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Schweiz
Romandie

Pierre Maudet kandidiert erneut für den Genfer Staatsrat

Pierre Maudet kandidiert erneut für den Genfer Staatsrat

28.09.2022, 08:3628.09.2022, 08:57
Pierre Maudet, ancien conseiller d'Etat genevois, arrive au palais de justice pour la deuxieme journee de son proces devant la Chambre penale d'appel et de revision de Geneve, ce mardi 12 octobre 2021 ...
Pierre Maudet hat noch nicht genug.Bild: keystone

Der ehemalige Genfer Staatsrat Pierre Maudet will bei den nächsten Wahlen im April 2023 erneut für einen Sitz in der Kantonsregierung kandidieren. Das kündigte der 44-Jährige am Mittwoch in der Wochenzeitung «GHI» an.

Der über eine Reise nach Abu Dhabi gestrauchelte Maudet erklärte in der Gratiszeitung, seine Kandidatur erfolge nicht aus egoistischen Gründen. Er strebe sein politisches Comeback für die Werte seiner neuen Liste an. Wie schon bei seinem Comeback-Versuch 2021 mit einer Regierungsratskandidatur als sein eigener Nachfolger tritt er für die eigene Liste «Freiheit und soziale Gerechtigkeit» an.

Während seiner Wahlkampagne 2021 eröffnete der ehemalige FDP-Bundesratskandidat Maudet in Genf ein Büro, wo er zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern den Puls nahm. Seine Kandidatur sei die Fortsetzung einer Geschichte mit jenen, die im Kantonsparlament Genf voranbringen wollten, sagte Maudet. Er scheiterte bei der Ersatzwahl an der Grünen Fabienne Fischer.

Die Abu-Dhabi-Reise

Nach einer Affäre um eine Luxusreise nach Abu Dhabi 2015, die das dortige Königshaus finanziert hatte, trat Maudet nach langem Seilziehen Ende Oktober 2020 aus dem Staatsrat zurück.

Bei der Ersatzwahl kandidierte er als Unabhängiger für seine eigene Nachfolge. Die Genfer FDP hatte ihn bereits zuvor aus der Partei ausgeschlossen. Maudet erzielte bei der Wahl im März 2021 zwar einen Achtungserfolg, unterlag mit 9000 Stimmen Rückstand jedoch klar der Grünen Fabienne Fischer.

Erstmals war Maudet 2012 mit 34 Jahren als Vertreter der FDP in einer Ersatzwahl in den Genfer Staatsrat gewählt worden. In der Folge galt der Berufspolitiker als Hoffnungsträger der Freisinnigen. Im September 2017 kandierte er sogar für den Bundesrat, zog allerdings gegen Ignazio Cassis den Kürzeren.

Prozess wegen Vorteilsannahme

Aktuell ist der Jurist in der Privatwirtschaft tätig. Seine politische Karriere scheiterte - zumindest vorerst. Einerseits wurde er von seinen Amtskollegen in der Regierung schrittweise entmachtet. Der Staatsrat entzog ihm die wesentlichen Dossiers seiner Direktion für Wirtschaftsförderung.

Andererseits wurde der Ex-Magistrat im Zusammenhang mit dieser Reise der Vorteilsannahme angeklagt und im Februar in erster Instanz zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu 400 Franken verurteilt.

Das Genfer Kantonsgericht sprach Maudet Anfang dieses Jahres frei. Es sah den Tatbestand der Vorteilsannahme als nicht erfüllt an. Gegen dieses Urteil legte die Genfer Staatsanwaltschaft, die eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten gefordert hatte, Rekurs ein. Somit wird das Bundesgericht über den Fall Maudet entscheiden.

(aeg/sda)

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Reto32
28.09.2022 09:53registriert Juni 2017
Der Typ kann es einfach nicht lassen. Cassis ist zwar eine Fehlbesetzung, keine Frage, aber stellt euch vor, Maudet hätte die Bundesratswahl gewonnen. Was für eine Katastrophe wäre das denn gewesen.
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MarGo
28.09.2022 08:59registriert Juni 2015
Irgendwann sollte man es doch einsehen und gut sein lassen...
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En Espresso bitte
28.09.2022 10:37registriert Januar 2019
Irgendwann müsste man halt bei korrupten Politikern auch über die Einführung eines Berufsverbots nachdenken.
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Schweizer Nati: Wenn bloss noch genügend Energie da ist
Granit Xhaka steht wieder wegen einer Geste im Fokus. Dieses Mal ist Milde angezeigt und alles ein wenig anders. Und doch geht es um das Feuer.

Es ist still geworden um Granit Xhaka. Gut, das ist ein bisschen geflunkert, und relativ aus der Gesamtoptik. Gerade in Anbetracht der Schauplätze, die sich während und nach dem emotionalen 3:2 gegen Serbien auftaten um den Schweizer Captain. Noch nach Mitternacht hatte er sich als soeben gekürter «Man of the Match» den Journalisten-Fragen gestellt, sich kurz erklärt. Damit war für ihn und die Schweizer Delegation die Angelegenheit erledigt. Für die FIFA ebenfalls, die bis anhin kein Verfahren gegen Xhaka eingeleitet hat und das vermutlich nicht mehr tun dürfte. Ansonsten könnte eine Sperre drohen.

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