DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Jetzt wird nicht mehr geschnippelt: «Busen-Meyer». bild: screenshot youtube/schweizer radio und fernsehen

Verfahren gegen Schönheitschirurg 

Fertig gepfuscht: Umstrittenem «Busen-Meyer» wird das Skalpell entrissen

Der Schönheitschirurg Dr. Meyer-Fürst hat bis auf Weiteres ausgedient – die Gesundheitsdirektion erteilt ihm ein Operationsverbot bis zu einer Klärung der Vorwürfe. Seit Jahren klagen zahlreiche Klienten über Pfusch-Arbeiten des Chirurgen.



Mit einer versteckten Kamera hat «Kassensturz» im Januar dieses Jahres aufgedeckt, was der am Bellevue in Zürich tätige Doktor im Namen der Schönheit so alles treibt. Dabei kam eine ganze Reihe an fragwürdigen Handlungen zusammen: 

>> Hier gehts zum YouTube-Video von Kassensturz 

Bild

In den 80er Jahren war Busen-Meyer ein Partylöwe. bild: screenshot youtube/schweizer radio und fernsehen

Der jungen Patientin sind die Brustwarzen abgestorben

Seit Jahrzehnten taucht der Schönheitsdoktor immer wieder in den Schlagzeilen, vor allem wegen misslungener Behandlungen. Er praktizierte aber weiter. 2009 legt die Zürcher Gesundheitsdirektion dem 73-jährigen nahe, seine Berufsausübungsbewilligung nicht mehr zu erneuern, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Doch das Verwaltungsgericht sah es anders: Es liege kein «gewichtiges öffentliches Interesse an der Bewilligungsverweigerung» vor.

Von wegen. Der neuste Fall einer jungen Frau, den der Kassensturz publik machte, sorgte nun dafür, dass «Busen-Meyer» vorerst gestoppt wird. Die Frau hatte sich die Brüste verkleinern lassen, es kam aber zu einem Blutstau, und ihre Brustwarzen starben ab. Sie reichte Straf­anzeige gegen den Chirurgen ein, und die Gesundheitsdirektion leitete ein Aufsichts­verfahren ein. 

Bild

Eine ehemalige Patientin von Fürst-Meyer erzählt dem «Kassensturz», wie ihr eines Tages das «Silikon einfach aus der Brust hinausgeschaut» habe bild: screenshot/youtube schweizer radio und fernsehen

 «So etwas darf nicht mehr passieren»

Nun hat sie Meyer-Fürst «vorsorglich die operative Tätigkeit untersagt», wie Sprecher Daniel Winter auf Anfrage von «Tages-Anzeiger» bekannt gibt. Die Verfügung sei erlassen worden, weil verschiedene Vorwürfe eine ernsthafte Gefährdung von Patientinnen befürchten liesse. 

Offenbar kein Einzelfall. Deshalb steht für den Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) fest: «So etwas darf nicht mehr passieren.»  

Das Operationsverbot gelte «bis zu einer ersten Klärung der Vorwürfe». Das Aufsichtsverfahren läuft weiter, Meyer-Fürst muss nun Stellung nehmen.

Kennst du schon die watson-App?

Über 100'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wird von Apple als «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Busen-Meyer «pausiert» nur 

Meyer-Fürsts Anwalt Martin Rübel ist der Meinung, der Fall im Fernsehen sei «völlig einseitig geschildert» geworden. Er hat die Frau deshalb wegen falscher Anschuldigung angezeigt.

Ob er das Operationsverbot der Gesundheitsdirektion anfechten wird, weiss der Anwalt noch nicht. Meyer-Fürst habe selber beschlossen zu pausieren, bis das Verfahren abgeschlossen ist. Das heisse aber nicht, dass er grundsätzlich aufhören wolle, so Rübel. 

(rof)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Schweiz lockert Massnahmen trotz steigender Zahlen: «Wir können nicht mehr»

Ein Blick über die Landesgrenze: So berichtet unser Medienpartner t-online.de aus Deutschland über die Corona-Lockerungen in der Schweiz.

Während die Bundesregierung auf härtere Corona-Massnahmen drängt und die Notbremse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 in der nächsten Woche zur beschlossenen Sache werden soll, schlägt eines unserer Nachbarländer den gegenteiligen Weg ein: In der Schweiz werden ab Montag die Beschränkungen gelockert – obwohl die Zahlen steigen. «Wir gehen ein Risiko ein, es ist aber vertretbar», fasste der zuständige Bundesrat Alain Berset die Entscheidung am Mittwoch zusammen. Das sehen längst …

Artikel lesen
Link zum Artikel