Schweiz
Russland

SRF-Screenshot gefälscht: Russia Today wirbt für Halbierungsinitiative

Russisches Staatsmedium wirbt für Annahme der Halbierungsinitiative

16.02.2026, 10:1816.02.2026, 12:23

Am 1. Februar veröffentlichte die deutschsprachige Plattform des russischen Staatsmediums «RT DE» (ehemals «Russia Today») einen Artikel, der behauptet, dass der Schweizer öffentlich-rechtliche Rundfunk die Bevölkerung gezielt manipuliert.

RT ist ein Medienhaus, das vom russischen Staat finanziert wird. Der Hauptsitz ist in Moskau. Ziel ist es, eine «russische Sicht» der Welt zu verbreiten.

Im Artikel seien das SRF sowie deren Russland-Korrespondent Calum MacKenzie angegriffen worden, wie der «Tages Anzeiger» berichtet. Das russische Medium wirbt zudem für die Annahme der Halbierungsinitiative.

RT veröffentlichte einen angeblichen Screenshot eines Artikels des SRF. Auf dem angeblichen Bildschirmfoto des Artikels ist ein Werbebanner eingeblendet, dieser wirbt für die Annahme der bevorstehenden Halbierungsinitiative.

RT DE, russia Today wirft SRF Manipulation der Schweizer Bevölkerung vor
Der Screenshot des angeblichen SRF-Artikels auf «RT DE». screenshot: RT DE

Auf Anfrage des «Tages Anzeigers» sagt das SRF, dass eine solche Werbung nie über einem Artikel erschienen sei. Es handle sich bei dem angeblichen Screenshot um eine Fälschung. Die Vorwürfe, die RT in ihrem Artikel erhebt, weist das SRF zurück. Der Artikel ist von der Schweiz aus auf der Website von «RT DE» nach wie vor abrufbar (Stand: 16. Februar 2026).

Der Artikel wurde von einem Autor geschrieben und publiziert, der sich angeblich Hans-Ueli Läppli nennt. Dies sei vermutlich ein Pseudonym. Der Name ist, laut dem «Tages-Anzeiger», eine Anspielung auf die Filmfigur HD-Soldat Läppli, aus der Schweizer Komödie, die denselben Namen trägt.

Auf Anfrage des Tages Anzeiger sagt Susanne Brunner, Mitglied des Initiativkomitees, «200 Franken sind genug», dass das Komitee keinen Kontakt zu russischen Medien gehabt habe. Die Initiative will die SRG-Gebühr, auch bekannt als Serafe‑Gebühr, von 335 auf 200 Franken kürzen.

Susanne Brunner SVP Zürich
Die Zürcher SVP-Politikerin, Susanne Brunner.Bild: zvg

Am 8. März stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung unter anderem über die Kürzung der Serafe-Gebühr ab. Bekannt ist die entsprechende Initiative unter dem Namen «Halbierungsinitiative». (nib)

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171 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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PolloHermano
16.02.2026 10:33registriert Juni 2014
Eigentlich wäre damit alles gesagt. Wenn RT für ein Ja wirbt, muss UNBEDINGT ein Nein in die Urne gelegt werden!
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khargor
16.02.2026 10:36registriert Februar 2014
So, wer jetzt immer noch keinen Grund sieht die Halbierungsinitiative bachab zu schicken, dem ist nicht mehr zu helfen. Russland, ein Land, das einen hybriden Krieg gegen das demokratische Europa führt, wünscht sich weniger unabhängige, vom Volk finanzierte Medien. Auch hier müssen wir klar Haltung zeigen und wuchtig Nein stimmen!
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stronghelga
16.02.2026 10:39registriert März 2021
Praktisch: Den öffentlichen Rundfunk in der Schweiz schwächen und damit langfristig Propaganda-Exportbudget sparen. Ganz nebenbei gleich noch die putinnahen Kräfte hierzulande stärken.
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