Schweiz
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Terror-Angst in der Schweiz +++ CVP-Religionsartikel +++ IT-Filz beim Bund? Das schreibt die Sonntagspresse



Mehr und mehr Schweizer bewaffnen sich, der CVP-Präsident befasst sich mit der Zukunft seiner Partei und bei den Bürgerlichen regt sich Widerstand gegen die Visumsfreiheit für Türken. Ein Überblick zu den Themen der Sonntagspresse:

Angst vor Terror: Die Schweiz rüstet auf

Zielscheiben beim  Eidgenoessischen Feldschiessen im Schiesstand in Riehen am Samstag, 31. Mai, 2014. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Aus Angst vor Terrorattacken kaufen sich Schweizer immer mehr Waffen. Bild: KEYSTONE

Die Zahl der Gesuche für einen Waffenerwerbsschein ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent gewachsen. Alle Kantone bis auf den Jura verzeichneten mehr Gesuche, wie aus einer Erhebung des der Zeitung «SonntagsBlick» hervorgeht. Am meisten Gesuche pro Einwohner reichten die Aargauer ein. Der Trend könnte sich im laufenden Jahr fortsetzen oder sogar noch verstärken: Wo Zahlen für 2016 vorliegen, zeichnet sich ein noch grösserer Anstieg ab. Laut Polizeistellen dürfte der Run auf die Waffen durch die Verunsicherung in der Bevölkerung durch Terror begründet sein.

CVP will neuen Religionsartikel 

ZU DEN NEUEN PARTEIPRAESIDENTEN, GERHARD PFISTER FUER DIE CVP, PETRA GOESSI FUER DIE FDP UND ALBERT ROESTI FUER DIE SVP, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Gerhard Pfister, Zuger Nationalrat und Kandidat fuer das Praesidium der CVP Schweiz, an einer Wahlveranstaltung fuer den Nidwaldner Regierungsratkandidaten Josef Niederberger, in einer Schreinerei in Bueren NW, am Samstag, 20. Februar 2016. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

 Neuer CVP-Präsident Gerhard Pfister will der Traditionspartei neue Themenfelder erschliessen.
Bild: KEYSTONE

Nach fast 100 Tagen im Amt skizziert CVP-Präsident Gerhard Pfister, mit welchem Programm die Christlichdemokraten in die Zukunft gehen könnten. Die CVP werde als Familienpartei wahrgenommen, nun soll sie sich «weitere Kompetenzfelder» erarbeiten, sagte Pfister in einem Interview, das in den Zeitungen «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag» erschien. Eine Umfrage bei Kantonalparteien und CVP-Mitgliedern soll Aufschluss darüber geben, wohin die Reise mit der Traditionspartei gehen soll. Ins Spiel bringen will Pfister etwa einen Religionsartikel in der Verfassung, der regelt, welche Werte für alle gelten und nicht verhandelbar sind. Pfister könnte sich vorstellen, die Idee als Gegenvorschlag zur Burka-Initiative einzubringen.

Imame sollen sich registrieren lassen

Pfarrer Martin Werlen, Pfarrerin Simona Rauch, der Rabbiner Marcel Yair Alimi, und Pieter Zeilstra verfolgen die Segnungsansprache des Imams Bekim Alimi, von links, bei der Segnung des Gotthard Tunnels am Eroeffnungstag des Basistunnels am Mittwoch,  1. Juni 2016 im Tunnel im Zugangsstollen Amsteg. Der Gotthard Basistunnel ist mit seinen rund 57 Kilometern Laenge der laengste Eisenbahntunnel der Welt. Nach dem Anstich im November 1999 folgte der Durchstich im Oktober 2010. Nach der offiziellen Eroeffnung folgt der kommerzielle, fahrplanmaessige Betrieb ab Dezember 2016. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Imam Bekim hält seine Segnungsansprache im Gotthard Basistunnel. Bild: GAETAN BALLY

Der Sicherheitsverbund Schweiz, ein Gremium von Bund und Kantonen, strebt eine Registrierung von Imamen an, die in der Schweiz predigen. Dabei gehe es vor allem um Imame, die aus dem Ausland kommen, sagte André Duvillard vom Sicherheitsverbund der Zeitung «SonntagsBlick». Er sieht Integrationsvereinbarungen, die heute mit ausländischen Imamen geschlossen werden, als Vorbild. Wer Vereinbarungen bezüglich Sprach- und Kulturkenntnissen nicht respektiere, dem könnten die Behörden die Aufenthaltsbewilligung entziehen. Die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr sagte der Zeitung, die Behörden hätten ein hohes Interesse daran zu wissen, woher die Imame kommen, welche Ausbildung sie haben und welche Richtung sie vertreten.

Bürgerliche wollen keine Visumsfreiheit für Türken

ARCHIV --- ZUR MELDUNG, DASS MEHRERE MENSCHEN AM ATATUERK FLUGHAFEN IN ISTANBUL BEI MINDESTENS ZWEI EXPLOSIONEN VERLETZT WURDEN, STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG 28. JUNI 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - epa03701348 Turkish Airlines planes at the Ataturk Airport during the Turkish Airlines workers' strike in Istanbul, Turkey 15 May 2013.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Flugzeuge der Turkish Airline am Flughafen Ataturk in Instanbul.  Bild: EPA

Die geplante Visumsfreiheit für Türkinnen und Türken stösst bei Vertretern der SVP, FDP und CVP auf wenig Anklang. Es liege nicht im Interesse der Schweiz, dass Türken unkontrolliert einreisen dürften, sagte SVP-Nationalrat Roland Büchel der «NZZ am Sonntag». FDP-Ständerat Philipp Müller lehnt die Visumsfreiheit ab, weil er unter anderem eine Häufung von Asylgesuchen befürchtet. Für CVP-Ständerat Pirmin Bischof muss sich vor einer Lockerung der Regeln weisen, ob die Türkei ihre demokratischen Institutionen aufrechterhält. Sollte die EU die Visumsfreiheit im Rahmen des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei einführen, müsste die Schweiz sie mittragen, will sie nicht auf das Schengen-Abkommen verzichten.

Laubers Beschaffungspraxis auf dem Prüfstand

Bundesanwalt Michael Lauber aeussert sich zum Fall FIFA und zu seiner Wiederwahl, am  Mittwoch, 17. Juni 2015, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Switzerland’s attorney general Michael Lauber speaks during a press conference in Bern, Switzerland, Wednesday, June 17, 2015. Lauber gave a statement about his investigation into the bidding process for the 2018 and 2022 FIFA World Cups. Lauber detailed the scope of the investigation as well as the time-scale and resources that will be used in the “criminal proceedings”. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Bei der Beschaffung von IT oder Beratungen gehen die Aufträge der Bundesanwaltschaft offenbar auffallend oft an Firmen mit Verbindung zu Chef Michael Lauber. Bild: KEYSTONE

Bei der Bundesanwaltschaft wird die Beschaffungspraxis auf Unregelmässigkeiten untersucht. Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft hat sich eingeschaltet, wie die «Schweiz am Sonntag» unter Berufung auf deren Präsidenten berichtete. Laut Dokumenten, welche die Zeitung gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz erhielt, vergibt die Bundesanwaltschaft ihre IT- und Beratungsaufträge fast ausnahmslos ohne Ausschreibung. Es kommen dabei zudem auffallend oft die gleichen Firmen zum Zuge, die teilweise auch noch in enger Verbindung zu Bundesanwalt Michael Lauber stehen sollen. Die Bundesanwaltschaft teilte mit, sämtliche Vergaben erfolgten gestützt auf einschlägige rechtliche Grundlagen.

Einkaufszentren sollen Amoklauf trainieren

ZU DEN OKTOBER-ZAHLEN IM DETAILHANDEL STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 1. DEZEMBER 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG  - Customers ride up the man conveyors with their caddies at a store of supermarket chain

Blick in das Einkaufszentrum Glatt in Zürich.
Bild: KEYSTONE

Einkaufszentren in der Schweiz sollten als Vorbereitung auf eine Krisensituation wie beim Amoklauf in München vermehrt Übungen durchführen. Das fordert der Präsident des Branchenverbandes der Einkaufszentren, Jan Tanner. Eine Notfallübung pro Jahr, wie es heute üblich ist, sei das absolute Minimum, sagte er der «Schweiz am Sonntag». «Besser wären zwei oder drei, dieser Aufwand lohnt sich.» Falls es zu einem Notfall komme, müsse die Zentrumsleitung bereit sein. Sie müsse beispielsweise entscheiden können, wie sie die Kunden und das Personal über die Lautsprecher in Sicherheit leiten könne.

Schweizer Alpenraum vor grossen Herausforderungen

Die Sicht ueber den Golfplatz anlaesslich des Eroeffnungsturnier des Golfplatzes

Sommer 2016: In Andermatt (UR) wird der neue Golfplatz eingeweiht, den der Investor Samih Sawiris in Andermatt plante.  Bild: KEYSTONE

Weil das Berggebiet vor grossen Herausforderungen in der Energie-, Bau- und Tourismusbranche steht, ist aus Sicht des Hotelleriesuisse-Präsidenten Andreas Züllig ein «Masterplan» notwendig. «In den Bergregionen haben wir drei Industrien in Not», sagte Züllig im Interview mit der «SonntagsZeitung». Die Energiewirtschaft könne die Wasserkraft nicht mehr kostendeckend betreiben, die Bauwirtschaft werde durch die Zweitwohnungsinitiative eingeschränkt und der Tourismus leide unter dem starken Franken. Deshalb brauche es «eine Vision für den ganzen Alpenraum». Statt Geld nach dem Giesskannenprinzip zu verteilen, müssten sich Fördermassnahmen einem Plan unterordnen. Der Plan soll auch aufzeigen, wo es keine Förderung mehr gibt.

Tourismus-Einbussen wegen Terror auch in der Schweiz? 

Der Luzerner Tourismus Direktor Marcel Perren anlaesslich einer Medienkonferenz am Montag, 23. Februar 2015, in Luzern. Der Car Anhalteplatz am Schwanenplatz soll hingegen am Abend nur noch als Ausstiegsort fuer Car Touristen genutzt werden. Dies wurde anlaesslich einer Medienkonferenz am Montag, 23. Februar 2015, in Luzern bekanntgegeben. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren befürchtet Absagen aus Übersee.  Bild: KEYSTONE

Wegen der jüngsten Anschläge in Frankreich und Deutschland befürchten auch Schweizer Ferienorte Einbussen. Es könnten nun nämlich Gäste aus Übersee ausbleiben, die eine Europareise geplant haben, zitiert die «SonntagsZeitung» den Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren. Erstmals seit 2008 gingen in diesem Jahr in Luzern die Übernachtungen von Asiaten zurück. Zusätzlichen könnten nun auch US-Touristen von einer Europareise absehen. Hotellerie Graubünden weiss bereits von Absagen von Amerikanern zu berichten. Problematisch ist für die Tourismusbranche, dass viele Regierungen in ihren Reisehinweisen keine Unterschiede zwischen europäischen Ländern machen und generell vor Terrorgefahr warnen.

Steuersünder legen vermehrt ihre Konti offen

Jungsozialisten der JUSO Kanton Zuerich haben am Freitag, 21. August 2015, den Paradeplatz in eine Steueroase verwandelt. Mit dieser Aktion wollten sie darauf aufmerksam machen, dass die Banken seit der Finanzkrise immer noch keine Steuern bezahlen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Aktivisten demonstrieren am Zürcher Paradeplatz gegen Steuerhinterziehung.
Bild: KEYSTONE

Der angekündigte Informationsaustausch in Steuersachen mit der EU zeigt bereits Wirkung. Immer mehr EU-Bürger legen ihre in der Schweiz lagernden Vermögen gegenüber den Steuerbehörden offen, wie laut den Zeitungen «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag» aus neuen Daten der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) hervorgeht. Im vergangenen Jahr kam es zu einem eigentlichen Boom: Mehr als doppelt so viele Personen meldeten Zinseinkünfte an als im Jahr zuvor. Im Vergleich zum Jahr 2011 waren es sogar siebenmal so viele. Besonders stark war der Anstieg bei Italienern, die von einem Programm für Selbstanzeigen profitieren konnten.

Mehr Geld für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge

Ein Fluechtling schlaeft auf dem Boden, er gehoert zu einer Gruppe von Fluechtlingen die sich in einem Park wenige hundert Meter vom Bahnhof Como in Italien niedergelassen haben am Freitag, 22. Juni 2016. An einer Leine trocknen sie Kleider, die von den naechtlichen Regenfaellen durchnaesst sind. Je nach Tag sind zwischen 60 und 250 Leute im Park anzutreffen. Die mehrheitlich aus Afrika stammenden Fluechtlinge haben das Ziel Italien zu veralssen und weiter in Richtung Deutschland bzw. nach Norden zu reisen. (KEYSTONE/TI-PRESS/Pablo Gianinazzi)

Die kantonalen Sozialdirektoren machen auf die kostenintensive Betreuung von Unterbringung und Betreuung der minderjähriger Flüchtlinge aufmerksam. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Die kantonalen Sozialdirektoren prüfen, ob sie vom Bund mehr Geld verlangen wollen für die Betreuung minderjähriger unbegleiteter Asylsuchender. Die Unterbringung und Betreuung der Minderjährigen sei sehr kostenintensiv, sagte Loranne Mérillat von der Konferenz der kantonalen Sozialdirektoren (SODK) der «NZZ am Sonntag». Da die Zahl der Gesuche gewachsen sei, seien die Kantone finanziell stark belastet. Es würden nun die Auswirkungen analysiert, um dann mit dem Bund über «zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten» zu diskutieren. In der Schweiz leben rund 5000 unbegleitete minderjährige Asylsuchende. 2015 trafen rund 2750 ein, im ersten Halbjahr 2016 waren es knapp 800.

Alpkäsereien kämpfen mit Hygieneproblemen

Der Alpbauer Angelo Lombardi traegt am 19. Juni 2016 Kaeselaibe in ihrem Reifesack auf der Alp Pontino im Tessin. In einem speziellen Verfahren reifen etwa 220 Kaeselaibe ueber die Wintermonate auf der Alp auf 2058 Meter ueber Meer. Die Lagerung in speziellen Saecken erlaubt es, die Kaese unbeaufsichtigt reifen zu lassen, denn die Alp ist im Winter unbemannt. (KEYSTONE/Ti-Press/Benedetto Galli)

Ein Alpkäser trägt Käselaibe aus seinem Keller.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Alpkäsereien kämpfen teilweise mit Hygieneproblemen. Darauf weisen Proben aus den Kantonen Wallis und Bern hin. Im Wallis fand das Lebensmittelinspektorat im vergangenen Jahr in 30 Prozent der getesteten halbharten Alpkäse zu viele Kolibakterien, wie die «SonntagZeitung» und «Le Matin Dimanche» berichten. Einige, aber längst nicht alle Kolibakterien sind krankheitserregend. In Bern betrug die Quote 18 Prozent. Kolibakterien können beispielsweise in den Käse gelangen, wenn sich die Käser die Hände nicht waschen oder die Milchpumpe schlecht putzen. Wenn die Milch nicht pasteurisiert wird, werden zudem auch die Bakterien nicht abgetötet. (rar/sda)

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