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Der erste Schweizer Versuch, einen Düsenjet zu bauen, ging mächtig in die Hose. Er stürzte vor einem halben Jahrhundert in den Bodensee



P-16, ZVG

Der J-3003, der dritte Prototyp des P-16.  Bild: Public Domain

Heute Morgen startete der Pilatus-Jet PC-24 in Buochs und kreiste eine Stunde lang über der Zentralschweiz – ein historisches Ereignis. Denn in der Schweiz wurde ein halbes Jahrhundert lang kein Düsenjet gebaut. Die Entwicklung nahm ein vorläufiges Ende, als ein Testflugzeug in den Bodensee stürzte.

Das Vorhaben war anspruchsvoll: Als Folge des 2. Weltkrieges wollte die Schweiz einen eigenen Kampfjet entwickeln, der speziell auf die topographischen Verhältnisse in der Schweiz ausgerichtet ist. Diesen Auftrag vergab das Eidgenössische Militärdepartement (heute VBS) 1948 an die Flug- und Fahrzeugwerke FFA AG in Altenrhein.

Der Prototyp des P-16 hatte seinen Jungfernflug am 25. April 1955. Das Flugzeug hatte ein für damalige Verhältnisse revolutionäres Flügeldesign. Dadurch konnte es auf einer Startbahn von nur 330 Metern Länge abheben – ein Weltrekord für Flugzeuge dieser Grösse. Die schweizerische Luftwaffe war überzeugt und bestellte 100 Maschinen des P-16.

Doch diese wurden nie gebaut. Bei einem Testflug am 25. März 1958 brachte ein Leck in der Steuerhydraulik den zweiten Prototypen ins Schleudern, die Maschine stürzte in den Bodensee. Der Pilot, der sich mit dem Schleudersitz retten konnte, wurde von vier Buben auf einem Pedalo aus dem Wasser gerettet. Er überlebte mit schweren Rückenverletzungen.

Der P-16 lebt im Learjet weiter

Es war das Ende des P-16. Die ganze Schweiz witzelte darüber, dass der Jet nun mit Schnorcheln ausgestattet werde, oder dass das Parlament eine halbe Milliarde zur Förderung des Pedalosports bewilligt habe. Die Bestellung der 100 Jets wurde storniert, der Bundesrat sprach sich darauf gegen den Kauf aus. Die Schweiz gab die Entwicklung eines eigenen Kampfflugzeuges auf und bestellte das britische Modell Hawker Hunter.

Bild

Das letzte existierende Exemplar des P-16 in Dübendorf. Bild: Alexander Flühmann/CC-Lizenz

Die FFA versuchte noch, das Projekt zu retten und entwickelte in den folgenden Jahren verbesserte Prototypen des P-16. Doch man fand keine Käufer und das Projekt wurde 1969 schliesslich aufgegeben. Ein bisschen lebte der P-16 aber trotzdem weiter: Sein revolutionäres Flügeldesign wurde für den ersten Geschäftsreisejet, den Learjet, eingesetzt. 

Vom P-16 existierten insgesamt nur fünf Maschinen. Zwei von ihnen stürzten ab, zwei weitere wurden verschrottet. Ein einziger Prototyp, der X-HB-VAD, der 1960 vier Testflüge absolvierte, ist im Flieger-Flab-Museum in Dübendorf ausgestellt. (rey)

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