Schweiz
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THEMENBILD ZUM MK DER SBB ZUR ANSTEHENDEN HITZEWELLE --- Des ouvriers CFF/SBB travaillent sur le chantier de la gare de La Conversion ce mercredi 11 juillet 2018 a Lutry. Du 7 juillet au 26 aout 2018, le trafic ferroviaire est interrompu entre les gares de Lausanne et Puidoux-Chexbres en raison du renouvellement de la voie ferree sur 2 x 5 km afin de moderniser et securiser les installations sur ce troncon. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

SBB-Gleisarbeiter in Lutry (Archivbild). Bild: KEYSTONE

Kommen jetzt die weissen Schienen? Wie die SBB den Hitzesommer meistern wollen



Die SBB sagt, sie seien für die zweite Hitzeperiode dieses Sommers gerüstet. Allerdings ist die Situation auf dem Schweizer Schienennetz wegen Grossanlässen mit 1900 Extrazügen und Baustellen dieses Jahr auch bei normalen Temperatur schon besonders angespannt.

Trotz Spezialisten, die jeweils die extremen Wettersituationen im Sommer und im Winter vorbereiten, ist die SBB an solchen Tagen nicht vor Überraschungen gefeit. Eine Gleisverwerfung im Bahnhof Bern und eine Stellwerkstörung in Hindelbank BE führten beispielsweise am 27. Juni dazu, dass Zehntausende von Reisenden Verspätungen hinnehmen mussten.

Die Kundenpünktlichkeit an diesem Tag betrug lediglich 75 Prozent. Zuletzt verzeichnete die SBB am 4. April wegen Schneefalls einen tieferen Wert. Weitere Störungen seien auch in den kommenden Tagen und Monaten nicht auszuschliessen, sagte Linus Looser, Leiter Bahnproduktion SBB Personenverkehr, am Montag vor den Medien in Olten.

Wo liegt das Problem an der Hitze?

Das Stichwort heisst Gleisverwerfung. Grundsätzlich sind die SBB-Gleise so dimensioniert, dass sie sowohl bei Hitze wie bei Kälte einwandfrei funktionieren. Abweichungen wegen extremen Temperaturen nach oben oder nach unten können aber Störungen auslösen. Bei grosser Hitze werden die Schienen bis 70 Grad heiss. Dabei dehnt sich das lückenlos verschweisste Gleis aus.

In den Kurven entstehen dabei Querkräfte, die zu einer Verformung der Gleise führen. Diese bezeichnet man als Gleisverwerfung. Jährlich werden bei der SBB 5 bis 15 solcher Verwerfungen registriert und repariert.

Die Hauptstrecken werden alle zwei bis vier Wochen von speziell ausgebildeten Streckeninspektoren geprüft. Auch die Lokführer melden solche Schäden. Hitzebedingte Gleisverformungen würden dabei schnell entdeckt, sagten die SBB-Verantwortlichen in Olten. Als Sofortmassnahme reiche meist eine Temporeduktion im betroffenen Bereich.

THEMENBILD ZUM MK DER SBB ZUR ANSTEHENDEN HITZEWELLE --- Ein Wagen der SBB kuehlt am Dienstag, 5. August 2003 auf der SBB-Linie Luzern-Zuerich bei Rotkreuz das einspurige Bahngleis mit kuehlendem Wasser. Die grosse Hitze hat am fruehen Dienstagnachmittag das Bahngleis zwischen Cham und Rotkreuz verformt. Die SBB-Linie Luzern-Zuerich wurde dadurch unterbrochen. Gleisschaeden dieser Art kommen gemaess SBB aeusserst selten vor. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Im Hitzesommer 2003 kühlte die SBB mancherorts die Schienen mit Wasser, wie hier auf der Linie Luzern – Zürich bei Rotkreuz. Bild: KEYSTONE

Wie geht man dagegen vor?

Bei den SBB prüft man momentan zwei Massnahmen, um die Schienen hitzeresistenter zu machen:

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Klimaanlagen im Dauerbetrieb

Für klimatisierte Züge sorgen die rund 7200 Klimageräte, die in 4100 Fahrzeugen installiert sind. Bis nächstes Jahr sollen 8000 Klimageräte im Einsatz stehen.

Laut SBB-Angaben sind derzeit 94 Prozent aller Personenzüge klimatisiert unterwegs. Dies heisst, dass die Raumluft dort für die Reisenden zwischen 5 und 7 Grad unter die Aussenlufttemperatur gesenkt wird.

Das Lokpersonal und die Kundenbegleiter haben die Möglichkeit, die Temperatur in den Zügen um zusätzliche 2 Grad zu senken. Bei Aussentemperaturen von deutlich über 30 Grad stiessen die Geräte aber an ihre Leistungsgrenzen, heisst es bei der SBB.

Täglich werden 13 Störungen an Klimaanlagen behoben. Die Verfügbarkeit beträgt im jährlichen Mittel 97 Prozent. Neben Wagen und Triebzügen sind auch Loks mit Klimageräten ausgerüstet.

Grossanlässe und Baustellen

THEMENBILD ZUM MK DER SBB ZUR ANSTEHENDEN HITZEWELLE --- Eine neue und somit zweite Eisenbahnbruecke wurde am Dienstag, 9. Juli 2019 ueber den Sagenbach in Walchwil am Zugersee fuer den Ausbau der Doppelspur auf der Linie Zug Arth-Goldau eingesetzt. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bauarbeiten am Ostufer des Zugersees, 9. Juli. Bild: KEYSTONE

Wegen Grossanlässen bietet die SBB dieses Jahr fast 2000 Extrazüge an, so viele wie seit der Expo 2002 nicht mehr. Die Hälfte davon werden von und zur Fête des Vignerons eingesetzt, die in diesem Tagen begonnen hat.

Bereits bewältigt hat die SBB die Transporte zum und vom Eidgenössischen Turnfest in Aarau und Züri-Fäscht. Noch ausstehend ist das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest.

Auch grössere Baustellen, wie die Sperrung der Strecke entlang des Ostufers des Zugersees, stellen die SBB auf eine harte Probe. Das Ersatzangebot funktioniert laut SBB zwar einwandfrei. Dennoch hätten verspätete EC-Züge sowie Störungen an Fahrzeugen oder Bahnanlagen negative Folgen auf die Pünktlichkeit gehabt. (jaw/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • atomschlaf 22.07.2019 19:42
    Highlight Highlight Man muss nicht sinnlos runterkühlen, wie dies oft in den USA oder in Asien teilweise gemacht wird, aber die Temperatur im Zugsinnern sollte 25 Grad nicht überschreiten.
    5 Grad Differenz sind gut und recht, solange die Aussentemperatur nicht über 30 Grad steigt, aber für höhere Temperaturen ist diese Regel-Logik völlig ungeeignet!
  • Fairness 22.07.2019 19:24
    Highlight Highlight Die SBB werden aber schon wissen, dass die innert kürzester Zeit nicht mehr weiss sind ...
  • Imaginaerum 22.07.2019 17:30
    Highlight Highlight Hatte mich immer gefragt warum die Schienen in Italien weiss bemalt sind 😅
  • tomtom60 22.07.2019 16:53
    Highlight Highlight Es müssen immer grössere Mengen an Personen befördert werden, das Material wird auch deswegen stärker belastet (auch das Personal). Ich sage immer, wir sollten uns nicht mit den Schlechteren vergleichen, aber hier wird auf einem sehr hohen Niveau gejammert. Die SBB machen einen super Job - wenig Verspätungen, fast keine Ausfälle, Sondereinsätze funktionieren in kürzester Zeit. Und der Kostendruck darf nicht unterschätzt werden. Das mit den Schienen "wiissgle" wäre sicher eine gute Sache 👍 sofern umweltverträglich. Wie machen die das in Spanien bei den AVE Zügen?
    • Damian derungs 22.07.2019 18:00
      Highlight Highlight Welchen kostendruck? Die heuschen jetzt schon unverschämt viel und bekommen noch mehr vom bund in den arsch geblasen, nur dass ein paar büroknechte massiv zu viel verdienen
  • flubi 22.07.2019 15:04
    Highlight Highlight Es gibt bereits eine Projektgruppe für die weissen Schienen. Anstatt mit malen zu beginnen!
  • Kaspar Floigen 22.07.2019 15:03
    Highlight Highlight Gleise weiss angemalt. Klimakrise abgewendet.
  • pun 22.07.2019 14:32
    Highlight Highlight Bin ein grosser öV-Anhänger und -Nutzer. Dieser Artikel liest sich aber wie eine Sammlung von mal besseren, mal schlechteren Ausreden. Wenn das Material so Marode ist, wärs Zeit, massiv zu investieren, nicht neue Ausreden zu erfinden.
    Niemand will hierzulande Zustände wie bei der Deutschen Bahn und damit mehr Leute fürs Klima auf den öV Umsteigen darf die SBB keine Verschlechterung der Pünktlichkeit oder des Komforts hinnehmen.
    Ist ja nicht das erste Jahr, wo es hierzulande schneit oder Temperaturen über 30 Grad erreicht werden.
    • dontknow 22.07.2019 15:12
      Highlight Highlight Nur kann die SBB da auch herzlich wenig für. Die SBB weisst Jahr für Jahr darauf hin dass in der Infrastruktur massiv Nachholbedarf herrscht. So lange die Politik nicht darauf hört und die Gelder spricht, kann die SBB halt auch nichts ändern. So sehr ich dich verstehe, so solltest du dir doch nochmals Gedanken darüber machen an wen du deine Kritik richtest😉
    • pun 22.07.2019 15:45
      Highlight Highlight @dontknow: Danke für deine Rückmeldung. Wenn das so ist, müsste sich aber auch die Kommunikationsabteilung der SBB Gedanken machen, wie sie sowas kommuniziert. Ich habe zumindest noch nichts dergleichen gehört und bin sonst doch recht gut informiert. :-)
      Die Politik muss natürlich auch öffentlichen Druck spüren.
    • Bits_and_More 22.07.2019 17:13
      Highlight Highlight Es wird ja mehr investiert und die Gelder sind gesprochen. 2014 wurde FABI angenommen. Bis 2025 werden 6.4 Mia in die Infrastruktur investiert, bis 2035 mehr als 12 Mia.

      https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/verkehr/investitionen/fabi.html
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toni.Stark 22.07.2019 14:11
    Highlight Highlight Im Sommer ist heisst, im Winter kalt, wenn’s Regnet nass. Die SBB hat‘s nur nicht mitgekriegt.
    • Charlie Brown 22.07.2019 19:24
      Highlight Highlight Starker Kommentar.
  • hoidas 22.07.2019 14:05
    Highlight Highlight Hoffentlich finden sie die Schienen dann im Winter wieder...
    • Heinzbond 22.07.2019 15:00
      Highlight Highlight Hat im flachland doch eh kaum noch Schnee...
  • El Pepedente 22.07.2019 13:11
    Highlight Highlight Die lösung der sbb ist ticket preise erhöhen aber nichts verbessern. Schsde dss die sbb trotz vielen steuergeldern nichts hinkriegt ausser teurere tickets
    • B-Arche 22.07.2019 13:42
      Highlight Highlight Mobilität kostet. Beim Auto eben viel verschleierter da man selbst erst einmal kräftig in die Tasche langen muss um ein Auto zu kaufen, dann Versicherung.
      Beim ÖV muss man das nicht.
      Alles zusammengerechnet kommt man kaum unter CHF1 pro Kilometer mit dem Auto.
    • Evan 22.07.2019 14:05
      Highlight Highlight Jeder, der über ÖV Preise jammert, sollte sich mal genau ausrechnen, wie viel es ihn kosten würde, statt essen mit dem Auto zu fahren.
    • B-Arche 22.07.2019 14:54
      Highlight Highlight Evan: Plus Verlust von Zeit weil man beim Auto fahren nichts anderes tun kann. ÖV hat auch etwas von geteiltem Chauffeur.
    Weitere Antworten anzeigen

Zu wenig Lokführer: SBB legen Linie still

Die SBB haben wegen Lokführermangels auf einer Nebenlinie zwischen Olten und dem Baselbiet einen Tag lang den Zugverkehr eingestellt. Zudem schützt am Gotthard auch eine Platzreservation nicht vor einem Rausschmiss.

Dass ein Zug ausfällt, weil der Lokführer oder die Zugchefin kurzfristig entfällt, kommt immer mal wieder vor. Dass die SBB eine ganze Linie einen Tag lang stilllegen muss, weil das Personal fehlt, ist wohl einzigartig in der jüngeren Bahngeschichte.

So geschehen am Samstag auf der Linie Olten – Läufelfingen – Sissach. Von früh bis spät bot die Bahn Ersatzbusse auf. Grund: «kurzfristige Änderung im Personaleinsatz». Informiert darüber hat die SBB am Freitagabend um 23.51 Uhr.

Am Samstag erklärte …

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