj 27.02.2020 13:59
      Highlight Highlight Warum?
    • Maedhros Niemer 27.02.2020 15:25
      Highlight Highlight 👍 ..."die Schweiz" scheint ein enorm gutes Marketing zu haben.
      Ich verstehs auch nicht.
      So wie hierzulande seit Jahrhunderten mit (armen, geldlosen) Minderheiten umgegangen wird, ist bedenklich!

      Wenigstens verheizen uns unsere "Patrons" nicht mehr als Söldner im Krieg, sondern nur noch als Geldgenerierungshamster.
  • toasted1974 27.02.2020 11:44
    Highlight Highlight Einmal mehr zeigt sich die (damalige) Arroganz der schweizer Behörden (Siehe auch Verdingkinder oder die Opfer der fürsorglichen Massnahmen). Und auch hier wird es ewig dauern bis jemand Verantwortung übernimmt.
  • Francis Begbie 27.02.2020 11:40
    Highlight Highlight Die Adoptiveltern tragen eine Mitschuld. Wenn man aus einem Drittweltland ein Kind adoptiert, kann man nicht einfach die Verantwortung auf die Behörden abschieben. Wer ein Kind adoptiert kann nicht einfach wegschauen!
    • NotWhatYouExpect 27.02.2020 14:10
      Highlight Highlight Warum sollte man den Behörden nicht trauen?
    • Francis Begbie 27.02.2020 15:41
      Highlight Highlight Hab ich gar nicht geschrieben... Es geht halt darum, dass die betroffenen Eltern meiner Meinung nach zu 100% mitschuldig sind. Gerade bei solchen heiklen Geschäften. Sobald mehr geld wie eine Entschädigung im Spiel ist, müssen die Alarmglocken läuten.
      Man bekommt ja beim Blutspenden auch nichts, und das ist ein viel weniger risikoreiches Business.
    • Bits_and_More 27.02.2020 16:50
      Highlight Highlight Die Frage ist, wem du sonst trauen kannst? Einer privaten Agentur?
      Spontan würde ich unseren Behörden mehr Vertrauen schenken, als irgend einer Agentur. Schade das dem nicht so war.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nkoch 27.02.2020 11:27
    Highlight Highlight Das ist so verdammt ekelhaft 🥺😥
  • Name_nicht_relevant 27.02.2020 11:23
    Highlight Highlight Ich finde es auch bedenklich das man Kinder kauft, es kann ja nicht sein das andere ein Vermögen zahlen oder ins Ausland gehen müüsen um Kinder zu zeugen und wiederum andere einen langen Prozess gehen müssen um zu Adoptieren. Diese Eltern haben die Kindern gekauft und wussten vieleicht nichts von dieser Mafia, aber die armen Kinder erfahren das sie ihre echten Eltern warscheinlich nie kennen lernen können wegen dem. Wie schrecklich.
    • Nkoch 27.02.2020 11:41
      Highlight Highlight Man kauft aus Prinzip keine Kinder, völlig egal ob der legale Weg, zu einem Kind zu kommen, mühsam und teuer ist oder nicht!
    • Francis Begbie 27.02.2020 14:41
      Highlight Highlight Die armen unwissenden Eltern... 🤦🏼‍♂️🤦🏼‍♂️🤦🏼‍♂️
    • Simsalabum 27.02.2020 17:38
      Highlight Highlight Es gibt eine Datenbank mit DNA von adoptierten Kinder und Müttern, denen die Kinder weggenommen wurden. Dadurch haben glücklicherweise auch ein paar wieder zusammen gefunden.
      Ich will damit nicht sagen, dass das die Sache ungeschehen oder besser macht.
  • insert_brain_here 27.02.2020 11:17
    Highlight Highlight Die Mentalität der Behörden hat sich nicht grossartig verändert: Immer gut darauf achten von nichts gewusst zu haben und zuständig ist ganz bestimmt jemand anderes. Gehandelt wird wenn überhaupt erst wenn ein Skandal in der Presse droht, zum Glück kann man sich dann aber darauf berufen, von nichts gewusst zu haben und überhaupt gar nicht zuständig gewesen zu sein.
  • CogitoErgoSum 27.02.2020 11:10
    Highlight Highlight Wurde auch hinterfragt, wieviel die Adoptiveltern vermuten oder wissen konnten? Wie sich zeigt, ist es für später wichtig, dass Eltern sicher sein können, dass wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Sonst werden sie selber mit Vorwürfen ihrer Kinder konfrontiert.
    • Holunder 27.02.2020 13:19
      Highlight Highlight Das würde mich auch interessieren.
      Möglicherweise wurden die auch hinters Licht geführt.
    • Ueli der Knecht 27.02.2020 13:24
      Highlight Highlight Gemäss UN-Kinderrechtskonvention ist es strengstens verboten, ein Kind aus seinem hergestammten Kulturkreis zu entfernen.

      Die Eltern wussten immerhin, dass sie ein Kind aus einem fremden Kulturkreis "beschaffen". Vielleicht glaubten sie, oder redeten sich ein, dass sie damit was gutes täten. Aber gerade deshalb kann man den Eltern vorwerfen, genau gewusst zu haben, was sie taten. Erst recht, wenn sie ihre Kultur paternalistisch über die Kultur des Kindes stellten.

      So zu tun, als ob man nichts gewusst hat, ist scheinheilig und unglaubwürdig. Nicht nur von Behörden sondern auch von Eltern.
    • insert_brain_here 27.02.2020 14:40
      Highlight Highlight @Ueli: Ich nehme mal an die Konvention gilt nicht wenn man Madonna oder Angelina Jolie ist?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Astrogator 27.02.2020 11:09
    Highlight Highlight Es ist immer wieder erschreckend wie wenig sich die Behörden für grundlegende Rechte von Menschen interessieren solange jemand Geld damit verdient.

    Unsere Justiz macht sich damit auch selbst angreifbar, man bekommt manchmal schon den Eindruck, dass man je nach Gusto wegschaut oder wegsperrt - unabhängig davon was eigentlich im Gesetz steht.
  • André Izneuk 27.02.2020 11:05
    Highlight Highlight Aufarbeitung ja, Veurteilung der Profiteuren ja, aber seien wir auch ehrlich: da ich selber lange in Asien war: letztendlich haben diese Kinder in der Schweiz eine fairere Lebenschance erhalten als in ihrem Heimatland. Aufarbeitung ja, ist wichtig, aber bitte Gesamtschau im Auge behalten...
    • G. Samsa 27.02.2020 11:44
      Highlight Highlight Das hat doch damit nichts zu tun.
      Die Kinder wurden verkauft, wie Ware gehandelt und bestimmt nicht gut behandelt.
      Kennst du die Herkunft jedes einzelnen Kindes um mit Gewissheit sagen zu können dass dies für das Kind die bessere Option war? Und weisst du wie es dazu kam dass die Eltern die Kinder weggegeben haben?
      Ohne dich zu kennen wage ich zu behaupten dass deine Asienreisen nicht ausreichen um einen Experten für diese Dinge aus dir zu machen.
    • Pfauenfeder 27.02.2020 11:57
      Highlight Highlight Finde ich ein sehr wichtiger input!
    • Astrogator 27.02.2020 12:08
      Highlight Highlight "letztendlich haben diese Kinder in der Schweiz eine fairere Lebenschance erhalten als in ihrem Heimatland."
      "Kinder der Landstrasse" und Verdingkinder wurden auch so gerechtfertigt.

      Flüchtlings- oder Entwicklungshilfe, mähh, lieber nicht.
      Kinder als Ware behandeln, hey, denen ging es bei uns ja eh besser, zeitliche Umstände, alles nicht so schlimm.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gopfridsenkel 27.02.2020 10:39
    Highlight Highlight Was ist eigentlich mit den 3 Damen, welche die Fäden damals in der Hand hielten, passiert? Sind sie verurteilt worden?
    • buffettino 27.02.2020 11:17
      Highlight Highlight Da stand wohl sehr schnell Verjährung an. Mögen sie sich vor Gott verantworten!
    • Helene Obrist 27.02.2020 11:41
      Highlight Highlight @Gopfridsenkel: Alice Honegger verstarb 1997. Dawn Da Silva soll laut Berichten heute 80-Jährig und noch am Leben sein. Rukmani Thavanesan-Fernando ist laut dem Verein Back to the Roots 2008 verstorben.
    • one0one 27.02.2020 13:12
      Highlight Highlight Da koennte man denken wenn die Honegger nicht gestorben waere ginge das noch heute so weiter :/
    Weitere Antworten anzeigen
  • Green Eyes 27.02.2020 10:26
    Highlight Highlight Wieder einmal eine traurige Geschichte, wo der Mensch meint, er könne tun und lassen was er will.
    Sehr schade, das die Behörden davon gewusst haben und das alles zugelassen haben.
    Ich hoffe für alle Kinder, mittlerweile bereits Erwachsene, dass sie zu ihren Antworten kommen und die Behörden sie in allen Belangen unterstützen.
    Nach Verdingkinder und diesen Fällen stellt sich mir die Frage, was für Leichen liegen noch begraben? Was für Ungerechtigkeiten wurden noch begangen? Wir werden wohl nie alles erfahren...
    • buffettino 27.02.2020 11:21
      Highlight Highlight Menschenversuche Münsterlingen. Zwangssterilisationen. Erziehungshaft für "moralisch Verwahrloste". u.v.m. Hört sich nach Volksrepublik an, war aber Schweiz.
    • Makatitom 27.02.2020 12:23
      Highlight Highlight Die "Romane" von Peter Butler wie "Berner Münstersturz", "Kristallgrotte" oder "Bunker Gstaad" beschreiben weitere Schweinereien der Schweizer Behörden bis ganz ach oben, wenn du meh wissen willst
    • Makatitom 27.02.2020 12:48
      Highlight Highlight Peter Beutler
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cirrum 27.02.2020 10:15
    Highlight Highlight Leider und zum Elend der armen Bevölkerung verschwindet die Moral sehr schnell wenn es um Geld geht. Was Menschen durch Gier alles erleiden müssen ist kaum vorstellbar.
    • Gubbe 27.02.2020 11:25
      Highlight Highlight Welche Gier meinst du? Die Gier derer, die ihr Kind verkauften, oder die Gier derer, die das Kind kauften.
    • Makatitom 27.02.2020 12:26
      Highlight Highlight Die Gier derjenigen die 5 Leben bräuchten um ihr bereits vorhandenes Vermögen aufzubrauchen und trotzdem immer noch mehr kassieren und immer noch weniger zum Gemeinwohl beitragen wollen
    • who cares? 27.02.2020 13:04
      Highlight Highlight @Gubbe, die Gier derjenigen, die ein solches Business etablieren. Konkret die 3 Frauen, die das Ganze organisiert haben.
  • rüeblisaft 27.02.2020 10:12
    Highlight Highlight Eine wahrlich traurige Angelegenheit.
    Aber verurteilen Betroffene ihre Adoptiveltern dafür? Als eine der Interviewten ihre Adoptivmutter als „Schauspielmutter“ bezeichnete... das muss schwer sein, sowas von der Tochter zu hören.
    • Astrogator 27.02.2020 11:12
      Highlight Highlight Ist sie die Tochter einer Mutter die sie illegal adoptierte, womöglich sogar gekauft hat?

      Ein unerfüllter Kinderwunsch ist schlimm, aber Kinder als Ware umherschieben ist schlimmer. Und nun müssen beide Parteien mit den Konsequenzen Leben mit dem Unterschied das eine Partei eine Wahl hatte, die andere nicht.
    • Pfauenfeder 27.02.2020 11:27
      Highlight Highlight Da ist nicht die adoptivmutter gemeint. Sie war in srilanka und hat ihre vermeintlichi leibliche mutter gefunden. Die hat ihr dann gesagt dass sie nicht ihre mutter sei sondern sich gegen geld dafür ausgegeben hat. Deshalb schauspielmutter
    • Pfauenfeder 27.02.2020 11:30
      Highlight Highlight Auf deine andere frage: ich als eines dieser kinder verurteile meine eltern nicht dafür. Sie haben im guten Willen gehandelt und mir trotz allem ein leben geschenkt welches ich in srilanka nie gehabt hätte...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Baumann moni 27.02.2020 10:09
    Highlight Highlight Gottseidank kommt immer mehr ans licht. Zu Recht. Den die Schweiz ist nicht das was wir immer meinen ein guter staat. Die Regierungen und Ämter haben uns viel schaden zugefügt. Der gute Ruf der Schweiz pröckelt und das ist gut so
    • andy y 27.02.2020 15:32
      Highlight Highlight Das Aufdecken solcher Vorgänge finde ich richtig, das die Schweiz immer wieder die Finger darin hat eher weniger Das dadurch der Ruf "bröckelt" ist unausweichlich, aber gut finde ich das Ganz und gar nicht.

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