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Migros-CEO: 50-Franken-Freigrenze bei Mehrwertsteuer wäre «ideal»

Mario Irminger, Praesident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes waehrend einer Medienkonferenz am Freitag, 2. Februar 2024 in Zuerich. Der Detailhandelskonzern sucht neue Besitzer f
Migros-Konzernchef Mario Irminger hätte sich bei der Senkung der Mehrwertsteuer-Freigrenze eine noch stärkere Einschränkung gewünscht.Bild: keystone

Migros-CEO: 50-Franken-Freigrenze bei Mehrwertsteuer wäre «ideal»

06.01.2025, 07:0906.01.2025, 10:43
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Migros-Konzernchef Mario Irminger hätte sich bei der Senkung der Mehrwertsteuer-Freigrenze eine noch stärkere Einschränkung gewünscht. «Eine Senkung auf 50 Franken wäre ideal gewesen», sagte er im Interview mit «CH Media».

Die neue Regelung, die seit dem 1. Januar 2025 in Kraft ist, reduziert die Freigrenze für Einkäufe im Ausland von 300 auf 150 Franken. Die Anpassung sei ein Schritt in die richtige Richtung, erklärte Irminger mit Blick auf den Einkaufstourismus.

Mit der Geschäftsperformance im Jahr 2024 zeigte sich der Migros-Chef zufrieden. Der Umsatz werde seinen Schätzungen zufolge leicht über den 32 Milliarden Franken des Vorjahres liegen. Auch das operative Ergebnis dürfte stabil oder besser ausfallen als 2023, als die Migros wegen hoher Sonderabschreibungen einen im Vergleich zu Vorjahren niedrigen Gewinn von 175 Millionen Franken auswies. Solche Belastungen seien diesmal nicht zu erwarten, betonte Irminger.

Die Migros geniesse weiterhin eine starke Verbundenheit mit der Schweizer Bevölkerung, so Irminger. «Praktisch jeder Haushalt hat eine Migros-Verbundenheit.» Diese gehe weit über den Supermarkt hinaus: Besonders Haushalte mit Migrationshintergrund lernten die Migros oft zuerst über ihre Sprachkurse kennen.

Trotz der Verlagerung hin zu Online-Lösungen und Apps fallen die Sprachkurse der Migros Klubschule dem aktuellen Sparkurs nicht zum Opfer, wie Irminger weiter versicherte: «Die Sprachschulen sind natürlich nicht selbsttragend. Aber dieses Bildungsangebot ist einer der wichtigsten Pfeiler in unserem kulturellen Engagement.»

140 neue Filialen in fünf Jahren

Trotz Sparmassnahmen plant die Migros grosse Investitionen. In den nächsten fünf Jahren sollen 350 bestehende Supermärkte modernisiert werden, wie das Unternehmen im Oktober bekanntgab. Zusätzlich sollen 140 neue Supermärkte eröffnet werden, wodurch die Zahl der Filialen von 790 auf 930 steigen soll. Allein für diese Neueröffnungen will die Migros 2 Milliarden Franken investieren.

Einfach werde das Vorhaben nicht, räumte Irminger im Gespräch mit «CH Media» ein. Dennoch sehe er gute Chancen dank der Verankerung durch die zehn Regionalgenossenschaften und ihrer Vertrautheit mit den regionalen Bauvorschriften. «30 Filialen pro Jahr sind realistisch», schloss der Migros-CEO. (sda)

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Zlatanboy
06.01.2025 07:59registriert Juni 2021
Sagt derjenige, der in einer Villa wohnt und sich keine Sorgen machen muss, wie er die nächste Rechnung bezahlen soll. Verteil doch die Löhne zwischen Management und Detailhandel besser du Sack
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Soodersoistimmerso
06.01.2025 07:49registriert Januar 2019
So so, ja dann sollten wir in der Schweiz mal beginnen die CEO Löhne zu deckeln!
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Aldous Huxley
06.01.2025 07:43registriert Oktober 2022
Migros-CEO: 50-Franken-Freigrenze bei Mehrwertsteuer wäre «ideal»

Lieber CEO, deine Wunsch Freigrenze ist mir sowas von egal denn die ausländischen Preise sind ein vielfaches tiefer als in deinem Krämerladen, von der Auswahl reden wir schon gar nicht. Da ich das Glück habe an der Grenze zu wohnen kommt auch der vielzitierte Benzin Preis nicht zum tragen und eine ev. Mehrwertsteuer schenk ich mir da unser Land im Laben kein Geld ausgibt um die Einkäufer wirklich zu kontrollieren. Aber hey weitehin viel Glück mit deiner Hochpreis Margenjagd Politik.
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