Zusammenleben früher und heute – wie sich das Wohnen in der Schweiz verändert hat
Wie wir wohnen, sagt viel darüber aus, wie wir leben. In der Schweiz hat sich das Zusammenleben in den vergangenen Jahrzehnten tiefgreifend verändert – leise, aber nachhaltig. Wo früher mehrere Generationen oder kinderreiche Familien auf engem Raum zusammenlebten, sind heute kleinere Haushalte, mehr Wohnfläche pro Person und höhere Ansprüche an Komfort zur Norm geworden.
So ist beispielsweise die Wohndichte in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken. Gemessen wird sie meist als Anzahl Personen pro Zimmer und dient als zentraler Indikator dafür, wie viel Wohnraum den Menschen zur Verfügung steht. Laut Daten des Bundesamts für Statistik (BfS) lag die Wohndichte im Jahr 1970 bei rund 0,79 Personen pro Zimmer. Seither ist sie deutlich zurückgegangen und betrug 2024 noch etwa 0,59 Personen pro Zimmer.
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Diese Entwicklung zeigt, dass sich der verfügbare Wohnraum pro Person deutlich erhöht hat. Gründe dafür sind unter anderem steigender Wohlstand, kleinere Haushaltsgrössen, der Rückgang von Mehrgenerationenhaushalten sowie veränderte Wohnansprüche. Trotz wachsender Bevölkerung wohnen die Menschen heute im Durchschnitt also weniger dicht als früher.
Das zeigt auch die Belegungsdichte. Wohnten 1970 durchschnittlich noch 2,9 Personen zusammen in einem Haushalt, waren es 2024 nur 2,2 Personen pro Wohnung.
Über 45 Quadratmeter pro Person
Auch die durchschnittliche Wohnfläche pro Person hat sich in der Schweiz im Laufe des 20. Jahrhunderts deutlich verändert. Besonders auffällig ist der Rückgang bis in die 1960er-Jahre, als einer Person im Durchschnitt nur rund 41 Quadratmeter zur Verfügung standen – ein Ausdruck von Wohnraummangel, starkem Bevölkerungswachstum und vergleichsweise grossen Haushalten. Ab den 1970er-Jahren nahm die Wohnfläche pro Person kontinuierlich zu und erreichte in den frühen 2000er-Jahren mit über 50 Quadratmetern ihren Höchststand.
In den letzten Jahren ist hingegen eine leichte Abnahme bzw. Stabilisierung zu beobachten. Dies deutet auf eine verstärkte Verdichtung, steigende Bodenpreise und veränderte wohnpolitische Rahmenbedingungen hin. Insgesamt zeigt sich, dass der langfristige Trend zu mehr Wohnraum pro Person zwar anhält, sich zuletzt jedoch abgeschwächt hat.
Auch Wohnungsfläche sinkt wieder
Die gleiche Entwicklung zeigt sich auch bei den Wohnungsgrössen. Im Jahr 2024 betrug die durchschnittliche Fläche in der Schweiz pro Haushalt rund 99 Quadratmeter. Diese Zahl ist seit 2000 (97 Quadratmeter) relativ stabil geblieben. Grund ist, dass die vor 1981 erbauten Wohnungen, welche noch immer weit mehr als die Hälfte des Wohnungsbestands ausmachen, eine durchschnittliche Fläche von weniger als 100 Quadratmeter haben.
Die zwischen 2001 und 2005 erbauten Wohnungen weisen mit 131 Quadratmetern die grösste durchschnittliche Wohnfläche auf. Der Trend ist jedoch rückläufig. Die Wohnfläche der in den letzten zwanzig Jahren erbauten Wohnungen ist im Durchschnitt wieder kleiner geworden.
Mittelgrosse Wohnungen dominieren
In Bezug auf die Anzahl Zimmer dominieren in der Schweiz seit Jahrzehnten klar die 3- und 4-Zimmerwohnungen. Zusammen machen sie nahezu die Hälfte des gesamten Wohnungsbestands aus. Bereits 1990 entfielen rund 28 Prozent auf 3-Zimmer- und gut 26 Prozent auf 4-Zimmerwohnungen. Dieses Verhältnis hat sich bis heute nur geringfügig verändert: 2024 lag der Anteil der 3-Zimmerwohnungen bei 27,1 Prozent, jener der 4-Zimmerwohnungen bei 27,3 Prozent.
Kleinere Wohnungen mit ein oder zwei Zimmern spielen zwar eine wichtige Rolle, insbesondere in Städten und für Einpersonenhaushalte, machen jedoch zusammen deutlich weniger als ein Drittel des Bestands aus. Gleichzeitig ist der Anteil von grossen Wohnungen mit fünf oder mehr Zimmern relativ stabil geblieben.
Wohneigentumsquote steigt langsam
Die Schweiz ist traditionell ein Mieterland. Bereits im frühen 20. Jahrhundert nahm die Zahl der Mieterinnen und Mieter stark zu – nicht nur in der Stadt, sondern auch auf Land. Bereits 1970 lebten knapp 70 Prozent der Bevölkerung in Mietverhältnissen, während weniger als ein Drittel Wohneigentum besass. Zwar ist der Anteil der Eigentümerinnen und Eigentümer seither langsam gestiegen, doch blieb die Mehrheit der Haushalte stets zur Miete wohnhaft.
Im Jahr 2023 betrug der Mietanteil immer noch 61 Prozent, während 35,8 Prozent im eigenen Eigentum lebten. Zwar haben sich die Wohnverhältnisse zuletzt leicht zugunsten des Eigentums verschoben, die Schweiz ist allerdings ein Land der Mieterinnen und Mieter geblieben. Hohe Immobilienpreise, begrenztes Bauland und eine historisch starke Ausrichtung auf den Mietwohnungsbau prägen diese Entwicklung bis heute.
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Steigende Kosten – vor allem für Mieterinnen und Mieter
Die Wohnkosten haben sich in der Schweiz langfristig deutlich erhöht. Die Entwicklung der Wohnungsmieten zeigt seit 1940 einen nahezu kontinuierlichen Anstieg, gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise. Besonders stark fiel der Anstieg in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg sowie seit den 1990er-Jahren aus. Während sich die Wohnverhältnisse gleichzeitig verbessert haben – mit mehr Wohnfläche pro Person und höherem Ausbaustandard –, verteuerte sich das Wohnen stetig.
Wie stark diese Kosten die Haushalte belasten, zeigt der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen. Zwischen 2006 und 2021 gaben Mieterhaushalte konstant rund 18 bis 19 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aus und tragen damit die höchste Belastung. Haushalte im Wohneigentum waren deutlich weniger belastet: Ihr Wohnkostenanteil sank im gleichen Zeitraum von rund 13 auf unter 9 Prozent.
Insgesamt ist der Anteil der Wohnkosten am Einkommen leicht rückläufig, die Unterschiede zwischen Mietern und Eigentümern bleiben jedoch ausgeprägt.
