Schweiz
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Der Vorzeige-Flieger in Nöten: So kam die Swiss zu ihrer Problem-Maschine

Die Swiss bezeichnete die Beschaffung der 29 Bombardier-Flugzeuge einst als Quantensprung. Nun muss die Airline die Maschinen grounden. Über 100 Flüge fallen aus, rund 10'000 Passagiere sind betroffen.

Andreas Möckli / ch media



ARCHIVBILD ZUR VORÜBERGEHENDEN STILLLEGUNG DER SWISS-EUROPAMASCHINEN VOM TYP C-SERIES, AM DIENSTAG, 15. OKTOBER 2019. DIE MASCHINEN MÜSSEN WEGEN TRIEBWERKSPROBLEMEN EINER UMFASSENDEN INSPEKTION UNTERZOGEN WERDEN. ---- Der Bombardier CS100, das neue Flugzeug der Swiss, aufgenommen an einer Medienkonferenz auf dem Flughafen Zuerich in Kloten, am Donnerstag, 18. Juni 2015. Die Swiss wird die bisherigen Flugzeuge der Avro RJ100-Flotte (Jumbolino) mit Jets der grundlegend neu entwickelten Bombardier CSeries ersetzen. Dies erfolgt schrittweise ab 2016 waehrend rund zweier Jahre.(KEYSTONE/Walter Bieri)....The Bombardier CS100 jet of Swiss International Airlines, pictured during a media presentation at a hangar at Zurich-Airport in Kloten, Switzerland, Thrusday, 18 June 2015. The Bombardier CS100will replace the Avro RJ100 fleet at SWISS from 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die C-Series-Flotte der Swiss für Kurz- und Mittelstreckenflüge muss untersucht werden. Bild: KEYSTONE

Zuerst verzögerte sich die Auslieferung, im Betrieb kam es mehrfach zu Triebwerkproblemen – und nun das temporäre Grounding: Die Swiss-Flugzeuge von Bombardier haben der Fluggesellschaft wiederholt Probleme eingebrockt. Im Jahr 2009 bestellte die Lufthansa-Tochter 30 Maschinen des Typs C-Series der kanadischen Firma Bombardier für über eine Milliarde Franken.

Damit wurden die alten Jumbolino ersetzt, die als wahre Kerosin-Schleudern im Verruf standen. Ganz anders die Jets von Bombardier. Sie verbrauchen markant weniger Treibstoff und machen deutlich weniger Lärm.

Der damalige Swiss-Chef Harry Hohmeister war voll des Lobes. Die neuen Flugzeuge brächten in Sachen Effizienz und Komfort «einen Quantensprung» auf der Kurz- und Mittelstrecke. 2014 sollte die erste Maschine abheben. Doch die neuen Flieger liessen auf sich warten. Schuld waren Produktionsprobleme beim US-Triebwerkhersteller Pratt & Whitney.

Ein Drittel der Flotte ist von den Problemen betroffen

Im Juli 2016 landete der erste Bombardier-Flieger in Zürich. Inzwischen sind 29 Maschinen für die Swiss im Einsatz, davon 20 des Typs CS300, der knapp vier Meter länger ist. Er bietet mit 145 Sitzplätzen 20 mehr als jener des Typs CS100. Vor einem Jahr wurde die Flugzeugsparte von Bombardier durch Airbus gekauft. Damit wurden auch die Flugzeugbezeichnungen von Airbus übernommen: Die C-Series wurde zur A220.

Vom temporären Grounding der 29 Maschinen ist knapp ein Drittel der Swiss-Flotte betroffen. Probleme mit den Triebwerken gab es wiederholt (siehe Spalte rechts). Seit Ende Juli mussten drei Flugzeuge umkehren oder zwischenlanden. Gestern war eine Maschine auf dem Flug von London nach Genf betroffen. Triebwerkprobleme zwangen die Crew, in Paris zu landen.

Eine Untersuchung dauert bis zu fünf Stunden

In der Folge wurden einige Flüge annulliert oder mit Verspätung ausgeführt, vor allem in Genf. Kurz nach 15 Uhr meldete die Swiss dann das vorübergehende Grounding: Aufgrund eines neuen Vorfalls mit einem Triebwerk von Pratt & Whitney habe sich Swiss entschieden, eine umfassende Inspektion der Triebwerke der gesamten Bombardier-Flotte durchzuführen.

«Wir werden alles dafür tun, den Flugbetrieb unserer C-Series-Flotte schnellstmöglich wieder zu normalisieren und weiterhin einen sicheren Flugbetrieb gewährleisten zu können.»

Die Untersuchung einer Maschine dauert laut einer Swiss-Sprecherin vier bis fünf Stunden. Nur wenn ein Flugzeug diese bestehe, werde es in den regulären Flugbetrieb zurückkehren. Am Ende musste die Swiss etwas über 100 Flüge streichen. Rund 10'000 Fluggäste waren betroffen. Die Gesellschaft geht davon aus, dass spätestens ab Donnerstag der Betrieb wieder regulär laufe.

Die Firma nehme diese Vorfälle sehr ernst und stehe im engen Austausch mit den zuständigen Behörden, Airbus Canada und Pratt & Whitney, teilte die Swiss mit. «Wir werden alles dafür tun, den Flugbetrieb unserer C-Series-Flotte schnellstmöglich wieder zu normalisieren und weiterhin einen sicheren Flugbetrieb gewährleisten zu können.»

Die betroffenen Passagiere würden aktiv informiert und auf Kosten der Swiss auf die bestmögliche Alternative umgebucht. Zudem können Tickets annullierter Flüge kostenlos umgebucht oder erstattet werden.

Eilt Milliardär Martin Ebner zur Hilfe?

Hilfe sucht die Swiss unter anderem bei ihrer Partner-Airline Helvetic Airways des Schweizer Milliardärs Martin Ebner. Ein Sprecher der Schweizer Fluggesellschaft bestätigt auf Anfrage, von der Swiss kontaktiert worden zu sein. So wird Helvetic in den nächsten Tagen häufiger nach Florenz und London fliegen. Schon heute ist der Grossteil der elf Helvetic-Flugzeuge im Auftrag der Swiss unterwegs.

Financier Martin Ebner auf einem Sonderflug der Helvetic Airways anlaesslich des Neuerwerbs eines Airbus 319 von Zuerich nach Bern am Freitag, 31. Mai 2013. Die Fluggesellschaft Helvetic Airways wurde 2003 gegruendet und 2006 von Financier Martin Ebner uebernommen. Die Flotte besteht aus sechs Maschinen des Typs Fokker 100 und einer Airbus 319-100. Helvetic Airways beschaeftigt 210 Mitarbeiter. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Martin Ebner könnte der Swiss aus der Patsche helfen. Bild: KEYSTONE

Besorgt zeigen sich auch die Piloten der Swiss. «Man muss jetzt rausfinden, was Sache ist», sagt ein Sprecher des Swiss-Pilotenverbands Aeropers. Die Sicherheitsmassnahmen der Airline seien auf jeden Fall sinnvoll. Nervosität oder Angst herrsche bei den Swiss-Piloten derzeit nicht

Dafür nimmt der Verbandssprecher den US-Lieferanten der Triebwerke in die Pflicht: «Wir hoffen natürlich auf eine baldige Auflösung des Problems seitens des Triebwerkhersteller Pratt & Whitney.» (aargauerzeitung.ch)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Triple 16.10.2019 08:58
    Highlight Highlight Neue Technologien, neue Probleme. Leider lässt sich nicht alles am Boden simulieren und Probleme tauchen erst im Betrieb auf.
    Ist trotzdem ein interessantes Triebwerk mit viel Zukunftspotential.
  • Charlie Brown 16.10.2019 07:56
    Highlight Highlight Für alle SBB-Schenkelklopfer hier...

    Benutzer Bild
  • 7immi 16.10.2019 07:43
    Highlight Highlight Das Flugzeug, das von Bombardier war (heute Airbus Canada) funktioniert bestens. Die Triebwerke stammen von Pratt & Whitney. In diesem dürftigen Artikel wird nicht mal erwähnt, weshalb man Probleme hat. Das Getriebe ist die Neuerung. Dieses ermöglicht verschiedene Drehzahlen des grossen Fans und der den deutlich kleineren Blades des Enginecores. Bis anhin waren diese auf derselben Welle und man musste eine Kompromissdrehzahl finden.Dieses Getriebe ist sehr stark beansprucht und somit ziemlich komplex.Auch das Leap-Triebwerk macht aus diesen Gründen Probleme.Also nicht auf Bombardier rumhacken!
    • Supermonkey 16.10.2019 11:23
      Highlight Highlight Auch bitte nicht auf dem Getriebe rumhacken, die Probleme sind woanders...
    • 7immi 16.10.2019 14:30
      Highlight Highlight @supermonkey
      ja, mutmasslich aber durch Schwingungen vom Getriebe ausgelöst in gewissen Betriebszuständen...
    • Supermonkey 16.10.2019 15:42
      Highlight Highlight Wäre durchaus denkbar, da der LPC 1 nahe am Getriebe liegt, aber ist bis jetzt reine Spekulation 😊
  • Brobdingnagisch 16.10.2019 07:08
    Highlight Highlight Ein Quantensprung ist in der Physik ursprünglich eine winzig kleine Zustandsänderung - und dabei oft noch nicht mal stabil. Passt doch irgendwie, der Begriff 😏
    Klugscheissermodus off
  • Goldjunge Krater 16.10.2019 07:04
    Highlight Highlight Als Erstbetreiber eines neuen Flugzeugtyps gehört es dazu, mithelfen zu müssen, die ersten Kinderkrankeiten mitauszubügeln. Dafür gab es vorgängig grosszügige Rabatte von Bombardier und P&W. Immer noch ein guter Deal für Swiss.
  • mike2s 16.10.2019 06:51
    Highlight Highlight Das Prinzip des Getriebe-Fans bei Strahltriebwerken ist relativ neu.
    Vereinfacht gesagt je grösser der der Fans (die grosse Turbine beim Einlass) desto effizienter. Doch das ergibt ein Problem. Bei Volllasst, z.B. beim Start, bewegen sich die Spitzen der Fans mit Überschlall das ist laut und ineffizient. Darum haben die Pratt and Whitney Triebwerke des A220 ein Getriebe das der Fan nur ein Drittel so schnell dreht. Zahnräder so schnell drehen lassen ist nicht ohne.
    • ghawdex 16.10.2019 07:54
      Highlight Highlight Dein Post könnte ein wenig suggerieren das das Problem beim Getriebe liegt. Die letzten Votfälle betrafen aber afaik den Niederdruckkompressor Teil des Triebwerks.
    • Triple 16.10.2019 08:55
      Highlight Highlight @ghawdex, zwischen Niederdruck-Kompressor und Fan liegt das Getriebe.
    • 7immi 16.10.2019 09:55
      Highlight Highlight @ghawdex
      Gestern Abend ging man davon aus, dass Schwingungen ausgehend vom Getriebe in gewissen Betriebszuständen zu diesem Versagen führen. Somit ist das Getriebe durchaus als schuldig zu befinden ...
  • TheDoctor 16.10.2019 06:25
    Highlight Highlight Bombardier... Oje oje... Halbfertige Züge für die SBB und problembehaftete Flugzeuge für die Swiss.
    Immerhin: Die London Underground scheint trotz Bombardier Fahrzeugen sehr zuverlässig.
    • 03_szust 16.10.2019 08:18
      Highlight Highlight Lesen ist wohl nicht so deine Stärke... Das Problem liegt beim Triebwerk von Pratt & Whitney und nicht beim Rest des Flugzeugs vom Bombardier bzw. Airbus
    • Der Rückbauer 16.10.2019 08:46
      Highlight Highlight Nein, es ist weder Bombardier noch P&W, es ist die Zuliefererfirma Zahnradmaag in der Maaghalle, welche die Zähnrädli liefert. Oder dann der Niederdruckkompressor, welche von der Garage Muimui in Ougadouga stammt.
  • Charlie Runkle 16.10.2019 06:10
    Highlight Highlight Wurde die swiss diesbezüglich von der sbb beraten?
    • Rasti 16.10.2019 09:09
      Highlight Highlight Stell dir mal vor, dass dieser Flieger von Bombardier Aerospace kommt und nicht von der Firma, die die Bombardier Züge herstellt.😱 Gehören zwar beide dem gleichen Dachknzern, sind aber nicht die gleichen Betriebe. Zudem hat Bombardier bis auf die Geschäftsreiseflugzeuge alle Flugzeugprogramme verkauft.

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