DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Melanie Rene aus Genf singt an der Entscheidungsshow des Schweizer Fernsehens SRF zum Eurovision Song Contest, ESC 2015, am Samstag, 31. Januar 2015 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Mélanie René hat es geschafft und darf an den ESC Bild: KEYSTONE

Da hoffen wir mal wieder

Wir schicken ein darkes Melodram an den ESC. Und ein Schweizer beleidigt Conchita

Dank SRF wissen wir: Auch Mélanie René wird wohl am Eurovision Song Contest nicht besonders glänzen. Aber für die Schweizer Vorausscheidung hat es gereicht.



Der Moment war derart heikel, dass man ihn schon fast historisch nennen muss. Da fragt Sven Epiney den bärtigen Andy McSean aus St. Gallen, wie es ihm denn so gehe, als einzige männliche «Frontpersönlichkeit» unter lauter Sängerinnen. «Ich bin froh, haben alle anderen heute keine Bärte, da wäre sonst was komisch.» 

Hallo Gender-Awareness! Hinter der Bühne steht Conchita Wurst!! Epiney schnappte kurz nach Luft. Und da hatte sich der Mann, dessen Song ich zum Aufsetzen von Nudelwasser benutzte, für mich dann endgültig disqualifiziert. 

Conchita durfte erst um 21.58 Uhr die Bodenseearena in Kreuzlingen betreten, und ach, was soll ich sagen, «d' Nachbarin us Öschtriich» (Epiney) gab wie immer die Göttin und war eine Erholung. Auch wenn «Rise a Phoenix» schon fast so müde in den Ohren liegt, wie die gefühlten 12'000 Schnelldurchläufe jener sechs Menschen, von denen jetzt einer die Schweiz im Mai am zweiten Eurovision-Song-Contest-Halbfinale in Wien vertreten darf. Aber nur fast. Kreuzlingen sprang von den Sitzen. Es war schön.

Conchita twittert von der Probe (und so gut sah sie auch um 21.58 Uhr noch aus)

Andy McSean aus St. Gallen mit seinem Song

Andy McSeans Bart - wirklich keine Konkurrenz ...  Bild: KEYSTONE

Alle Kandidaten – abseits der Showbühne

1 / 8
Alle Kandidaten – abseits der Showbühne
quelle: srf
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Es ist ja so: In den letzten zehn Jahren war die Schweiz am ESC unschlagbare vier Mal im Finale, und dort wurde sie dann Achte (2005), Siebzehnte (2006), Letzte (2011) und Dreizehnte (2014). Logisch, dass man da alles dransetzen muss, endlich mal wieder weiter zu kommen. Man könnte aber auch einfach aufhören damit. Liechtenstein macht da schliesslich auch nicht mit. Aber Vernunftgründe haben mit dem ESC ja so wenig zu tun wie guter Geschmack.

Und jetzt soll es also die 24-jährige Genferin Mélanie René (klang die nur aus meinem TV so falsch?) mit «Time to Shine» richten. Und da muss man nun sagen, dieses darke Melodram ist dermassen ESC-Mainstream, dass es eventuell keine so schlechten Chancen haben könnte. Theoretisch.

Und sonst? Miruna Manescu von der Berner Band Timebelle (das heisst «Zytglogge», wie der Turm), hatte sich vor der Show das Kleid mit Lippenstift bekleckert. Aber dann sagten ihre Supporter frei nach Christina Aguleira «You're beautiful, no matter what you wear!», und für diesen Support ist sie jetzt total dankbar und feelt sich amazing.

Licia Chery aus Genf, das fröhlichste Wesen, das in der Schweiz je zur Welt gekommen sein dürfte, liebt Bahnhöfe, denn «bide Bahnhöf, da gaht es Türli uf» (Epiney), es Türli zur Wält, natürli. Aber wenn sie mit ihrem heiteren Song «Fly» nach Wien dürfte, sagte sie, dann wär sie so selig, dass sie sogar nach Wien schwimmen würde. 

Licia Chery aus Genf mit ihrem Song

Licia Chery, une chérie de Genève. Bild: KEYSTONE

Tiziana aus Dielsdorf ZH singt ihren Song

Tiziana wurde im letzten Mai auf dieser Bühne (aber in anderem Dekor) Voice of Switzerland.  Bild: KEYSTONE

Und da ist da noch unsere Tiziana, die letztes Jahr Voice of Switzerland wurde, aber trotzdem mit ihrem ersten Album nicht in die Top 20 kam. Da kann man halt nichts machen. Nach dem Event ist vor dem Nichts. Und auch Samstagnacht konnte Tiziana ihren einstigen Erfolg nicht wieder einholen. Vielleicht auch, weil bei ihrem Auftritt die Sehnsüchte einer Provinz-Floristin mit allen Jeans-Sünden der 80er-Jahre kollidierten. Aber daran war Tiziana unschuldig.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Review

20 Frauen wollen nicht nur die Eine! So ist die erste lesbische Datingshow

«Princess Charming» ist die entspannte queere Variante der «Bachelorette». Willkommen in einem nicen Paradies unterm Regenbogen.

Sie ist Rechtsanwältin. Spielt Fussball. Redet, wie man eben so redet, und nicht, wie es ein holperiges Skript vorgibt. Sie gleicht Kristen Stewart an ihrem bestgelaunten Tag. Sie ist hübsch, natürlich, sozial gewandt. Eine Traumfrau. Ihr Makel ist höchstens, dass sie Paulo Coelho liest. Aber vielleicht liest sie den auch gar nicht, sondern hat das Buch bloss in der Bibliothek ihrer Villa gefunden. Sie heisst Irina Schlauch, ist 30, kommt aus Köln und sucht dort nach der grossen Liebe, wo …

Artikel lesen
Link zum Artikel