Schweiz
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American rapper Cameron Jibril Thomaz, aka Wiz Khalifa, performs during the Openair Frauenfeld music festival in Frauenfeld, Switzerland, on Friday, July 11, 2014. The 20th Openair Frauenfeld takes place from July 10 to 12, 2014. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Euphorische Fans am Open Air Frauenfeld im Jahr 2014. Funktioniert diese Begeisterung auch am TV? Bild: KEYSTONE

Service public oder Angst vor Überalterung? SRF schickt 50 Mitarbeiter ans Open Air Frauenfeld 

MTV Mobile, Playstation, Migros: All diese Firmen stellen sich am Open Air Frauenfeld ins Schaufenster und buhlen um das junge Publikum. Das möchte auch SRF, das mit 50 Leuten vor Ort ist. Die Sache hat allerdings einen Haken. 



Das Open Air Frauenfeld gilt als das Festival der Jungen. Unter anderem hat es sich durch einen «urbanen Musikstil», wie es Joachim Bodmer, Mediensprecher des Events, nennt, dazu entwickelt. Er versteht darunter einen Mix aus Hip-Hop, Reggae, Dancehall und R&B. 

Der Erfolg des Festivals lässt sich jedoch nicht alleine der Musikausrichtung zuschreiben. Das Open Air Frauenfeld erkannte früh, dass Musik nicht genügt, dass das Drumherum fast genauso wichtig ist. Bodmer: «Wir haben eine Welt erschaffen, die nicht kopierbar ist und wir arbeiten jedes Jahr weiter an dieser». Neu gehört dazu eine gigantische Bühne – sie ist 130 Meter breit und 25 Meter hoch. Handy-Aufladestationen sind schon seit Längerem ein Muss: «Was noch vor fünf Jahren kein Thema war, ist nun ein Grundbedürfnis», sagt Bodmer. Die Handy-Aufladestationen seien heute genauso wichtig wie die Trinkstationen. 

«Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis»

Der Erfolg gibt dem Festival recht, die Zuschauerzahlen stimmen. Und dank dem jungen Altersdurchschnitt ist das Festival attraktiv für Firmen, die es auf diese Altersgruppe abgesehen haben. 

Auch SRF möchte bei den Jungen punkten und lässt sich dies einiges kosten. Insgesamt 50 Mitarbeiter sind über die drei Tage auf dem Gelände in Frauenfeld. 35 von ihnen braucht es, um TV-Sendungen zu produzieren, 15 sind da für Radio SRF 3 und SRF Virus.

 «Mit einer Live-Sendung am Samstagabend gewinnt SRF zwei keinen einzigen neuen jungen Zuschauer.»

Andy Lehmann

Macht das Sinn? Nur bedingt, findet der unabhängige Medienberater Andy Lehmann. Man müsse unterscheiden: «Zu den Radiosendern SRF 3 und SRF Virus passt das Festival-Engagement», sagt er. Die Zielgruppe stimme, durch Präsenz vor Ort könne SRF seine Hörer an die Sender binden. 

Ganz anders sehe es beim Fernsehen aus. «Sobald man beginnt Live-Bilder zu produzieren, explodieren die Kosten», erklärt Lehmann. SRF zwei sendet am Samstagabend live von 21.55 Uhr bis 23.30 Uhr, Andi Rohrer und Pablo Vögtli führen durch die Sendung. 

Carlo Waibe, aka Cro, performs during the Openair Frauenfeld music festival in Frauenfeld, Switzerland, on Friday, July 11, 2014. The 20th Openair Frauenfeld takes place from July 10 to 12, 2014. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Hip-Hop brachte das Open Air Frauenfeld auf die Erfolgsspur.  Bild: KEYSTONE

Und hier kann Lehmann die SRF-Investitionen nicht verstehen. Aufwand und Ertrag stünden in keinem Verhältnis. Denn: «Mit einer Live-Sendung am Samstagabend gewinnt SRF zwei keinen einzigen neuen jungen Zuschauer», ist Lehmann überzeugt. Zu dieser Zeit seien die Jungen im Ausgang; mit festen Sendezeiten sei bei ihnen ohnehin immer weniger zu holen. «Wenn schon, mit Konzertmitschnitten, – nicht live – die sie auf Online-Plattformen abrufen und dann selber bestimmen können, wann sie sich diese anschauen wollen», sagt Lehmann. Er prophezeit eine unterirdische Quote. 

Konzertmitschnitte produziert das SRF nebst den Live-Übertragungen denn auch an allen grösseren Schweizer Open Airs. Solche, wie auch Festival-Interviews, werden im Verlaufe des Jahres weiterverwertet. «Alles in allem wollen wir spannende und überraschende Sendeinhalte produzieren, die verschiedenen Zielgruppen begeistern», sagt SRF-Mediensprecherin Saskia Wegmann. 

Umfrage

SRF ist an den Schweizer Open Airs präsent mit Radio und TV. Gehört das zum Service public?

  • Abstimmen

1,344

  • Ja. Ich verfolge die Radio- wie auch die TV-Sendungen und bleibe dem SRF auch wegen den Festival-Übertragungen treu.27%
  • Nein. SRF würde die Gelder besser für Sendungen für Ältere einsetzen. Die Jungen schauen sowieso kein Fernsehen mehr.26%
  • Jein. Radiosendungen finde ich okay, TV-Sendungen sind zu teuer. 47%

Sonne, Stimmung, ein brennendes Zelt: So heiss ging es am Open Air St.Gallen zu und her

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    Alle Leser-Kommentare
  • ARoq 10.07.2015 15:48
    Highlight Highlight Als Autor sollte man wissen, dass im Gegensatz zum Englischen etwas in der deutschen Sprache nicht "Sinn machen" kann; Google findet die Erklärung dazu. Dennoch möchte ich meinen Dank für die Berichterstattung ausdrücken.
  • welefant 09.07.2015 14:31
    Highlight Highlight Ist doch mal was gutes! Wie viele Haushalte haben so eine spezielle Funktion...genau Replay! Langsam ist es ein wenig mühsam. SRF kann machen was sie wollen - es wird eh nur gehated.
  • dracului 09.07.2015 11:35
    Highlight Highlight Das SRF produziert mit grosser Selbstgefälligkeit munter am Publikum vorbei, ohne dem "Public" Einblicke zu gewähren, welche Kosten pro Format entstehen. Wann fängst jetzt die lange in Aussicht gestellte Diskussion um den "Service public" an? Ich finde, dass bis zur Klärung des Auftrag kein zielloser Aktionitis losbrechen sollte. Die Jungen wurden schon so lange ignoriert, dass es um ein paar Monate mehr oder weniger nicht mehr ankommt.
  • DerWeise 09.07.2015 11:31
    Highlight Highlight So lange SF keine tendenziöse bzw. lügnerische a la Blick, Watson und 20min macht, werde ich gerne zahlen.
    • Philipp Dahm 09.07.2015 13:27
      Highlight Highlight Pffff! Stehst doch drauf! Sonst würdest du uns ja nicht lesen und kommentieren. Und sich dann noch «DerWeise» nennen ...
    • exeswiss 09.07.2015 14:45
      Highlight Highlight naja, watson mit blick und 20min zu vergleichen, stellt dich direkt ins abseits.
    • DerWeise 09.07.2015 15:14
      Highlight Highlight Nö, aber ich muss doch wissen, wie der Stammtisch tickt...
      Zudem, lernt man dank Wablickminuten den meist unabhängigen Journalismus von SF erst richtig schätzen. Aber hey, in Sachen Griechenland wart ihr echt gut.

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