Schweiz
Nationalrat

Nationalrat lehnt Ausbaupfad für mehr Tierwohl in Agrarpolitik ab

Nationalrat lehnt Ausbaupfad für mehr Tierwohl in Agrarpolitik ab

08.03.2023, 19:4408.03.2023, 19:44

Ins Landwirtschaftsgesetz kommen weder ein Absenkpfad für Treibhausgase noch ein Ausbaupfad für mehr Tierwohl. Das hat der Nationalrat am Mittwoch im Zug der Beratungen über die Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) beschlossen.

Mit seinem bisherigen Entscheiden blieb der Nationalrat auf der Linie des Ständerates, der die Vorlage im Dezember behandelt hatte. SP, Grüne und GLP wollten im Landwirtschaftsgesetz explizit einen Absenkpfad für Treibhausgase verankern. Der Rat lehnte dieses Ansinnen aber mit mit 107 zu 81 Stimmen ab.

Die Landwirtschaft hätte ihre Emissionen demnach gegenüber dem Stand von 1990 bis 2030 um 20 Prozent, bis 2040 um 30 Prozent und bis 2050 um 40 Prozent senken sollen. Solche Zwischenziele gebe es bereits, und sie müssten deshalb nicht extra erwähnt werden, begründete Sprecher Olivier Feller (FDP/VD) das Nein der Mehrheit.

Martina Munz (SP/SH) beantragte einen Ausbaupfad für Tierwohl, unterlag aber mit 85 gegen 107 Stimmen. Konsumentinnen und Konsumenten wünschten Nahrungsmittel aus tierfreundlicher Produktion, sagte sie. Weitere Bestimmungen zum Tierwohl seien nicht nötig, konterte Markus Ritter (Mitte/SG). Der Schweizer Standard sei bereits sehr hoch.

Auch bei der Absatzförderung wollten SP, Grüne und GLP eine klima- und tierfreundliche Produktion berücksichtigen, kamen aber nicht durch. Auch Anträge, die Absatzförderung auf pflanzliche Produkte zu beschränken respektive ganz abzuschaffen, hatten keine Chance. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das neue Bundeshaus in der Bernexpo
1 / 18
Das neue Bundeshaus in der Bernexpo
Der Nationalratssaal auf dem BernExpo-Gelände.
quelle: keystone / peter klaunzer
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Mehrsprachiges Interview mit Martin Candinas
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Napoleon auf dem Schimmel – was an diesem berühmten Bild alles gelogen ist
Der Grosse St. Bernhard ist seit jeher als wichtiger Alpenübergang bekannt. Napoleon Bonaparte wusste das für seine Propaganda zu nutzen.
Was für ein prächtiger Schimmel! Noch dazu gibt er alles: Er steigt auf, die Nüstern sind gebläht, das in unsere Richtung glotzende Auge tritt fast aus der Höhle. Ein Sturmwind kämmt seine Mähne und seinen Schweif dramatisch nach vorne und macht den Umhang des Reiters zum Segel. Der Reiter sitzt allerdings sehr entspannt im Sattel und schaut wie sein Pferd zu uns, statt auf den Weg. Sucht da etwa jemand Beifall?
Zur Story