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Viele Menschen sehen bei ihrer Nahtoderfahrung ein fernes Licht.
Viele Menschen sehen bei ihrer Nahtoderfahrung ein fernes Licht.Bild: shutterstock
Review

Nahtoderfahrung: Diese drei Szenen aus der SRF-Sendung gehen unter die Haut

Was passiert, wenn wir sterben? Dieser Frage geht die SRF-Sendung «Reporter» nach. Dafür werden vier Menschen porträtiert, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben. Ihre Erzählungen machen nachdenklich.
14.01.2021, 08:3315.01.2021, 06:09

Das Licht am Ende des Tunnels: Was wir uns über den Moment des Sterbens vorstellen, kommt nicht von ungefähr. Das zeigen die Geschichten von vier Personen, die in der SRF-Sendung «Reporter» am Mittwochabend ihre Nahtoderfahrung beschreiben. Drei Szenen gehen dabei besonders unter die Haut.

Der Entscheid

Ramón Gartmann war acht Jahre alt, als er aus zwölf Metern Höhe von einem Dach stürzte. Er stand bereits mit einem Fuss im Jenseits und wollte eigentlich gar nicht zurück. «Da war ein Wesen. Ich sagte ihm, dass ich nicht zurück wolle. Er antwortete, dass er mir etwas zeigen möchte, bevor ich mich entscheide.»

Ein Lichtwesen habe Ramón Gartmann entscheiden lassen, ob er leben oder sterben will.
Ein Lichtwesen habe Ramón Gartmann entscheiden lassen, ob er leben oder sterben will.Bild: screenshot: srf

Mit dem Wesen sei er wie durch einen Vorhang in die physische Welt zurück. «Ich sah mich aus der Vogelperspektive im Krankenwagen liegen. Die Sanitäter versuchten, mich zu retten. Im hinteren Teil des Wagens sass meine Mutter. Ich sah ihren Schmerz und was in ihr bricht durch meinen Tod.» Dann habe er sich entschieden, er wolle leben «und zack war ich zurück in meinem Körper und wachte auf.»

Das Geheimnis

Andrea Pfeifer hat ihr Erlebnis mit dem Tod lange geheim gehalten. Sie ist damit nicht alleine: Angeblich hätten fünf Prozent aller Menschen einmal im Leben eine Nahtoderfahrung. Nur die Wenigsten würden darüber reden, heisst es in der Sendung.

«Ich habe es ganz lange niemandem erzählt», sagt Andrea Pfeifer. Sie war 26 Jahre alt, als sie beinahe an einer Lebensmittelvergiftung starb. Was sie im Moment des Sterbens erlebte, klingt nach einer Film-Szene. «Plötzlich sass jemand neben meinem Bett, ein junger Mann. Aber er war nicht menschlich, sondern ganz etherisch, ausgefüllt mit Licht.»

Andrea Pfeifer erinnert sich an den Mann aus Licht.
Andrea Pfeifer erinnert sich an den Mann aus Licht.Bild: screenshot: srf

Pfeifer erinnert sich an den Moment mit einem Lächeln auf den Lippen. «Ich habe ihn gekannt. Ich habe ihn noch nie gesehen, aber ich habe ihn erkannt.»

Sie fürchtete, dass sie schubladisiert werden könnte, wenn sie von ihrem Erlebnis erzählt. «Man wird sofort in eine esoterische oder religiöse Schiene gedrängt, aber dort gehöre ich überhaupt nicht hin.»

Der Jubelschrei

Bei Nahtoderfahrungen ist oft die Rede vom Licht am Ende des Tunnels. Bei Andrea Pfeifer habe das etwas anders ausgesehen. «Ich ging in einem Lichtermeer auf. Diese Explosion war wie ein Jubelschrei!»

Das Licht sei mehrschichtig und lebendig gewesen, erzählt Andrea Pfeifer. Doch es fällt ihr schwer, die passende Beschreibung zu finden. «Es gibt keine Wort dafür. Es war einfach pures Glück, ein Teil davon zu sein.»

Fazit

Der Tod steht oft für etwas Negatives und Schmerzhaftes. Die vier Menschen, die der Journalist Simon Christen für seine Reportage traf, empfanden ihn jedoch als etwas Schönes, sogar als pure Glückseligkeit. Ihre Geschichten regen an, über das Sterben nachzudenken.

Eine ältere Protagonistin, Magdalena Bless, erzählt am Ende der Sendung, wie sie durch die Erfahrung den Tod akzeptiert hat: «Ich freue mich auf den Tod, auch wenn ich jetzt noch nicht sterben will. Der Tod ist ein grossartiger Übergang, in dem sich die Rätsel des Universums entschlüsseln.»

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Vor dem Insta-Fame kam die «Nahtod-Erfahrung»

Video: watson

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116 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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code-e
14.01.2021 08:53registriert November 2018
Ich habe ein sehr entspanntes Verhältnis zum Tod. Wer lebt wird irgend einmal sterben. Manche früher, ander später. Die Uhr fängt an zu ticken sobald man den ersten Atemzug getätigt hat. Für mich ist der Tod nur eine weitere Etappe unseres Daseins und keinen falls das definitive Ende. Ich fürchte mich einzig vor der Art wie ich sterben werde. Ich möchte auf keinen Fall leiden müssen aber auch das sucht man sich in der Regel nicht aus
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Foxtrott
14.01.2021 09:39registriert Oktober 2019
2004 auf Autobahn unter Pannenlaster geknallt. Filmriss - sah mich aus der Vogelperspektive in gleissendem Licht auf der Böschung neben meinem total zertrümmerten Auto liegen - Ambulanz war da, Feuerwehr, Polizei - alles friedlich und still - Filmriss - 5 Tage später im Spital aufgewacht. Die Bilder waren noch da. Arztvisite: Wir haben Sie zurück geholt.... Denke mit Dankbarkeit zur
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'onsense
14.01.2021 09:06registriert September 2020
In meinem Umfeld sind gleich mehrere Menschen, mit solchen und/oder ähnlichen Erlebnissen. Und alle fürchten sich davor, als verrückt oder sonstwie abgestempelt zu werden, wenn sie das weitererzählen.
Es ist eine Überlegung wert, sich vorzustellen, was Urteile über Menschen, in die wir nicht hineinsehen können, mit ihnen alles anstellen.
Und wieviel dabei verpasst wird.
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