Schweiz
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Der Bergsturz am Piz Cengalo und der Murgang danach haben einen Teil von Bondo zerstört (Archivbild).

Aufräumarbeiten in Bodo GR (Archivbild). Bild: KEYSTONE

Jetzt wird der Bergsturz von Bondo ein Fall für das Bündner Kantonsgericht



Die Strafuntersuchung zum grossen Bergsturz von Bondo im südbündnerischen Bergell kann noch nicht eingestellt werden. Der Anwalt der Angehörigen der Opfer hat die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft angefochten. Der Fall kommt vor das Bündner Kantonsgericht.

Es wird einen der grössten Bergstürze in der Schweiz seit 130 Jahren nochmals auf die strafrechtlichen Aspekte unter die Lupe nehmen. Denn am 23. August 2017 waren am Piz Cengalo bei Bondo acht Wanderer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ums Leben gekommen.

Die Bündner Staatsanwaltschaft hatte die Strafuntersuchung mit der Begründung eingestellt, das Ereignis sei nicht vorhersehbar gewesen. Deshalb könne niemandem Fahrlässigkeit angelastet werden.

Mit dieser Sicht der Dinge ist der Anwalt der Angehörigen der Opfer nicht einverstanden. Wie er am Freitag in einem Schreiben an das Regionaljournal Graubünden von Radio SRF mitteilte, hätten Messungen rund zwei Wochen vor dem Bergsturz ergeben, dass die Bewegungen der instabilen Felsmasse am Piz Cengalo sehr stark zugenommen hätten.

Mit einem grossen Bergsturz wurde gerechnet

Fachleute hätten daraus geschlossen, dass sich in den nächsten Wochen und Monaten ein grosser Bergsturz ereignen werde, der auch die Wanderwege zu den SAC-Hütten erreichen und Personen verschütten könne. Es sei also bekannt gewesen, dass sich ein grosser Bergsturz ereignen würde, heisst es in dem Schreiben, welches der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ebenfalls vorliegt.

Seines Erachtens seien die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen worden, schrieb der Anwalt. Es sei nicht verantwortbar gewesen, die rege benutzten Wanderwege zu den Hütten weiter offen zu halten. Der Anwalt der Angehörigen der Opfer ist deshalb der Auffassung, dass ein Gericht beurteilen muss, ob beim Bergsturz ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt.

Die Staatsanwaltschaft Graubünden hatte am Freitag noch keine Kenntnis davon, dass ihre Verfügungseinstellung angefochten wird. (sda)

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Der Bergsturz bei Bondo GR

8 Wanderer bezahlen mit dem Leben, wurde zu wenig gewarnt?

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    Alle Leser-Kommentare
  • Züriläckerli 22.06.2019 06:04
    Highlight Highlight Laut den Geologen war ein grosser Bergsturz zu erwarten. Auch eine dringende Warnung durch die Behörden kommt für da für gewisse Leute offenbar einer Aufforderung gleich, das Gefahrenhebiet trotzdem zu betreten. Wie es die Kommentare ja beweisen! Warnen genügt also nicht!
    So, wie es bei hohen Bussen verboten ist Autobahnen zu gegehen, hätte kurz und bündig ein Verbot ausgesprochen werden müssen das Gebiet zu betreten, überwacht, um dem Leichtsinn Einhalt zu gebieten. Das hätte eine Behörde getan, welche Verantwortung übernimmt.

    Ich freue mich übrigens schon auf die Blitze!
    • Albi Gabriel 22.06.2019 19:57
      Highlight Highlight Typisch Unterländer... Wer keine Ahnung hat, sollte vielleicht besser schweigen!
  • zeitgeist 21.06.2019 22:24
    Highlight Highlight Beschäftigungstherapie für Anwälte? Wer im Gebirge unterwegs (Risikosportart) ist, soll sich selber um seine Sicherheit kümmern. Hier gibt es keine Schuldigen, die Natur hat gewirkt.
  • plaga versus 21.06.2019 19:35
    Highlight Highlight Wenn ich wandern gehe, mache ich selbst eine Risikoanalyse und erwarte nicht, dass Behörden alle Risiken eliminieren.
    • deepmind96 21.06.2019 21:33
      Highlight Highlight Jaja, Selbstverantworung und so aber die Behörden haben eine gewisse Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit. Da man eben genau nicht davon ausgehen darf, dass sich jeder Informiert.

      Habe mal kurz nachgelesen nach dem Gesetz über Fuss- und Wanderwege (ja, das gibts) stehen die Kantone in der Verantwortung, dass eben Wanderwege möglichst Gefahrlos begangen werden können.

      Sollten die kantonalen Behörden von dem bevorstehenden Bergsturz gewusst haben - wären Sie genau dieser Verantwortung nicht nachgekommen. Aus meiner Sicht.
    • Kugelblitz 22.06.2019 00:27
      Highlight Highlight @96m Die Wanderer waren informiert, (Schilder, Hüttenwart). Das betroffene Gebiet sollte ohne Pause zu machen, zügig durchquert werden. Leider war dann der Bergsturz grösser als erwartet und zusammen mit dem zermalmten Gletscherrest entstand eine tödliche Schlammlawine. Natur, Pech, Schicksal; es lässt sich nicht alles vorhersehen.
    • Kugelblitz 22.06.2019 01:14
      Highlight Highlight @96m Behörden wussten von dem bevorstehenden Bergsturz.
      Die Wanderer waren informiert durch Schilder und Hüttenwart.
      Der Bergsturz zermalmte den Gletscherrest unterhalb des Cengalo was zu einem unerwartet, grossen Murgang führte.
      Acht Menschen starben, niemand wollte das.
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