Schweiz
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Waffen-Deals mit Russland: Hausdurchsuchungen bei der RUAG



ARCHIV --- ZU DEN MELDUNGEN UEBER DIE AUSWIRKUNGEN DES GRIPEN-NEIN FUER DIE FIRMA RUAG STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Le logo de la societe Ruag photographie sur les murs du site genevois de RUAG a Plan-les-Ouates, ce jeudi 1 juillet 2010 a Geneve. Les jours de RUAG a Plan-les-Ouates sont comptes. Le groupe de technologie et d'armement en mains de la Confederation envisage desormais une fermeture progressive d'ici a 2012. La mesure pourrait laisser 52 collaborateurs sur le carreau. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Bild: KEYSTONE

Die Bundesanwaltschaft hat beim bundeseigenen Rüstungsbetrieb Ruag eine Hausdurchsuchung veranlasst. Hintergrund ist ein Strafverfahren wegen Widerhandlungen gegen das Kriegsmaterialgesetz. Ein Kadermitarbeiter wurde per sofort freigestellt.

Ausgelöst wurde die Hausdurchsuchung durch eine Strafanzeige der Ruag selber. Die Bundesanwaltschaft (BA) bestätigte eine Meldung der «Handelszeitung».

Die BA habe in der Folge ein Strafverfahren eröffnet wegen Widerhandlung gegen das Kriegsmaterialgesetz, ungetreuer Geschäftsbesorgung und eventuell ungetreuer Amtsführung. Im Rahmen dieses Strafverfahrens sei es zu Hausdurchsuchungen gekommen. Es seien verschiedene Informationen und Datenträger sichergestellt worden.

Wie immer gelte auch in diesem Strafverfahren die Unschuldsvermutung für alle Verfahrensbeteiligten, schreibt die BA weiter. Der Anzeigeerstatter Ruag kooperiere umfassend mit den Strafverfolgungsbehörden. Weitergehend will sich die BA nicht äussern.

Ruag stellt Mitarbeiter frei

Die Ruag hat einen Mitarbeiter per sofort freigestellt. Die Unternehmung hat laut eigenen Angaben über die eigene Whistleblower-Stelle Kenntnis erhalten, dass der Kadermitarbeiter im Verkauf ausserhalb seiner Tätigkeit bei Ruag nicht autorisierte Geschäfte sowohl mit Ruag-Produkten als auch mit Konkurrenzprodukten abgewickelt haben soll. Dies stelle einen schwerwiegenden Verstoss gegen interne Richtlinien und die Ruag Compliance Regeln dar, heisst es in einer Mitteilung.

Ruag habe von sich aus und unverzüglich eine interne Untersuchung eingeleitet und die Bundesanwaltschaft informiert. Sie habe zudem Strafanzeige eingereicht. Die Hausdurchsuchung vom Donnerstag bei Ruag sei aufgrund dieser Anzeige erfolgt. Ruag kooperiere vollumfänglich mit der Behörde.

Gemäss aktuellem Kenntnisstand seien sämtliche im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen allfällig relevanten Exportvorgänge von Ruag im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften durchgeführt worden, schreibt Ruag weiter.

Möglicherweise flossen Schmiergelder

Laut «Handelszeitung» sollen der Kadermann der Ruag-Munitionsdivision Ammotec sowie der Russland-Leiter der Bank Julius Bär hinter dem Rücken ihrer Arbeitsgeber seit Jahren millionenschwere Rüstungsgeschäfte abgewickelt haben. Beim Rüstungsdeal sei es um technisches Equipment und Waffen für den russischen Sicherheitsdienst FSO von Präsident Putin gegangen. Dabei sollen möglicherweise auch Schmiergelder geflossen sein.

Eine Sprecherin der Bank Bär sagte zur Wirtschaftsnachrichtenagentur AWP: «Wir haben die Vorwürfe zur Kenntnis genommen und sind daran, diese zu untersuchen.» Der betroffene Mitarbeiter sei zudem für die Dauer der Untersuchung freigestellt worden.

Ruag war zwischen Ende 2014 und Anfang 2016 Ziel eines Cyber-Spionage-Angriffs geworden, den die Bundesanwaltschaft ebenfalls untersucht. Rund 23 Gigabyte Daten waren entwendet worden. Laut dem Bund deuteten die Indizien auf Wirtschaftsspionage hin.

Ruag erhält ab 2020 neue Struktur

Als Folge des Cyberangriffs beschloss der Bundesrat in Absprache mit der Konzernleitung, die Ruag neu zu strukturieren. Nach dem Willen der Landesregierung sollen die für die Armee tätigen Geschäftseinheiten ab 2020 in eine neue Gesellschaft überführt werden. Davon verspricht sich der Bundesrat mehr Sicherheit vor Cyberangriffen.

Die übrigen Teile des Unternehmens, die weltweit zivile und internationale militärische Geschäfte tätigen, würden zur neuen Gesellschaft Ruag International verschmelzen. (cma/aeg/sda)

«Die Waffenlobby hat Ihre Eier in einer Geldscheinklammer»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Florian Harold 22.03.2018 17:03
    Highlight Highlight Wird der Bund die Ruag, den bundesnahen Rüstungskonzern aufspalten? Nach dem Willen der Bundesregierung der Schweiz sollen die für die Armee tätigen Geschäftseinheiten in eine neue Gesellschaft überführt weden. Dies muss von Anwälten fir Wirtschaftsrecht bez. Arbeitsrecht und der Staatsanwaltschaft überwacht und geprüft werden. vgl. http://www.toponline.ch/news/schweiz/detail/news/bundesrat-strebt-aufspaltung-der-ruestungskonzerns-ruag-an-0084877/ http://www.wittib-law.ch http://www.anwalt-zuerich.attorney und http://www.anwalt-schweiz.attorney
  • Paddiesli 22.03.2018 16:58
    Highlight Highlight Rüstungsfirmen sollten keine Gewinne machen dürfen. Und es wird GAR NICHTS verkauft an Länder, die in IRGENDEINEN Konflikt verwickelt sind.
    Mir wird Angst und Bange, wenn ich daran denke, in welchem Umfang Trump gerade mit Saudi-Arabien Waffengeschäfte abgeschlossen hat. Das wird sich rächen und die Welt schiesst sich damit selber ins Bein - eher früher als später.
  • Addix Stamm 22.03.2018 14:15
    Highlight Highlight Wie arbeiten eigentlich die Zollbehörden im Zusammenhang mit kritischen Exporten? Wäre Mal ein Watson - Bericht wert..
  • Burdleferin 22.03.2018 13:50
    Highlight Highlight Das Motto der RUAG ist wie ich auf einigen Bildern gesehen habe „Together ahead“!
    Eine fiesere Ironie habe ich noch nicht gesehen!
  • piedone lo sbirro 22.03.2018 13:23
    Highlight Highlight waffen und munitionskäufer sowie steuerhinterzieher aus aller welt sind herzlich willkommen, genauso wie offshore firmen und expats.

    wenns ums geld geht, kennen gewisse politiker weder sprach- noch landesgrenzen, weder recht noch anstand.

    ansonsten gilt:

    mit speck fängt man mäuse, oder mit "ausländer raus!" hetze das volk! um mit der steuervorlage 17 unauffällig die reichen ausländer ins land zu locken.
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 22.03.2018 12:16
    Highlight Highlight Och , wieso auch nicht denn Russen ein paar Waffenteile schicken? Kann man ja nicht wissen wenn man in einem Packet Senf hat und im anderen Gas das daraus Senfgas wird!! ;)
  • EvilBetty 22.03.2018 10:47
    Highlight Highlight Hat doch letztens jemand in den Kommentaren bei einem anderen Artikel gefragt wie‘s mit Korruption in der Schweiz aussieht? 😂
  • El Pepe 22.03.2018 10:44
    Highlight Highlight schade das es nicht eine freie welt ist und ma nicht mit jedem egschäften kann! aber je genauer man die welt anschaut merkt man das die russen eigentlich niemals die bösen sind^^ sie werden nur immer schikaniert etc. und werden als das ultimative böse dargetsellt wenn sie sich wehren! shame shame shame
    • SpoonerStreet 22.03.2018 12:48
      Highlight Highlight In diesem Artilel lese ich kein "Russland Bashing" oder Ähnliches heraus. Es geht darum, dass eine Schweizer Firma wieder einmal krumme Geschäfte mit Waffen gemacht hat.
    • Sauäschnörrli 22.03.2018 13:01
      Highlight Highlight Schon eine sauerei das man nicht die Produkte des eigenen Betriebs hinter dem Rücken der Geschäftsleitung verkaufen und sich dabei selbst bereichern darf.
    • leykon 22.03.2018 13:16
      Highlight Highlight Mimimimi....
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  • Snowy 22.03.2018 10:32
    Highlight Highlight Gerade gestern wurde bekannt, dass die Unternehmensteile der RUAG aufgeteilt werden sollen in einen nationalen Teil (um die Schweizer Armee mit Waffen und v.a. Munition auszustatten) und in einen internationalen Teil.

    Richtig so.

    Nun bitte noch das Gesetz zur Ausfuhr von Kriegsmaterial dahingehend verschärfen, dass zumindest Länder wie Saudi Arabien nicht mehr beliefert werden dürfen.
    • lilie 22.03.2018 12:09
      Highlight Highlight Ich finde, Waffen sollten überhaupt nur an Länder geliefert werden, die nicht an Kriegshandlungen beteiligt sind (ausser natürlich, ein Land muss sich gegen einen Angreifer verteidigen). Auch Länder, in denen Bürgerkrieg herrscht, sollten nicht beliefert wetden.
    • Snowy 22.03.2018 13:32
      Highlight Highlight Deiner Meinung, Lilie.

      Ich wäre aber schon zufrieden, wenn wir unser bestehendes Gesetz nicht noch zusätzlich lockern wie es aktuell zur Diskussion steht (keine Scherz).
      Und selbst mit dem aktuellen Gesetzt dürfen wir leider bereits Waffen an offensichtliche Schurkenstaaten wie Saudi Arabien senden.
    • JoeyOnewood 22.03.2018 14:46
      Highlight Highlight Warum den internationel Teil nicht gleich strikt darauf ausrichten, nur Schutz- und Abwermatetial herzustellen. Oder gleich ganz einstampfen... wir sind schliesslich neutral, wäre der einzig logische Schritt
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