Russisches Staatsmedium wirbt für Annahme der Halbierungsinitiative
Am 1. Februar veröffentlichte die deutschsprachige Plattform des russischen Staatsmediums «RT DE» (ehemals «Russia Today») einen Artikel, der behauptet, dass der Schweizer öffentlich-rechtliche Rundfunk die Bevölkerung gezielt manipuliert.
RT ist ein Medienhaus, das vom russischen Staat finanziert wird. Der Hauptsitz ist in Moskau. Ziel ist es, eine «russische Sicht» der Welt zu verbreiten.
Im Artikel seien das SRF sowie deren Russland-Korrespondent Calum MacKenzie angegriffen worden, wie der «Tages Anzeiger» berichtet. Das russische Medium wirbt zudem für die Annahme der Halbierungsinitiative.
RT veröffentlichte einen angeblichen Screenshot eines Artikels des SRF. Auf dem angeblichen Bildschirmfoto des Artikels ist ein Werbebanner eingeblendet, dieser wirbt für die Annahme der bevorstehenden Halbierungsinitiative.
Auf Anfrage des «Tages Anzeigers» sagt das SRF, dass eine solche Werbung nie über einem Artikel erschienen sei. Es handle sich bei dem angeblichen Screenshot um eine Fälschung. Die Vorwürfe, die RT in ihrem Artikel erhebt, weist das SRF zurück. Der Artikel ist von der Schweiz aus auf der Website von «RT DE» nach wie vor abrufbar (Stand: 16. Februar 2026).
Der Artikel wurde von einem Autor geschrieben und publiziert, der sich angeblich Hans-Ueli Läppli nennt. Dies sei vermutlich ein Pseudonym. Der Name ist, laut dem «Tages-Anzeiger», eine Anspielung auf die Filmfigur HD-Soldat Läppli, aus der Schweizer Komödie, die denselben Namen trägt.
Auf Anfrage des Tages Anzeiger sagt Susanne Brunner, Mitglied des Initiativkomitees, «200 Franken sind genug», dass das Komitee keinen Kontakt zu russischen Medien gehabt habe. Die Initiative will die SRG-Gebühr, auch bekannt als Serafe‑Gebühr, von 335 auf 200 Franken kürzen.
Am 8. März stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung unter anderem über die Kürzung der Serafe-Gebühr ab. Bekannt ist die entsprechende Initiative unter dem Namen «Halbierungsinitiative». (nib)
