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Tiger-Kampfjet der Schweizer Armee im Raum Melchsee-Frutt abgestürzt – Pilot unverletzt

26.05.2021, 09:5226.05.2021, 14:13
Die Absturzstelle
Die AbsturzstelleBild: Vbs

Ein Tiger-Kampfjet der Schweizer Armee ist am Mittwochvormittag im Raum Melchsee-Frutt OW über unbewohntem Gebiet abgestürzt. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und blieb unverletzt.

Er konnte durch die Rettungsflugwacht geborgen werden, wie das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mitteilte. Warum der Tiger F-5 abgestürzt ist, ist noch unklar. Ein militärischer Untersuchungsrichter hat seine Arbeit aufgenommen.

Der Kampfjet sei um etwa 08.30 Uhr in Payerne VD zu einem Luftkampf-Training mit zwei FA-18 gestartet, sagte Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Tiger sei als Sparringpartner eingesetzt worden.

Er habe also «den Gegner simuliert» und so den jungen Piloten der beiden FA-18 das Luftkampf-Training ermöglicht. Im Rahmen dieses Trainings fliege der Sparringpartner gewisse Manöver, auf welche die beiden FA-18-Piloten richtig reagieren müssten.

Zum Absturz kam es «ziemlich genau um 9 Uhr», wie der Armeesprecher sagte. Der Pilot sei zur Kontrolle ins Spital gebracht worden. Denn das Betätigen eines Schleudersitzes übe sehr grosse Kräfte auf den Körper aus.

Offene Fragen

Melchsee-Frutt ist ein Ausbildungs- und Trainingsraum der Luftwaffe. Nähere Angaben zu den Umständen des Absturzes, etwa zum lokalen Wetter und möglichen Windeinflüssen, wollte Reist nicht machen.

All dies sei Aufgabe der laufenden Untersuchung. Der Unfallort sei einstweilen abgesperrt für normale Berggänger.

Die schwersten Kampfjetunfälle der Schweizer Luftwaffe

In den letzten 25 Jahren hat die Schweizer Luftwaffe drei Tiger-Kampfjets bei Flugunfällen verloren.

  • 29. August 2016: Ein F/A-18-Kampfjet zerschellt im Gebiet des Sustenpasses an einem Berggipfel. Der Pilot wird tot geborgen. Der Flugverkehrsleiter hatte eine zu tiefe Flughöhe angeordnet.
  • 9. Juni 2016: Ein F5-Tiger-Kampfflugzeug der Patrouille Suisse stürzt beim Training vor einer Flugshow bei Leeuwarden in den Niederlanden ab. Der Pilot kann sich mit dem Schleudersitz retten.
  • 14. Oktober 2015: Eine zweisitzige F/A-18 stürzt im gemeinsamen Trainingsraum mit Frankreich südöstlich von Besançon ab. Der Pilot wird verletzt.
  • 23. Oktober 2013: Im Raum Alpnachstad OW zerschellt eine zweisitzige F/A-18 am Lopper. Der Pilot und der Passagier, ein Arzt des fliegerärztlichen Instituts, werden getötet.
  • 7. April 1998: Beim Absturz eines F/A-18-Doppelsitzer-Kampfjets bei Crans VS werden beide Insassen getötet.
  • 20. März 1997: Eine Mirage III RS stürzt bei einem Aufklärungsflug im Raum Ste-Croix VD ab. Der Pilot kommt ums Leben.
  • 4. Juli 1996: Ein Kampfjet Tiger F-5E bohrt sich in Schänis SG nach einem unbeabsichtigten Schleudersitzabschuss in den Boden. Der Pilot überlebt.

Mehr Informationen folgen

(aeg/sda)

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149 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Annette von Droste Hülshoff
26.05.2021 09:57registriert Dezember 2018
Hauptsache dem Piloten geht es gut, Jets gibt es ja bald neue…
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ahebwisbda
26.05.2021 10:41registriert April 2021
Ein Hoch auf die Schleudersitze!
Jets kann man ersetzen🙈 Bin auf die Ursache gespannt…
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mafussen
26.05.2021 10:39registriert November 2014
Mein ich das nur oder sieht das Ding noch recht intakt aus? Hat der Pilot evtl noch eine Notlandung auf dem Schnee versucht und ist erst ganz kurz vor Schluss raus?

Naja wie auch immer Hauptsache es kam niemand zu Schaden.
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