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Marc Walder über ChatGPT: «Grösster Diebstahl in der Geschichte des Inte

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Treibt den digitalen Umbau des Medienunternehmens voran: Ringier-Chef Marc Walder.Bild: keystone

Ringier-Chef Walder über ChatGPT: «Grösster Diebstahl in der Geschichte des Internets»

Die KI-Chatbots präsentieren vor allem Inhalte aus klassischen Medien, zahlen aber nichts dafür. Das müsse sich ändern, fordert der Chef von Ringier.
05.05.2026, 18:3205.05.2026, 18:32
Francesco Benini
Francesco Benini

Ringier-Chef Marc Walder sprach am Dienstag in einer aufwendig produzierten Show in einem Zürcher Kino über die künstliche Intelligenz – und präsentierte nebenher die Jahreszahlen des Schweizer Medienunternehmens, das in 19 Ländern tätig ist.

Ringier erzielte einen operativen Gewinn von 120,3 Millionen Franken und schreibt vom «zweitbesten Ergebnis seit zehn Jahren». Den Reingewinn weist das Unternehmen aber nicht aus. Der Umsatz ist gesunken, was Ringier unter anderem auf die Schliessung der Druckerei in Zofingen zurückführt.

Möglicher Eingriff beim «Sonntagsblick»

Marc Walder betonte, dass die digitalen Aktivitäten einen Anteil am Gewinn von 83 Prozent erreicht hätten – «ein Höchstwert.» Zugleich kritisierte der Ringier-Chef den KI-Chatbot ChatGPT.

Walder sprach «vom grössten Diebstahl, den es im World Wide Web je gegeben hat». Er meinte damit, dass 73 Prozent der auf ChatGTP präsentierten Informationen auf journalistische Inhalte zurückgingen. Die Medienhäuser werden dafür aber nicht entschädigt.

Der Ringier-Chef verwies auf eine Motion der Schwyzer FDP-Ständerätin Petra Gössi, die eine Anpassung des Urheberrechts vorsieht. Die Anpassung sei für den Journalismus zentral, sagte Walder. Mit hohen Entschädigungen durch KI-Konzerne rechnet er jedoch vorerst nicht.

Keine neuen Informationen liess sich der Medienmanager zur Zukunft des «Sonntagsblicks» entlocken. Der Verwaltungsrat von Ringier befasst sich derzeit damit, die Produktion der Zeitung vorzuziehen. «Wir überprüfen konstant alle Titel und schauen die Blick-Gruppe als Ganzes an», sagte Walder.

Es fiel aber auf: Walder sprach anerkennend davon, dass 2017 aus der «Schweiz am Sonntag» die «Schweiz am Wochenende» wurde. Die erweiterte Samstagsausgabe gehört zu CH Media. Ringier könnte bald einen ähnlichen Weg einschlagen, indem das Unternehmen den «Sonntagsblick» zur Wochenendausgabe macht, die am Freitag statt am Samstag produziert wird. (aargauerzeitung.ch)

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