Schweiz
Migration

Abgewiesene Asylsuchende sollen Lehre abschliessen können

Abgewiesene Asylsuchende sollen Lehre abschliessen können

16.12.2020, 12:2916.12.2020, 12:29
Nationalraetin Petra Goessi, FDP-SZ, rechts, spricht mit Staenderat Marco Chiesa, SVP-TI, links, waehrend der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 15. Dezember 2020 im Nationalrat in ...
Bild: keystone

Lernende, die während ihrer Ausbildung einen negativen Asylentscheid erhalten, sollten ihre bereits begonnene berufliche Grundbildung in der Schweiz beenden können. Das verlangt der Nationalrat mit einer Motion.

Mit 129 zu 54 Stimmen bei 7 Enthaltungen nahm die grosse Kammer am Mittwoch einen entsprechenden Vorstoss an. Sie kam damit einer Petition mit dem Titel «Eine Lehre - Eine Zukunft» nach. Nein stimmte die SVP-Fraktion und vereinzelte Vertreterinnen und Vertreter der FDP- und Mitte-Fraktion.

Das Anliegen formuliert hatte die Staatspolitische Kommission des Nationalrats (SPK-N). Sie stört sich an Lehrabbrüchen nach langen Asylverfahren. Mit einer Praxisänderung solle erreicht werden, dass Betroffene ihre Lehre abschliessen können - das sei auch im Sinne einer Rückkehrhilfe zu sehen, argumentierte Kommissionssprecherin Corina Gredig (GLP/ZH).

Überdies würde mit einer Gesetzesänderung gewährleistet, dass betroffene Lehrbetriebe und KMU, die in die Ausbildung der Lehrlinge investiert haben, nicht auf eine motivierte und bereits eingearbeitete Arbeitskraft verzichten müssen.

Der Bundesrat beantragte die Ablehnung der Motion. Falls die heutige Praxis in den Kantonen zu Härtefällen führe und die Kantone dies wünschten, sei das Staatssekretariat für Migration (SEM) bereit, diese Fälle zu vertiefen, sagte Justizministerin Karin Keller-Sutter.

Allerdings sei es so, dass ab Februar 2021 keine altrechtlichen Fälle mehr hängig sein sollten. Fortan sollten also alle Asylverfahren innert 140 Tagen rechtskräftig entschieden sein. Es dürften also gar keine Härtefälle mehr auftreten. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Pfadi im Kulturkampf – wie Mädchen und Jungs um Macht und Rollen stritten
Die Pfadi ist einer der grössten Schweizer Jugendverbände, in dem Mädchen und Jungen gemeinsam aktiv sind. Ihre Geschichte als geschlechtergemischte Organisation reicht aber gerade mal ein paar Jahrzehnte zurück.
Die Schweizer Pfadi begann als strikt nach Geschlechtern getrennte Jugendbewegung. 1913 entstand der Schweizer Pfadfinderbund (SPB) für die Männer und Jungen; ein Jahr später folgte der Bund Schweizer Pfadfinderinnen (BSP) für die Frauen und Mädchen. Beide Organisationen orientierten sich in ihren Erziehungskonzepten an geschlechtsspezifischen Rollenbildern. Der SPB knüpfte an die Ideen des Gründers der Boy Scouts an, Robert Baden-Powell. In seinen Erziehungsschriften entwarf der Brite Eigenschaften wie Ritterlichkeit, Disziplin und Konkurrenzfähigkeit als Leitlinien des pfadfinderischen Männlichkeitsideals.
Zur Story