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Asylchaos? Bei uns? Europas Flüchtlingslager vs. Schweizer Asylunterkünfte in 22 Bildern

Asylchaos? Bei uns? Europas Flüchtlingslager vs. Schweizer Asylunterkünfte in 22 Bildern

Es ist Wahljahr in der Schweiz und der Begriff Asylchaos macht die Runde. Wie unzutreffend dies ist, zeigen Bilder aus Flüchtlingslagern in Europa, wo die Zustände menschenunwürdig sind. 
29.08.2015, 07:0931.08.2015, 21:58
Felix Burch
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Immer mehr Menschen sind auf der Flucht nach Europa. Die Lage überfordert alle. EU-Politiker reagieren hilflos, Massnahmen wie der Zaun in Ungarn, sind Produkte des aktuellen Chaos. Die leidtragenden sind hunderttausende Flüchtlinge. Eine Auswahl von Bildern aus Flüchtlingslagern und Plätzen, die diesen Namen nicht verdienen, zeigen das ganze Elend. Und Bilder aus der Schweiz illustrieren, dass in unseren Asylzentren alles andere als Chaos herrscht. 

Lesbos, Griechenland  

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Bild: Visar Kryeziu/AP/KEYSTONE

In den Flüchtlingslagern auf der griechischen Insel Lesbos spielt sich Erschreckendes ab. Die Lager sind überfüllt, es fehlt an allem. Der griechische Staat hat kein Geld, um richtig zu helfen. Bei Temperaturen von über 35 Grad müssen die Kriegsflüchtlinge aus Afghanistan, Irak und Syrien bis zu 70 Kilometer zu Fuss zurücklegen, um einigermassen versorgt zu werden. Es kommt immer wieder zu tumultartigen Szenen. Bei der Essensausgabe beispielsweise drängen Flüchtlinge andere mit Stöcken zurück (siehe Bild oben). 

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Bild: Visar Kryeziu/AP/KEYSTONE

Kos, Griechenland 

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Bild: Yorgos Karahalis/AP/KEYSTONE

Die Bilder von der griechischen Insel Kos ähneln denen von Lesbos. Keine sanitären Anlagen, Menschenschlangen vor Stellen, wo Essen und Trinken ausgegeben wird, Kämpfe um Nahrung. Die Behörden versuchen die Menschenmassen mit Gittern und Schlagstöcken zurückzuhalten.  

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Bild: EPA/ANA-MPA

Traiskirchen, Österreich

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Bild: APA

Österreich macht zur Zeit unfreiwillig mit einem Flüchtlingslager in Traiskirchen Schlagzeilen. Auch hier müssen Flüchtlinge unter freiem Himmel schlafen, weil die Politik versagt. Zuständig für das Lager ist die Schweizer Firma ORS, die mit dem Business Millionen verdient

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Bild: HEINZ-PETER BADER/REUTERS

Calais, Frankreich 

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Bild: PASCAL ROSSIGNOL/REUTERS

Die Flüchtlinge im französischen Calais leben teilweise auf Müllhalden. Wie gross ihre Not ist, zeigt sich an der Art und Weise, wie sie versuchen von Calais durch den Eurotunnel nach England zu gelangen. Sie klettern auf Lastwagen und Züge, viele sterben dabei. 

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Bild: REGIS DUVIGNAU/REUTERS

Nauen, Deutschland 

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Bild: EPA/DPA/reportnet24.de

In Deutschland zeigt das Flüchtlingschaos ein anderes Gesicht. Momentan häufen sich Anschläge auf Asylzentren, noch bevor die Flüchtlinge einziehen. In Nauen war dies der Fall, jüngster Vorfall ist Leipzig, wo Unbekannte einen Brandsatz durch das offene Fenster warfen. In Heidenau kam es zudem zu Demonstrationen von Nazis gegen die Flüchtlinge. Die Polizei musste eingreifen. 

Heidenau, Deutschland 

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Bild: Getty Images Europe

Lampedusa, Italien 

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Bild: EPA/ANSA

Wer den Weg über das Meer auf die italienische Insel Lampedusa schafft, ist noch keineswegs in Sicherheit. Die Behandlung von Flüchtlingen im Aufnahmezentrum schockiert immer wieder. So müssen sich Flüchtlinge beispielsweise nackt, zum Teil in windiger Kälte, desinfizieren lassen. 

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Bild: Getty Images Europe

Roszke, Ungarn

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Bild: EPA/MTI

Ungarn erstellt einen riesigen Zaun, um den Flüchtlingsstrom von Serbien her einzudämmen. Der Staat geht wenige zimperlich um mit den Menschen. Kürzlich setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, um eine Auseinandersetzung unter Flüchtlingen zu beenden. Da es einen Streckenabschnitt gibt, durch den die Bahn fährt, wo es noch keinen Zaun gibt, schlafen viele auf den Gleisen. 

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Bild: LASZLO BALOGH/REUTERS

Miratovac, Serbien  

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Bild: DJORDJE SAVIC/EPA/KEYSTONE

Immer mehr Flüchtlinge kommen über die Balkanroute. Im serbischen Miratovac werden die Massen versorgt, bevor sie weiterziehen. Auch hier schlafen völlig übermüdete und entkräftete Menschen im Freien. Darunter Frauen, Kinder, ältere Personen. 

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Bild: DJORDJE SAVIC/EPA/KEYSTONE

Gevgelija, Mazedonien 

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Bild: OGNEN TEOFILOVSKI/REUTERS

Mazedonien hatte seine Grenze zu Griechenland zwischenzeitlich geschlossen. Dadurch sammelten sich im Grenzgebiet Tausende, die über Tage im Freien übernachten mussten. Der Andrang wurde so gross, dass Mazedonien nachgeben musste und die Flüchtlinge wieder ins Land liess.

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Bild: OGNEN TEOFILOVSKI/REUTERS

Asylunterkunt Lukmanierpass 

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Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Im Vergleich zu den unhaltbaren Zuständen in vielen europäischen Staaten herrscht in den Schweizer Asylunterkünften heile Welt. Selbst dort, wo die Flüchtlinge in Zelten schlafen, sind die Verhältnisse weit weg von Chaos. 

Asylzentrum Aarau

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Bild: KEYSTONE

Asyl-Durchgangszentrum Embrach 

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Bild: KEYSTONE

Asylzentrum Hirschpark Luzern 

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Bild: KEYSTONE

Refugees welcome – «Lasst uns zusammen essen» – Grillfest

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Refugees welcome - «Lasst uns zusammen essen» - Grillfest
quelle: carolin wiujiiji
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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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kiawase
29.08.2015 08:47registriert April 2014
Bravo, die Bilder sagen viel und zeigen schön auf, was die Schweiz ausmacht (hinschauen!). Es sollte dringend etwas dagegen unternommen werden, dass private Firmen aus der Not von Flüchtlingen Kapital schlagen.
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Zeit_Genosse
29.08.2015 09:27registriert Februar 2014
Ok, man kann auch so gegen die Dreibuchstabenpartei schreiben, die mit "Asylchaos" Wahlkampf betreibt. Bei uns ist aber keine "heile Welt". Wir wurden bisher lediglich von unkontrollierten Massen verschont. Zum Glück. Das Asylchaos bezieht sich auf unsere Bürokratie, die Flüchtlingen den Weg zum Asyl und einem Aufenthaltsrecht mit Familiennachzug ebnet. Damit werden die Soziallwerke belastet, weil die Integration in den Arbeitsmarkt nicht einfach ist. Im Ausland gibt es Billigjobs, bei uns nur Mindestlohnjobs, für die doch viele Flüchtende nicht genügend qualifiziert sind und die Sprache nicht können. Hier würde ein Chaos entstehen, wenn mehr kämen oder wir übermässig mehr aktiv aufnehmen über den unsäglichen Euro-Umverteilmechanismus, der anscheinend das Hauptproblem der Politiker ist.
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Cupsieger Maxi
29.08.2015 10:49registriert Dezember 2014
Da sieht man ja wie gut sie es bei uns haben. Trotz Zelten und Zivilschutzanlagen.
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