Schweiz
Post

Post will Quickmail und Quickpac übernehmen

Post will Quickmail und Quickpac übernehmen

27.07.2023, 14:3827.07.2023, 15:09
Mehr «Schweiz»

Die Schweizerische Post beabsichtigt, die beiden Schweizer Logistikunternehmen Quickmail und Quickpac zu übernehmen. Insbesondere aufgrund der anhaltend sinkenden Briefmengen und des intensiven Wettbewerbs im Paketmarkt könnten die beiden Unternehmen nicht mehr eigenständig bestehen, teilte die Post am Donnerstag mit.

Sie hätten daher aktiv nach Käufern gesucht. Die Post könne mit der Übernahme einerseits die Fortsetzung der Dienstleistungen für die Kunden sicherstellen, andererseits könne sie bestehende Synergien nutzen sowie ihre Logistik besser auslasten.

Pakete werden auf ein Foerderband gelegt im regionalen Paketzentrum der Post in Pratteln, am Donnerstag, 30. Maerz 2023. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Das Paketzentrum in Pratteln.Bild: keystone

Die Muttergesellschaft Quickmail Holding hatte mit ihren beiden Kernunternehmen Quickmail und Quickpac nachhaltig rote Zahlen geschrieben. Nach Angaben der Post war ein eigenständiger Fortbestand nicht mehr möglich. Das Aktionariat entschied sich darum für einen Investitionsstopp und den Ausstieg aus dem Brief- und Paketgeschäft.

Kontinuität gewährleistet

Die Post will die Holding vollständig übernehmen. Der Grossteil der Kunden sei sowieso auch bei der Post. So garantiere ihnen die Übernahme Stabilität, schrieb die Post. Zudem lieferte Quickpac Pakete ausschliesslich mit Elektrofahrzeugen aus. Das passt gemäss dem Post-Logistikleiter Johannes Cramer zur Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens.

Gemäss Marc Erni, dem Verwaltungsratspräsidenten der Quickmail Holding, ist eine eigenständige Zukunft des Unternehmens nicht möglich. Die aufgrund der Digitalisierung rückläufigen Briefmengen und der harte Konkurrenzkampf bei hohen Betriebskosten verunmöglichten das Weitermachen. Mit dem Verkauf an die Post sei die Kontinuität gewährleistet.

Die Übernahme ist den Angaben zufolge «möglichst zeitnah» geplant. Sie muss aber zuerst noch von der Wettbewerbskommission (Weko) genehmigt werden.

Arbeitsplätze sollen bleiben

Die Gewerkschaften Transfair und Syndicom fordern nach der Übernahme von Quickmail und Quickpac durch die Post den Erhalt der fast 3500 Arbeitsplätze. Sie erwarten, dass die Post allen Angestellten ein Jobangebot unterbreitet. Die Stellen müssten dem Gesamtarbeitsvertrag der Post unterstellt sein. Die Beschäftigten würden aktuell in einer Tieflohnbranche unter teils prekären Bedingungen arbeiten.

Transfair begrüsste im Weiteren, dass die Konkurrenz im Brief- und Paketmarkt verschwindet. Der Wettbewerb habe der Qualität des Service Public geschadet. Die Übernahme schwäche den Druck auf die Arbeitsbedingungen etwas ab und stärke die Grundversorgung. (saw/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
24 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
saukaibli
27.07.2023 15:51registriert Februar 2014
Zum Glück, dann gibt es den absolut besch...enen Anbieter QuickPac nicht mehr, mit denen habe ich fast nur ganz üble Erfahrungen gemacht, vor allem bei Paketen gegen Unterschrift. Einfach nicht klingeln und die Zustellung als nicht erfolgreich abhaken, dann nach zwei Tagen Paket der Post übergeben. Das ist die "Arbeits"weise von QuickPac.
414
Melden
Zum Kommentar
avatar
BeatBox
27.07.2023 17:09registriert Januar 2014
Die Firma hat trotz Hungerlöhnen nicht rentiert. Aber ein paar haben sicher massig Kohle verdient dabei.

Mies fand ichs von gewissen grossen Onlineshops, dass sie auch noch auf den Zug aufgesprungen sind, obwohl alle die miesen Bewertungen und die drecks Arbeitsbedingungen schon lange bekannt waren…
331
Melden
Zum Kommentar
avatar
Hoftof
27.07.2023 16:24registriert Oktober 2018
Bei uns rasen die QuickMail Fahrer in der 30er Zone meistens mit 50-60 durch. Der Zeitdruck um möglichst viel auszuliefern ist wohl imens..
251
Melden
Zum Kommentar
24
«Ein Entscheid im September ist definitiv zu spät»: SRG vergeigt sich die guten Locations
Die SRG sucht einen Austragungsort für den Musikwettbewerb im Jahr 2025. Dafür könnte sie sich zu viel Zeit nehmen, befürchten Hallenbetreiber. Sie wollen nicht monatelang auf Buchungen fürs nächste Jahr verzichten.

«Voraussichtlich im September» will die SRG kommunizieren, in welcher Stadt und Halle der Eurovision Song Contest (ESC) nächstes Jahr stattfinden wird. So berichtete es kürzlich das SRG-Medium SRF - und mit ihm verschiedene andere Titel. Denn nach dem Sieg von Nemo ist die Schweiz daran, die grösste Musikshow der Welt mit etwa 180 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern vor dem TV auszurichten.

Zur Story