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Streit um Juso-Kampagne: Diese 8 Klischees entlarven jede antisemitische Karikatur



Der Mini-Skandal um eine Karikatur der Jungsozialistischen Partei (Juso) hat in der Kommentarspalte zu heftigen Diskussionen geführt. Vor allem an der Frage, ob die Partei hier tatsächlich antisemitische Stereotype verwendet hat, scheiden sich die Geister.

Dazu stellvertretend die Meinung von User karl_e:

«Was ist an dieser Karikatur antisemitisch? Es wird das Stereotyp des skrupellosen Kapitalisten gezeichnet. Vielleicht hätte man die Koteletten etwas heller und kürzer darstellen können, aber Schläfenlocken sehe ich hier wirklich keine.»

Und die Antwort von User DME:

«Gerne erwarte ich noch deine Erklärung zum Hut. Und zur Kombination Hut und Koteletten. Man kann sich auch dem Offensichtlichen verweigern ...»

Die Juso spricht in ihrer Entschuldigung von «antisemitischen Codes und Stereotypen». In der Karikatur kommen acht vor:

Antisemitisch oder an den Haaren herbeigezogen? Wir haben nachgefragt:

Giulia Brogini, Leiterin Sekretariat der Eidgenoessischen Kommission gegen Rassismus, EKR, spricht anlesslich der Lancierung der Kampagne

Bild: KEYSTONE

«Dieser Fall zeigt, dass man auch in Karikaturen vorsichtig mit Stereotypen umgehen muss, denn auch wenn keine rassistische Absicht dahintersteckt, können diese Vorurteile schüren. Die Juso hat dies eingesehen und die Karikatur zurückgezogen. Schon deshalb scheint uns eine Strafanzeige nicht angebracht.»

Giulia Brogini, Leiterin Sekretariat der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR)

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«Das kommt direkt aus dem Lexikon antisemitischer Illustrationen, im Internet finden sich Abertausende davon. Viele glauben, nur die Nazis sind echte Antisemiten, weil sie Juden töten wollen. Sie sehen nicht, dass es Abstufungen gibt. Manche Leute, die sich niemals als antisemitisch bezeichnen würden, sagen antisemitische Dinge. Es ist eine Frage der Bildung, aber nicht nur der Bildung. Es geht auch um Sensibilität.»

Dr. Robert Rozett, Bibliotheksdirektor der Zentralen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem

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ARCHIVE - Christoph Moergeli, SVP-ZH, spricht im Nationalrat, am Dienstag, 15. September 2015, an der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete in Bern. Erfolg fuer den ehemaligen SVP-Nationalrat Christoph Moergeli: Die Universitaet Zuerich muss ihm 17 Monatsloehne zahlen, weil seine Entlassung vor drei Jahren unrechtmaessig war. Dies hat das Verwaltungsgericht entschieden. Das Gericht spricht Moergeli eine Entschaedigung von fuenf Monatsloehnen sowie zusaetzlich eine Abfindung von 12 Monatsloehnen zu, also insgesamt 17 Monatsloehne. Dies geht aus dem Urteil hervor, das am Dienstag, 15. Dezember 2015, veroeffentlicht wurde.(KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Bild: KEYSTONE

«Es handelt sich ganz klar um Antisemitismus und kommt auch nicht zufällig von der Juso. Mit ihren Feindbildern Kapitalismus, Globalisierung und Israel ist die Linke anfällig dafür. Antisemitisches habe ich ganz vereinzelt auch schon in der SVP-Basis gehört, aber mittlerweile ist dieser gefährliche Aberglaube bei den Linken viel verbreiteter.»

Christoph Mörgeli, ex-SVP-Nationalrat und Historiker

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Bild

bild via tagesschau.de

Es ist denkbar, dass der Zeichner sich hier unbewusst aus dem antisemitischen Repertoire bedient hat. Es gibt offenbar einen gewissen Bildervorrat, der sich in den Köpfen festgesetzt hat, und den Zeichner und speziell Karikaturisten abrufen. Manchmal kommen dann solche anschlussfähigen, antisemitischen Stereotypen heraus, vermutlich ohne dass der Zeichner das wollte. Ich würde nicht sagen, dass Antisemitismus auf linker Seite speziell Verbreitung findet. Es gibt die Grenzbereiche Israel- und  Kapitalismuskritik, wo einzelne hin und wieder in antisemitische Klischees abgleiten.

Professor Dr. Werner Bergmann, Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin

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bild via srf.ch

«Fehler können passieren, aber es geht darum, sich die nötige Sensibilität und das nötige Geschichtsbewusstsein einzugestehen.»

Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG)

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Der betroffene Karikaturist Igor Paratte (Pigr) hat sich am Montag in der Westschweizer Zeitung «Le Matin» zu Wort gemeldet:

Bild

bild via picobello.ch

«Das ist dermassen blöd, dass ich nicht einmal Lust habe, mich zu rechtfertigen. Wenn ich einen Juden hätte zeichnen wollen, hätte ich ihm eine Kippa aufgesetzt.»

Igor Paratte (Pigr), Karikaturist
quelle: le matin

Entschuldigung der Juso

Juso entschuldigt sich für antisemitische Karikatur, SIG spricht von «Fehlleistung»

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Hitlers «Mein Kampf» kommt aus dem Giftschrank – die Geschichte des gefährlichsten Buchs der Welt

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Schweizer Juden entsetzt: FCL-Fans treiben «St.Galler Jud» vor sich her

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Dieses FDP-Abstimmungsinserat hat einen «antisemitischen Charakter»

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