DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Übertreibt es der Wirt des schönsten Ortes der Welt oder ist sein Aufschlag für das Besteck berechtigt?
Übertreibt es der Wirt des schönsten Ortes der Welt oder ist sein Aufschlag für das Besteck berechtigt?Bild: Peter Böhi

2 Franken für eine zusätzliche Gabel – steigt dem Äscher der Erfolg zu Kopf?

04.10.2016, 15:2705.10.2016, 09:43

Den Äscher braucht man mittlerweile nicht mehr vorzustellen. Das Berggasthaus, das spektakulär an einem überhängenden Fels klebt, ist weltberühmt. Dieses Jahr besuchte es unter anderem unser Tennisstar Roger Federer

Jetzt ist der von National Geographic zum schönsten Ort der Welt erkorene Platz wieder in den Schlagzeilen. Eher negativ. Dass im Restaurant eine zusätzliche Gabel zwei Franken kostet, erhitzt die Gemüter. Eine Familie mit zwei Kindern bestellte für alle zusammen drei Teller Rösti – «weil die Kinder oft nicht ausessen, fragten wir nach einer zusätzliche Gabel», sagt die Mutter zu FM1Today. Als ihr jemand vom Personal mitteilte, eine Extra-Gabel koste zwei Franken, verzichtete sie darauf und ass die Rösti mit dem Kaffeelöffel. 

Der Äscher ist die schönste Beiz der Welt

1 / 14
Der Äscher ist die schönste Beiz der Welt
quelle: peter böhi
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Bernhard Knechtle, Wirt des Äschers, rechtfertigt den Aufschlag gegenüber dem Portal folgendermassen: «Für die zwei Franken gibt es dafür ein gesamtes Gedeck, inklusive Teller.» Niemand könne gratis abwaschen. Auch Zuhause koste das Wasser. Und im Gegensatz zu dem meisten Schweizer Haushalten komme das Wasser auf dem Äscher «nicht einfach so aus dem Hahnen». 

Sind zwei Franken für eine zusätzliche Gabel in Ordnung?

Es muss aufwändig beschafft werden. Regne es lange nicht, werde das Wasser knapp. Brigitte Meier von Gastro Suisse sagt zu watson: «Was ein Wirt wofür verlangt ist Sache jedes einzelnen Unternehmers.» Linus Thalmann von Gastro St.Gallen meint ergänzend, der Äscher-Wirt habe für die zwei Franken bestimmt seine Gründe. Weil im Berggasthaus Wasserknappheit herrsche, sei der Preisaufschlag legitim. 

Es scheint also nicht an der wachsenden Berühmtheit und der steigenden Anzahl Touristen zu liegen, dass der Äscher diese ungewöhnlichen Zusatzkosten verlangt. Allerdings gibt es auf Portalen wie Trip Advisor, nebst vielen positiven Kommentaren, eine bemerkenswerte Anzahl Bewertungen, die von schlechtem Service sprechen. Von «unglaublicher Arroganz» ist die Rede,   von «zu wenig Platz auf der Terrasse» und von «unfreundlichem Personal». 

Äscher-Wirt Knechtle wird die zwei Franken für das zusätzliche Besteck auch in Zukunft verlangen. Er versuche immer alles zu geben, allen Recht machen könne man es aber nie. (feb) 

Noch mehr schöne Flecken: Verwunschene Orte – wenn die Natur zurückschlägt

1 / 39
Verwunschene Orte – wenn die Natur zurückschlägt
quelle: forms://13/63795
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Dieser Ort ist wirklich verwunschen: Das Sanatorio del Gottardo

1 / 16
Dieser Ort ist wirklich verwunschen: Das Sanatorio del Gottardo
quelle: lil'ka
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

73 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
atomschlaf
04.10.2016 16:02registriert Juli 2015
Es ist genau diese Rappenspaltermentalität, die mir bei vielen Schweizer Gastwirten so sehr auf den Keks geht.
Natürlich verursacht eine zusätzliche Gabel gewisse Kosten, aber derart kleinliche Regelungen verärgern nun mal viele Gäste (mich inbegriffen).
Da verlangt man besser durchs Band 50 Rappen oder einen Franken mehr pro Gericht und verzichtet dafür auf solche Mätzchen.
23212
Melden
Zum Kommentar
avatar
-woe-
04.10.2016 17:59registriert Dezember 2015
Wir waren übers Wochenende in Maurach am Achensee (Oesterreich). Wir haben ein hervorragendes Nachtessen genossen (14 Gault Millau Punkte). Aber von vier Personen wollten nur noch zwei ein Dessert. Ungefragt haben die anderen beiden Gäste auch noch einen Dessertlöffel bekommen mit einem augenzwinkerndem "falls Ihr auch probiern wollt".

Die Dessertlöffel wurden nicht verrechnet...
21218
Melden
Zum Kommentar
avatar
N. Y. P. D.
04.10.2016 18:01registriert Oktober 2015
Ab nächstem Montag gilt ein neues WC-Regime im Äscher. Details sickern bereits durch.

Wenn man "kacken" (sorry) muss, kriegt man eine nummerierte WC-Rolle* in die Hand gedrückt. Die Rolle wird vorgängig gewogen und nach dem Geschäft gewogen.

Beispiel :

256g* - 112g* = 144g
144g : 2g = 72 Blatt.
72 Blatt mal 5 Rp. = 3.60 CHF
3.60 + 40 Rp. = 4.-

Die 40 Rp. sind fürs "übersitzen"
18218
Melden
Zum Kommentar
73
Postfinance sucht Leute, die Arbeitszeit «nicht dem Kampf für Gleichberechtigung widmen» 😳
Die Post-Tochter sucht nach Mitarbeitenden, die «den Unterschied zwischen 0 und 1 und nicht zwischen XX und XY» herausarbeiten wollen. Das kommt nicht bei allen gut an.

Die Post-Finanztochter Postfinance hat theoretisch alles richtig gemacht für ein gendergerechtes Stelleninserat: Sie sucht nach «Softwareentwickler:innen». Die Jobbeschreibung ist hingegen kontrovers. «Du willst den Unterschied zwischen 0 und 1 herausarbeiten. Nicht den zwischen XX und XY?», wirbt Postfinance mit Verweis auf Codes und Geschlechtschromosomen. Und: «Wir suchen Softwareentwickler:innen, die Ihre Arbeitszeit dem Banking der Zukunft und nicht dem Kampf für Gleichberechtigung widmen wollen».

Zur Story