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Schweizergarde: Beim Neubau im Vatikan explodieren die Kosten

Beim Neubau der Schweizergarde im Vatikan explodieren die Kosten

Die Schweizer Beschützer des Papstes müssen bis auf Weiteres in ihren misslichen Unterkünften im Vatikan hausen: Massive Kostensteigerungen verzögern das Projekt.
19.02.2026, 21:0419.02.2026, 21:04
Dominik Straub, Rom / ch media

Die Kasernenstiftung Päpstliche Schweizergarde machte gestern gute Miene zum bösen Spiel: In ihrer Pressemitteilung berichtete sie von einem «weiteren Meilenstein», der auf dem Weg zum Kasernen-Neubau zurückgelegt worden sei. Die vatikanischen Behörden hätten dem Neubau-Projekt die Baubewilligung erteilt.

Wenige Zeilen weiter unten fand sich die schlechte Nachricht: Gegenüber dem ursprünglichen Projekt aus dem Jahr 2019 haben sich die Kosten von 45 auf 70 Millionen Franken erhöht. Mit dem Bau könne erst begonnen werden, wenn die Finanzierung der Mehrkosten gesichert sei. Also vorderhand nicht.

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Kasernen-Neubau Schweizergarde

Der geplante Neubau der Kaserne soll zwischen 2026 und 2030 beginnen.

quelle: pd
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Über die Modernisierung der Kaserne der Schweizergarde im Vatikan wird seit über zehn Jahren geredet. Denn in einem Punkt sind sich alle einig: Die heutigen, über hundert Jahre alten Unterkünfte der Schweizer Söldner entsprechen längst nicht mehr den heutigen Anforderungen und Standards. Die Hellebardisten klagen über Feuchtigkeit und Schimmel, über veraltete Duschen und fehlende private sanitäre Anlagen, über enge Verhältnisse und unpraktische Verbindungswege. Und seit Papst Franziskus eine personelle Aufstockung der Truppe auf 135 Mann beschlossen hatte, war erst recht klar, dass eine Änderung nötig ist.

Abklärungen machten schnell klar, dass nur ein fast vollständiger Abriss der alten Kaserne und ein Neubau in Frage kommen – ein kompliziertes Vorhaben. Die Kaserne befindet sich im Vatikan gleich neben dem Apostolischen Palast. Der ganze Vatikan ist Unesco-Weltkulturerbe. Mit dem im Jahr 2019 präsentierten Projekt ist die Quadratur des Kreises laut den meisten Experten gut gelungen. Auch das Unesco-Komitee hatte die Pläne in den höchsten Tönen gelobt.

Die Schweizergardisten marschieren ein, zur Vereidigung der neuen Schweizer Gardisten mit der Anwesenheit von Papst Leo XIV am Samstag, 4. Oktober 2025 im Damasus-Hof des Apostolischen Palastes im Vat ...
Die Schweizergarde im Vatikan.Bild: KEYSTONE

Als komplizierter entpuppte sich die Finanzierung. Der Vatikan hatte von Anfang an durchblicken lassen, dass er erwarte, dass die Schweiz die Kosten für den Umbau tragen werde. Schon im Jahr 2016 wurde deshalb die Kasernenstiftung ins Leben gerufen. Tatsächlich gelang es der Stiftung, die zunächst geplanten 45 Millionen Franken einzusammeln. Sogar ein Beitrag des Bundes über 5 Millionen Franken ging relativ geräuschlos über die Bühne.

Schwieriger wurde es bei den Kantonsbeiträgen. Ausgerechnet im katholischen Luzern kam es sogar zu einer Volksabstimmung. Der Kredit von 400'000 Franken wurde mit über 70 Prozent der Stimmen abgelehnt. Die Gegner der Kasernenspende – Sozialdemokraten, Freidenker und Grüne – erklärten, der Kantonsbeitrag sei mit der Trennung von Kirche und Staat nicht vereinbar. Auch andere Kantone lehnten den Beitrag ab. Nun muss die Kasernenstiftung zum zweiten Mal auf Fundraising-Tour gehen.

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