Das Velo als Gepäck: Mit welchem Trick man immer einen Platz fürs Fahrrad findet
Das Velo im Zug mitzunehmen, ist in der Schweiz beliebt. Die Hürden sind vermeintlich gering: Veloticket kaufen und, wenn möglich, einen Niederflurzug wählen, und ab geht's.
Allerdings sind da doch ein paar Dinge zu beachten. Zum Beispiel ist es verboten, mit dem Velo zu Stosszeiten in Pendlerzüge zu steigen. Etwa morgens um 7 Uhr in die S12 oder S11 von Winterthur nach Zürich. In die umgekehrte Richtung aber, also von Zürich ins Weinland oder ins Tösstal, könne man um diese Zeit hingegen «problemlos fahren», versichert SBB-Mediensprecher Reto Schärli. Im Online-Fahrplan sind die gesperrten Züge mit einem durchgestrichenen Velosymbol gekennzeichnet.
Weil die Nachfrage nach dem Veloverlad konstant hoch sei, sei in den IC-Zügen von Freitag bis Sonntag und vom 21. März bis Ende Oktober eine Reservation obligatorisch, sagt Schärli. Und auf den Intercity-Zügen am Jurasüdfuss (IC 5 und IC 51) und durch den Gotthard-Basistunnel (IC 2 und IC 21) gilt für Velos eine durchgängige Reservationspflicht.
Diese Züge sind im Online-Fahrplan mit «Veloreservierung obligatorisch» gekennzeichnet. Neu kann in der SBB Mobile App der Veloplatz grafisch in der gewünschten Klasse und im gewünschten Wagen reserviert werden. Das kann unter der Woche auch noch sehr kurzfristig klappen, sagt Schärli. «Für Feiertage wie Auffahrt oder Pfingsten hingegen empfehlen wir, frühzeitig zu reservieren.»
An den übrigen Tagen und in anderen Zugkategorien (IR, RE, S-Bahnen), auch von Freitag bis Sonntag, ist keine Reservation nötig. Mit einem Velobillett oder einer Velotageskarte (15 Franken) kann man das Velo in die nicht gesperrten Züge mitnehmen.
Die SBB bauen die Anzahl Veloplätze laufend aus, sagt Schärli. In den letzten Jahren seien mehrere hundert zusätzliche Veloplätze geschaffen worden. Alte Züge wurden teils umgerüstet, neue Modelle werden mit sogenannten Multifunktionszonen geplant, in welchen viele Velos mitgenommen werden können. «An Wochenenden und auf Strecken, die bei Velofahrenden besonders beliebt sind, werden in Gepäckabteilen zusätzliche Plätze geschaffen.»
Was viele nicht wissen: Heute gibt es einen Trick, wie man das Velo auch ohne Reservation legal mitnehmen kann, und das kostenlos. Und zwar per Velosack (bei den SBB als TranZBag für 119 Franken erhältlich). Das Vorderrad muss dabei – ausser bei Falträdern – zwingend abgenommen und alles in der Tasche verstaut werden. Diese sollte dann in einer Gepäckablage oder zwischen den Sitzen deponiert werden, «wenn möglich nicht auf den Veloplätzen».
Allerdings betont Schärli, dass auch hier der Platz beschränkt sei, Durchgänge und Fluchträume müssten stets frei bleiben und dürften nicht mit Gepäck oder eben eingepackten Velos zugestellt werden. Doch er hat noch einen anderen Tipp, der das Velo garantiert rechtzeitig ans Ziel bringt: das Velo vorgängig via SBB versenden – gerade für Ferien eine empfehlenswerte Methode. (aargauerzeitung.ch)
