Schweiz
Mobilität

In der Schweiz wurden 2024 weniger Elektroautos verkauft als im Vorjahr

Model Y electric vehicles stand on a conveyor belt at the opening of the Tesla factory in Berlin Brandenburg in Gruenheide, Germany, Tuesday, March 22, 2022. The first European factory in Gruenheide,  ...
Der Tesla Y war 2024 in der Schweiz das meistverkaufte Auto, doch die Kurve der Tesla-Verkäufe flacht hierzulande ab.Bild: AP dpa-Zentralbild POOL

Neuzulassungen von E-Autos in der Schweiz leicht gesunken – kein Elon-Effekt beobachtbar

30.01.2025, 11:0430.01.2025, 11:05
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Die Nachfrage nach neuen rein elektrischen Fahrzeugen ist 2024 in der Schweiz nach etlichen Boomjahren zurückgegangen. Ihr Marktanteil an den Neuzulassungen von Personenwagen sank innert Jahresfrist um 1,7 Prozentpunkte auf 19,0 Prozent.

Mögliche Ursachen für den Rückgang bei den reinen «Stromern» ortet die Branche laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) in der noch schmalen Elektroauto-Angebotspalette zu tieferen Preisen sowie bei teilweise fehlenden Heim-Lademöglichkeiten für Mieter. Ein weiterer Grund könnte auch die Ausdehnung der Steuer auf Elektroautos Anfang 2024 sein.

Anders als die deutschen und französischen machen die Schweizer Autokäufer und Autokäuferinnen jedoch keinen Bogen um Elon Musks E-Auto-Kassenschlager Tesla. Während in Deutschland und in Frankreich die Verkaufszahlen von Tesla regelrecht eingebrochen sind, gingen sie hierzulande nicht zurück. Fast 9000 Teslas wurden 2024 in der Schweiz verkauft, das Model Y war dabei gar das meistverkaufte Auto des Landes. Allerdings scheint die Tesla-Kurve auch bei uns etwas abzuflachen.

Im Jahr 2024 waren auf den Schweizer Strassen fast 50'000 Teslas unterwegs. Am meisten davon im Kanton Zürich: 10'768 Teslas waren im bevölkerungsreichsten Kanton unterwegs. Auf den weiteren Plätzen folgen die Kantone Waadt, Aargau und Bern.

Ungefähr stabil blieb 2024 mit 8,6 Prozent (2023: 9,0 Prozent) der Anteil der neu zugelassenen aufladbaren Hybridfahrzeuge (Plug-in-Hybride). Somit sank 2024 der summierte Anteil der am Stromnetz aufladbaren «Steckerfahrzeuge» (reine Elektroautos plus Plug-in-Hybride) von 29,7 Prozent auf 27,6 Prozent.

Laut Zielsetzung der zweiten Etappe der unter Federführung des Bundes gemeinsam mit der Branche, Verbänden und weiteren Akteuren formulierten «Roadmap» zur Förderung der Elektromobilität sollten die Steckerfahrzeuge bereits Ende des laufenden Jahres 2025 die Hälfte aller Neuzulassungen ausmachen.

Allgemein weniger Neuzulassungen

Insgesamt ging die Zahl aller Motorfahrzeug-Neuzulassungen 2024 gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent zurück, wie das BFS am Donnerstag weiter mitteilte. Der Rückgang bei den Personenwagen betrug 4,1 Prozent.

Auffallend dabei: Nach einem leichten Rückgang im Vorjahr hat sich der Trend nach immer leistungsstärkeren Neuwagen wieder bestätigt. Fast jedes dritte neue gekaufte Auto hatte 2024 eine Leistung von mehr als 200 kW.

Bei den Güterfahrzeugen wurden insgesamt etwas mehr Neuzulassungen registriert als noch im Vorjahr. Vom Minus im Elektro-Segment waren diese allerdings noch stärker betroffen als die Personenautos. Ihr Anteil sank von 12,2 auf 8,6 Prozent.

Motorisierungsgrad seit 2012 ungefähr stabil

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz insgesamt 346'059 Strassenmotorfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt. Knapp drei Viertel davon, nämlich 245'552, waren Personenwagen. Dazu kamen 49'507 Motorräder, 35'921 Güterfahrzeuge sowie 15'079 Landwirtschafts-, Industrie- und Personentransportfahrzeuge.

Pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner waren 2024 in der Schweiz 535 Personenwagen immatrikuliert. Nachdem der Motorisierungsgrad über viele Jahre immer weiter angestiegen war, hat er sich gemäss dem BFS seit ungefähr 2012 stabilisiert und bewegt sich seither zwischen 535 und 543 Fahrzeugen.

Die Situation sei damit anders als in den Nachbarländern. Laut vergleichbaren Daten für 2023 verkehrten besonders in Liechtenstein (774) und Italien (694), aber auch in Deutschland (588), Frankreich (578) und Österreich (566) mehr Autos pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner als in der Schweiz. Ausserdem sei in diesen Ländern der Motorisierungsgrad in den letzten Jahren weiter angestiegen. (pre/sda)

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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Leopold
30.01.2025 10:31registriert Dezember 2015
Unverständlich ! Wer einmal ein eAuto hat wird keine Heizung mehr wollen …etwas teurer in der Anschaffung (es gibt aber tolle Leasingangebote bis 0 % Zins), viel billiger im Unterhalt und Treibstoff (auch ohne eigene PVA), viel angenehmer zu fahren, kein Problem auch bei Langstrecken (etwas längere Pausen wirken entschleunigend), laden kein Problem auch wenn nicht zuhause möglich…und last but not least ein Beitrag zu besserer Umwelt…also ?
Und kommt nicht mit Killerargumenten wie brennen mehr, problematischen Rohstoffen, kritisches Recycling. Alles gut und faktenbasiert widerlegt !
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p4trick
30.01.2025 20:36registriert März 2017
Ich fahre seit 3 Jahren elektrisch. Damit Leute umsteigen brauchts privat eine Lademöglichkeit. Ich stecke zu Hause ein und lade nur zu Hause zu 99.9%.
Politik ist gefragt. Energiewende ist kein Selbstläufer
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DerHans
30.01.2025 10:39registriert Februar 2016
Dieser „Elon-Effekt“ ist auch nur Wunschdenken. Wenn es um den eigenen Geldbeutel geht, interessiert es die Meisten nicht mehr, was sie den lieben langen Tag im Internet raus posaunen. Niemand verkauft seinen Tesla und nimmt finanzielle Einbussen in kauf. Da muss ein Sticker am Heck reichen, um sein Gewissen zu beruhigen.
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