Pfister zur Armee: «Zusammenarbeit mit NATO absolut notwendig»
Der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister hat sich am Donnerstag den Medien präsentiert und seine Motivation für die Bundesratswahlen erläutert. Um sich in Bundesbern bekannt zu machen, setzt er wie sein Mitte-Konkurrent Markus Ritter auf externe PR-Unterstützung.
«Mit viel Demut sage ich heute, dass ich Bundesrat werden will», so Martin Pfister am Donnerstag vor den Medien. Er könne Führungsarbeit leisten, liebe das Gestalten und trage gerne Verantwortung. Der Zuger hatte in die historische Rathus-Schüür in Baar eingeladen. Früher unter anderem ein Aufbewahrungsort für Postfahrzeuge, heute ein Ort, wo Kleinkunst präsentiert wird.
Peter Rust, Präsident der kantonalen Mitte-Partei und Zuger Kantonsrat, bezeichnete Martin Pfister zu Beginn der Medienkonferenz als «Brückenbauer und Teamplayer». Er steige nicht in der Pole-Position ins Rennen um die Nachfolge von Viola Amherd. «Es gibt aber für Martin Pfister noch viele Gelegenheiten, sich in Bundesbern zu präsentieren», so Rust.
Gespräche mit Bundesparlamentariern
Um unter der Bundeshauskuppel bekannter zu werden, hat der Mitte-Politiker eine PR-Beraterin engagiert, wie er auf eine Frage einräumte. Zudem habe er ein Team um sich herum aufgebaut, das ihn während der Hearings vor den Parteien unterstützen werde. Des Weiteren suche er das Gespräch mit Bundesparlamentarierinnen und Bundesparlamentariern.
Martin Pfister, wohnhaft in Allenwinden, einem Weiler von Baar, hatte seine Kandidatur für die Nachfolge von Mitte-Bundesrätin Viola Amherd erst kurz vor Ablauf der Meldefrist am Montag bekannt gegeben. Es sei nicht seine Art, Schnellschüsse zu produzieren, sagte er. Und ergänzte, mit einem Schmunzeln an die Medienschaffenden, er habe den Journalisten Zeit geben wollen, ihre Archive zu konsultieren, bevor diese ihm Fragen stellten, so Pfister.
Der Vater von vier erwachsenen Kindern hat einst Geschichte und Germanistik in Fribourg studiert und ist ausgebildeter Lehrer. Zu Studienzwecken weilte er einst an der Stanford University in Kalifornien. Von 2006 bis 2015 politisierte er im Kantonsparlament, seit 2016 ist er Zuger Gesundheitsdirektor.
Er sagte, dass er sich schwertue mit Vorbildern. Am früheren Bundesrat Kurt Furgler (CVP) habe er seine Intelligenz und Eloquenz bewundert, den letzten Zuger Bundesrat Hans Hürlimann (CVP) habe er für seine strukturierte Arbeitsweise geschätzt.
«Grosser Nachholbedarf bei der Armee»
Martin Pfister bekleidete in der Armee den Rang eines Obersts. Er führte ein Rettungsbataillon und kommandierte zwischen 2004 und 2012 die Katastrophenhilfe der Armee in den Kantonen Zug, Uri, Schwyz, Graubünden und Tessin. Noch fühle er sich in Kasernen und auf Waffenplätzen wohler als im Bundeshaus, sagte Pfister. Im Falle einer Wahl in das Verteidigungsdepartement würde er zuerst analysieren, welche Aufgaben und Probleme am ehesten anzupacken seien, so der Bundesratskandidat. Die Armee sei aktuell zu wenig ausgerüstet, es herrsche grosser Nachholbedarf.
Auf die Journalistenfrage, was ihn von seinem Mitte-Konkurrenten unterscheide, sagte er, er wolle sich vom Ostschweizer nicht distanzieren. Wichtig sei, dass das Parlament eine Auswahl treffen könne. «Meine langjährige Exekutiverfahrung, meine Herkunft aus der Zentralschweiz und aus einem Geberkanton machen meine Kandidatur attraktiv.»
Mittelmässiges Französisch
An der Medienkonferenz in Baar wurden dem Zuger mehrere Fragen auf Französisch gestellt. Er gab zu, Französisch im Alltag nicht mehr oft gebraucht und geübt zu haben. Wenn er im Alltag wieder damit konfrontiert werde, werde die Übung aber bald wieder kommen.
Pfister bekannte sich an der Medienkonferenz zum bilateralen Weg zur EU und wünscht sich «gute, stabile Beziehungen mit der EU». Sobald die kompletten Verträge öffentlich seien, gelte es, diese genau zu studieren.
Weiter erklärte der Zuger, dass er bei einer Wahl in die Landesregierung integrierend wirken wolle. Er bekunde Mühe mit Blöcken in einer Regierung, sagte er. «Es wäre mein grosses Ziel, dass die Kollegialregierung funktioniert.»
Die Zentralschweiz hatte schon längere Zeit kein Mitglied mehr im Bundesrat. Der Freisinnige Kaspar Villiger gehörte dem Gremium von 1989 bis 2003 an. Gar über 50 Jahre ist es her, seit letztmals eine Person aus dem Kanton Zug in den Bundesrat gewählt wurde: Hans Hürlimann (CVP) übte das Amt von 1974 bis 1982 aus.
Die Bundesratswahl findet am 12. März statt. (sda)
- Martin Pfister möchte als Nachfolger der abtretenden Viola Amherd in den Bundesrat.
- Der 61-Jährige ist seit 2016 Zuger Regierungsrat und Gesundheitsdirektor.
- Pfister ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder.
- In die Politik eingetreten ist er 2005.
- Neben Martin Pfister kandidiert auch Nationalrat und Bauernpräsident Markus Ritter.
Die Medienkonferenz ist zu Ende
Stadt- oder Landvertreter?
Alle Meinungen sollen ernst genommen werden
Mühe bekundete Pfister mit Blöcken in der Regierung. Eine Regierung müsse integrierend sein und die Meinungen aller ihrer Mitglieder ernst nehmen. «Es wäre mein grosses Ziel, dass die Kollegialregierung funktioniert.» Ansonsten könne man auch auf das Modell mit einer Oppositionspartei wechseln, argumentiert er. (sda/kek)
Sind sie auch für junge Menschen ein geeigneter Bundesrat?
Frage zu Sprachkenntnissen
Bestes Argument
Ausserparteilicher Kontakt
Pfister sagte bei seiner Präsentation vor den Medien in Baar ZG auch, er habe ein Team um sich herum aufgebaut, das ihn während der Hearings vor den Parteien unterstützen werde. Er werde in den nächsten Wochen auch Beziehungspflege betreiben. (sda/kek)
Politisches Vorbild
«Braucht es jemanden wie Sie der viel Zeit braucht, um sich einzulesen?»
Übernahme VBS
Würde nach ein, zwei Jahren ein anderes Departement frei, wäre es nicht sinnvoll, zu wechseln, sagte Pfister an der Medienkonferenz in Baar ZG. Eine Perspektive von zwei Legislaturen verpflichte dazu, langfristig zu denken und Verantwortung zu übernehmen. (sda)
Verhältnis zur EU
Externe PR-Beratung
Beziehung mit SVP
Umgang mit Finanzen
Frage zu 80-Stunden-Woche
Unterschied zu Ritter
Doppelbelastung
Wie passiert der Armeeausbau?
Eine NATO-Mitgliedschaft sei kein Ziel, betonte der Zuger Regierungsrat und Bundesratskandidat Martin Pfister am Donnerstag in Baar ZG vor den Medien. Aber es gelte, die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und zum Training mit der NATO zu nutzen. «Die NATO ist für die Sicherheit in Europa absolut nötig.»
Er sprach sich zudem für eine rasche Aufstockung des Armeebudgets aus. «Die Armee hat nach langer Zeit der Friedensdividende einen hohen Bedarf, ihre Verteidigungsfähigkeit wieder herzustellen.» Dabei müsse aber die Balance gefunden werden zwischen Bedürfnissen der Armee und des ausgeglichenen Staatshaushaltes.
«Ich plädiere dafür, der Armee möglichst schnell mehr Mittel zu geben und die Armee dorthin zu führen, wo sie hin muss.» Die Armee sei zu wenig ausgerüstet, da gebe es Nachholbedarf.
Angesprochen auf die Probleme im Verteidigungsdepartement sagte er, er wolle sich zunächst einen Eindruck verschaffen, Gespräche führen, Analysen vornehmen und danach Entscheide treffen. Amherd habe mit viel Erfolg gearbeitet, sagte er und verwies auf das Ja zum Kauf von neuen Kampfflugzeugen.
Er habe sich Zeit genommen für seinen Entscheid. Er habe den Journalisten Zeit geben wollen, ihre Archive zu konsultieren, bevor sie ihm Fragen stellten, so Pfister. (sda)
Lob für Viola Amherd
Probleme im VBS
Frage zu Scheinkandidatur
Die Fragerunde ist eröffnet
Departementzuteilung
Sein Sohn stecke derzeit in einem Armee-Wiederholungskurs, sagte Pfister. (kek/sda)
Moderne und innovative Schweiz
Martin Pfister ergreift das Wort
Es sei nicht seine Art, leichtfertig zu handeln, sagte er. Die Kandidatur habe er zusammen mit Angehörigen und für sich selbst genau geprüft. «Mit viel Demut sage ich heute, dass ich Bundesrat werden will», sagte er. (kek/sda)
