DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kanton Waadt verbietet «T-Shirt der Schande» für Schülerinnen

05.10.2020, 17:32
Demonstration für freie Kleiderwahl in Genf
Demonstration für freie Kleiderwahl in GenfBild: sda

Nach einer Kontroverse um Kleidervorschriften an Schulen ist im Kanton Waadt das sogenannte «T-Shirt der Schande» verboten worden. Vergangene Woche hatten Dutzende Schülerinnen und Schüler in Genf gegen den «sexistischen Dresscode» an Sekundarschulen protestiert.

Ein ähnliche Praxis sei auch in einigen Waadtländer Schulen angewandt worden, sagte Erziehungsdirektorin Cesla Amarelle (SP) am Montag dem Radio LFM. Schülerinnen und Schüler, die in einer als unpassend empfundenen Kleidung in die Schule gekommen waren, mussten zur Strafe ein Hemd in Übergrösse tragen.

Anders als in Genf gab es im Kanton jedoch keine Shirts mit der Aufschrift «Ich bin angemessen gekleidet». Aber die Strafkleidung sei von jungen Mädchen als stigmatisierend empfunden worden. «Deshalb haben wir beschlossen, diese Praxis zu verbieten», sagte Amarelle.

Man müsse den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern suchen. «Es muss deutlich gemacht werden, dass es einen Rahmen gibt, den es einzuhalten gilt, auch im Hinblick auf die Kleidung», sagte die Sozialdemokratin. Sie wies darauf hin, dass viele Schulen im Kanton Waadt Lösungen gefunden hätten, um dieses Problem zu lösen, ohne auf als erniedrigend empfundene Sanktionen zurückgreifen zu müssen.

Es sei auch nötig, den jungen Mädchen zuzuhören, die sich zur Wehr setzten, dass ihre Körper in der Schule sexualisiert würden, sagte die Staatsrätin weiter. «Das ist auch etwas, das männliche Jugendliche und Lehrer hören müssen», sagte sie. «Die Aufgabe der Schule ist die Förderung der Gleichheit, nicht die Förderung von Stereotypen». (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Vorwurf der üblen Nachrede: Aargauer Gericht spricht SVP-Nationalrat Andreas Glarner frei

Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner ist vom Vorwurf der üblen Nachrede freigesprochen worden. Das Bezirksgericht Bremgarten AG hiess am Mittwoch den Einspruch von Glarner gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft gut.

Zur Story