Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Für Martin, Noëlle und Mattia kehrt nach den Lockerungen nur bedingt Normalität ein. Sie gehören zur Risikogruppe und müssen sich weiterhin besonders gut schützen. bild: watson

«Wir kämpfen für ein Leben in Isolation. Das ist alles andere als lustig»

Sie sind unter 30 Jahre alt und gehören zur Risikogruppe. Martin, Mattia und Noëlle erzählen im Video, wie es ist, sich weiter isolieren zu müssen, während die Gesellschaft langsam zur Normalität zurückkehrt.

Jara Helmi, Lino Haltinner


Kurz nachdem die Massnahmen des Bundes beschlossen worden waren, haben die drei jungen Risikopatienten Martin, Mattia und Noëlle von ihrem neuen Alltag in Isolation und ihren Ängsten erzählt.

Heute, einen Monat später, freuen sich viele der Nicht-Risikopatienten auf das Stück Normalität, das kommenden Montag zurückkehrt. Bei Martin, Mattia und Noëlle hingegen ist die Stimmung gespalten. Nicht alle drei fühlen sich genügend geschützt und vorbereitet auf das Leben nach den Lockerungen.

Martin, 28, Morbus Crohn

Der 28-jährige Martin leidet an der Morbus-Crohn-Krankheit und nimmt immunsupprimierende Medikamente und gehört deshalb zur Risikogruppe. Seit Wochen geht er nur für Arztbesuche und Notfälle nach draussen und vermeidet Kontakte. Mit den Lockerungen seien die Erwartungen an ihn als Risikopatienten wieder gestiegen, obwohl das Virus für ihn noch immer tödlich sei. Im Video erzählt Martin, wie es sich für ihn anfühlt, wenn er sich dem Risiko aussetzen müsste und weshalb sein Leben in Isolation nach den Lockerungen noch schwieriger geworden ist:

Video: watson

Mattia, 22, Muskeldystrophie

Weil sich die Herz- und Lungenmuskeln aufgrund der Muskeldystrophie (Typ «Duchenne») beim 22-jährigen Mattia zurückbilden, gilt er als Risikopatient. Trotz Besuchsverbot im Wohnheim konnte er sich mit Gaming, Telefonieren und kurzen Spaziergängen bei Laune halten. Im Video erklärt Mattia, warum er nicht das Gefühl hat, dass die Risikogruppe vergessen geht, und wie er sich nun schützt:

Video: watson

Noëlle, 22, Chemotherapie

Vor drei Monaten konnte Noëlle die Chemotherapie beenden. Ihr Immunsystem war danach aber noch geschwächt, weshalb sie als Risikopatientin galt. Obwohl ihr Immunsystem wieder gestärkt ist, raten ihr die Ärzte, sich zu schützen. Im Video erzählt sie aus ihrem neuen Berufsalltag und wie sie sich nach den Lockerungen verhalten wird:

Video: watson

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Was du über die Corona-Verhaltensregeln wissen musst 😉

So kann man Grosseltern trotz Corona-Shutdown besuchen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

24
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MGPC 07.05.2020 07:37
    Highlight Highlight Eine ernsthaft gemeinte Frage an die Risikogruppe. Was passiert wenn Ihr eine schon bekannte Grippe bekommt? Ist diese genauso so schlimm oder macht die euch nichts.
    • Biindli 07.05.2020 10:05
      Highlight Highlight Doch auch eine Grippe kann mühsam sein und einen schweren Verrlauf nehmen, deshalb lass ich mich impfen.
    • Sergej Mütlich 07.05.2020 10:40
      Highlight Highlight bei mir hats mit einer verschleppten grippe angefangen (vermutlich, hab mehrmals gehört es sähe nicht nach krebs aus, und alle anderen tests waren auch negativ) und bin jetzt seit über einem halben jahr wegen einer wasserlunge in behandlung. kleine operation (thorakoskpie) und kortisol haben die flüssigkeit weggebracht, aber ich bin mehrmals von einer erkältung zurück ins bett getrieben worden, darum will mir mein arzt im moment nicht mal physiotherapie verschreiben -.-
  • rudolf_k 07.05.2020 01:24
    Highlight Highlight Verstehe jetzt nicht, inwiefern andere längst ‚etablierte‘ Viren für diese Menschen nicht genau so eine Gefahr wären.
    • Sergej Mütlich 07.05.2020 10:51
      Highlight Highlight weil sie etabliert sind.
      kurz gesagt bilden menschen resistenzen gegen krankheiten, denen sie schonmal ausgesetzt waren, und nur durch mutationen können diese viren dann wieder die alte abwehr durchdringen (grippeviren zum beispiel mutieren sehr schnell, darum gibt es jedes jahr eine neue welle, die verschiedene personen unterschiedlich hart trifft, je nach dem welche grippeviren ihr körper schon kennt (HxNx varianten)). ausserdem sind gegen "alte" viren medikamente und impfungen vorhanden. aber natürlich sind alle anderen viren deswegen nicht weniger gefährlich...
  • lichtraumprofil 06.05.2020 22:56
    Highlight Highlight Auch ich habe Morbus Crohn und bekomme Infusionen, die das Immunsystem schwächen (mir aber gut tun, da ich beschwerdefrei leben kann). Bislang habe ich die Regeln strikt eingehalten. Mittlerweile schaue ich immer noch drauf, besonders auf die Hygiene, aber habe mit Abstand z. B. wieder Angehörige und eine Freundin getroffen. So wie andere auch schreiben, wird die Krankheit bis zu einer Impfung und wohl darüber hinaus unter uns sein. Meines Wissens bietet auch eine Impfung keine Garantie. Von daher müssen wir wohl oder übel damit leben lernen. Und mit dem Risiko einer Ansteckung.
  • Biindli 06.05.2020 19:49
    Highlight Highlight Ich finde jede/r Risikopatient/in soll für sich selber entscheiden. Ich muss wie Martin immunsupprimierende Medikamente nehmen. Gemäss meiner Ärztin riskiere ich im Besonderen einen langwierigen jedoch milden Verlauf. Für mich ist es völlig in Ordnung nun wieder vermehrt im Büro zu arbeiten, einkaufen zu gehen etc. Als Mutter von 2 Kindern kann ich mich eh nicht abkapseln. In gewissen Situationen werde ich aber klar Maske tragen und auf einiges verzichte ich noch zähneknirschend. Ich finde aber die Gesellschaft muss nun eine Weile kulant sein bis sich alle wieder sicher fühlen.
  • Zat 06.05.2020 19:04
    Highlight Highlight Ich bin jetzt auch seit zwei Monaten zuhause, und gehe nur einmal wöchentlich für einen Spaziergang raus, weg von anderen Menschen. Meine Situation ist ähnlich wie bei Martin, ich merke, wie das Verständnis wieder kleiner wird. Was ich so erzählt bekomme, halten sich hier auch immer weniger Leute an die Empfehlungen, weil sie denken, es passiert ja nichts. Ich hoffe, ich kann noch länger im home office bleiben, bis es draussen wirklich wieder sicher ist. Eure Beiträge machen mir Mut, dranzubleiben, so gut es eben geht.
    • Rüebliraupe 06.05.2020 19:28
      Highlight Highlight Heisst das denn im Grund genommen, dass du erst wieder unter die Leute kannst, wenn es eine Impfung gibt?

      Diese Lungenkrankheit wird ab jetzt - so wie ich das verstanden habe - immer existieren und eine Bedrohung für Menschen mit schwachem Immunsystem sein.
  • Cpt. Jeppesen 06.05.2020 19:00
    Highlight Highlight Meinen aller grössten Respekt und Dank an Martin, Mattia und Noëlle, dass ihr euch getraut habt hier in der Öffentlichkeit von WATSON euren Fall zu erzählen. Dieses erfordert viel Mut. Damit wird mit der Mär aufgeräumt, dass es eh nur alte Leute trifft, "die ja sowieso schon mit einem Bein im Grab stehen".
    Ich muss gestehen, dass ich mir, je länger, desto schwerer mit dem "social distancing" tue. Im gewissen Sinne halte ich mich immer noch für unsterblich, auch wenn die Fakten ganz klar dagegen sprechen ;-)
    Eure Geschichten fordern mich wieder stärker diszipliniert zu sein.
    Wünsche alles Gute!
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 06.05.2020 18:36
    Highlight Highlight Ist es aber nicht auch ein ungeheures Risiko sich als Morbus Crohn Betroffener Tattoos stechen zu lassen ?
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 06.05.2020 19:27
      Highlight Highlight Da nützt blitzen nichts. Sich informieren wäre klüger, natürlich ist jede Verletzung der Haut für Morbus Crohn betroffene ein Risiko.
    • 45rpm 06.05.2020 20:34
      Highlight Highlight Wenn alle Hygienestandards eingehalten werden, dann spricht nichts dagegen. Und man kann sich auch selber Tattoos stechen.
    • p4trick 07.05.2020 01:05
      Highlight Highlight Hä? Keine Ahnung was Morbus Crohn ist? Einfach mal zuerst Googlen bevor man ein Kommentar schreibt der absolut keinen Sinn macht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sayonara 06.05.2020 18:18
    Highlight Highlight Ich finde es traurig wie nun viele öffentlich die Schuld an der ganzen Misere auf die Risikogruppe abschieben. Da wird im Umfeld proletet, a
    ls hätte man sein Leben nur eingeschränkt für diese Leute, als wären sie für all die Schulden und Schicksale verantwortlich, weil "man hätte nur diese Leute isolieren müssen, dann hätte man...". Vergessen ist die Zeit als alle verunsichert waren, als man auf Instagram zeigen konnte was für ein Gutmensch man ist #stayhome. Zurück zum Egoismus. Ich wünsche den Betroffenen viel Kraft und Ausdauer!
  • M.A.S.H2020 06.05.2020 17:28
    Highlight Highlight Ja, akzeptiere ich voll und ganz, dass es für Betroffene nicht einfach ist. Die Wirtschaft weiter massiv zu schädigen und alle anderen Menschen solidarisch einzusperren, obwohl beides weder nötig noch tragbar ist, kann aber nicht verlangt werden.

    Risikogruppen müssen sich halt nun stärker isolieren und einschränken und tragen trotzdem ein höheres Risiko, so ist das nunmal.
    • M.A.S.H2020 07.05.2020 15:02
      Highlight Highlight @SwissWitchBitch
      wie das gehen soll, wie es vorher auch funktioniert hat.

      Wenn Menschen ein besonderes Risiko haben, weil z.B. ihr Imunsystem geschwächt ist, mussten sie sich besonders schützen und konnten ihrer Arbeit nachgehen oder nicht. Wer nicht arbeiten kann, dafür haben wir Systeme.
      In Zeiten von Corona ist es für Betroffene noch etwas intensiver, aber das System bleibt das gleiche.
  • Stinkstiefel 06.05.2020 17:11
    Highlight Highlight "nimmt Immunsupprimierende Medikamente und gehört deshalb zur Risikogruppe"
    "obwohl das Virus für ihn noch immer tödlich sei"

    Bei allem Verständnis für die Ängste dieser Personen, diese Behauptungen werden in der medizinischen Forschung in Frage gestellt!

    Hier ein Auszug aus einer Studie aus Bergamo:
    "In conclusion, the available data on past and present coronavirus outbreaks suggest that immunosuppressed patients are not at increased risk of severe pulmonary disease compared with the general population."

    https://aasldpubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/lt.25756
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 07.05.2020 10:10
      Highlight Highlight Watson Lesende sind die Guten, da darfst du in solchen Dingen nicht kritisch sein .
  • John Steam in the snail hole 06.05.2020 17:04
    Highlight Highlight Ist denn das Risiko wirklich so gross? Wird da nicht extrem übertrieben? Schlussendlich hätten diese Personen ja auch bereits vor Corona isoliert leben müssen wenn es wirklich so schlimm ist. Ausserdem denke ich nicht, dass 30 jährige sterben, obwohl sie Vorerkrankungen haben. Vergleichbare Fälle weltweit sind an einer Hand abzuzählen. Das soll nichts beschönigen und ich nehme diese 3 Einzelschicksale auch ernst, aber ich halte es doch für etwas übertrieben.
    • Sergej Mütlich 07.05.2020 11:08
      Highlight Highlight das problem ist doch, dass man das schlicht nicht weiss? ich bin jetzt seit über einem halben jahr mit lungenproblemen zuhause, muss immunsupprimierende medikamente nehmen, und bein pneumologe meint ich gehöre "wahrscheinlich schon" zur risikogruppe ¯\_(ツ)_/¯
  • soulpower 06.05.2020 16:53
    Highlight Highlight In meiner näheren Verwandtschaft gibt es leider auch eine ähnliche Situation, und die meisten können sich die Schwierigkeiten einer solchen Auseinandesetzung für die Betroffenen und ihre Nächsten kaum vorstellen. Danke für diesen Bericht!

10 Tage Sommerferien in der Schweiz – hier kommt der fixfertige Urlaubsplan Vol. 3

Nach den Ferienvorschlägen für den Jura und die Innerschweiz entdecken wir heute ein eher unbekanntes Gebiet: im und um das Zürcher Oberland. Ideal auch mit Kindern. Viel Spass!

Auch wenn die Grenzen doch noch öffnen: Ferien in der Schweiz dürfte für viele die Realität bedeuten. Damit wir nicht alle an den bekannten Hotspots die schönsten Tage im Jahr verbringen müssen, zeigen wir euch hier einige Vorschläge. Nach der Entdeckung des Juras und der Innerschweiz zieht es uns in der dritten Folge etwas nordöstlicher: von Winterthur via Tösstal ins Zürcher Oberland bis Rapperswil.

Warum? Der Autor kommt aus der Gegend. Eine Arbeitskollegin aus dem Aargau meinte kürzlich zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel