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Migros-Werbung zu Tierwohl: Tierschützer reichen Beschwerde ein

«Beschönigende» Migros-Werbung: Tierschützer wollen Beschwerde einreichen

07.06.2026, 13:5307.06.2026, 16:05

Eine Allianz aus Tierschutzorganisationen kritisiert eine Migros-Werbung: Die Aussage «Immer aktuell: Tierwohl» beschönige die Realität. Diesen Vorwurf weist der Grossverteiler zurück.

Das Team von «Werbemist» plant in den nächsten Tagen eine Beschwerde bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK), wie es am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Hinter «Werbemist» stehen die Tierschutzorganisationen «Animal Rights Switzerland», «Sentience», die «Stiftung für das Tier im Recht (TIR)» und «Tier im Fokus (TIF)». Die «Sonntagszeitung» hatte zuerst darüber berichtet.

Keine rechtlich geschützten Begriffe

Die Behauptung «Immer aktuell: Tierwohl» aus der Migros-Werbekampagne sei angesichts der gravierenden Tierschutzprobleme der Tierwirtschaft «zynisch». Die Organisationen verwiesen auf schmerzhafte Brustbeinbrüche bei Legehennen oder die CO2-Betäubung von Schweinen, die zu Erstickungspanik führe.

Migros Nachhaltigkeit Tierwohl Werbung
Diese Werbung sorgt für Kritik.Bild: Migros

Trotzdem kann die Migros die Labels «Tierwohl» oder «tierfreundlich» zu Werbezwecken verwenden, denn diese Begriffe seien rechtlich nicht geschützt, so «Werbemist». In der Beschwerde gab die Tierschutzallianz an, der Migros deswegen «Welfare Washing» vorzuwerfen.

Migros kontert

Die Migros wies die Vorwürfe zurück. Tierwohl sei für die Migros ein klarer Auftrag, teilte eine Sprecherin auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Man überprüfe Standards laufend und setze Verbesserungen um. Klar sei aber auch, schrieb die Migros, dass sich Herausforderungen in der Tierhaltung «nur gemeinsam mit Landwirtschaft, Forschung und Behörden» angehen liessen.

Gemäss «Sonntags-Zeitung» fokussiert sich die Migros seit 2023 stärker auf eine Tiefpreisstrategie. Zudem habe das Unternehmen sein Ziel, bei Importfleisch die gleichen Mindeststandards wie bei Schweizer Fleisch zu garantieren, mittlerweile aufgegeben.

Damit lasse sich die Kritik auf einen strategischen Kurswechsel der Migros unter der neuen Leitung zurückführen. (sda)

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_Momo_
07.06.2026 15:05registriert August 2025
‚Tierwohl sei für die Migros ein klarer Auftrag …‘

Ich lebe in der Nähe eines Stalles wo ‚Migros- Hühner‘ grossgezogen werden. Diese armen Tiere haben kaum Platz, haben vielfach die Hälfte der Federn verloren, sehen krank aus und piesacken sich gegenseitig mit entsprechenden Verletzungen. Wenn sie dann nach diesem Horror abgeholt werden, werden sie in Mini Kisten gestopft und müssen in diesen für längere Zeit, Beladung und Fahrt zum Metzger, verharren.

Aber Hauptsache die Migros kann gefühlt jede 2. Woche Poulet- Aktion machen.

Tierwohl, das ich nicht lache, 🤬 …
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The Barbarian
07.06.2026 15:39registriert Oktober 2025
Absolut richtig. Es gibt kein Tierwohl in der Massenfleischverwertung. Schweine werden nach rund vier bis sechs Monaten geschlachtet, obwohl sie 15 bis 18 Jahre alt werden könnten. Männliche Kälber erleiden dasselbe Schicksal, Hühner können ihr eigenes Gewicht kaum tragen, und so weiter und so fort. Da noch von Tierwohl zu reden, um dem Konsumenten ein gutes Gewissen einzureden, ist fast schon kriminell. Würde man dem Konsumenten zeigen, wie sich Schweine gegen ihre Tötung wehren oder Rinder nach ihren Kälbern schreien, die man ihnen geraubt hat, dann würde der Milch Fleisch Konsum einbrechen.
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oléoléolé
07.06.2026 15:17registriert März 2021
Richtig so, und das sollte erst der Anfang sein! Die meisten unserer "Nutztiere" dürfen nie raus, haben wenig Platz und leben in viel zu grossen Gruppen. Von den Zuständen bei der Schlachtung fange ich gar nicht an. Und trotzdem dürfen die Grossverteiler Bilder von glücklichen Kühen mit Hörnern auf Milchpackungen drucken. Das nennt sich Konsumententäuschung.
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