Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Zug faehrt in den Bahnhof in Liestal, am Montag, 24. Juni 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Umstrittene Praxis: Um Verspätungen aufzuholen, streichen die SBB kurzerhand Halte an Bahnhöfen in kleineren Städten. Bild: KEYSTONE

«Nicht nur unschön, sondern verboten» – SBB kriegt Ärger für ausgelassene Stopps

Den Bundesbahnen droht Ärger, weil sie bei Verspätungen auch mal geplante Halte kurzerhand auslassen. Von einer «unhaltbaren Praxis» spricht ein Verkehrspolitiker.

Sven Altermatt / ch media



Nächster Halt: gestrichen! Um Verspätungen aufzuholen, lassen die SBB planmässige Stopps unvermittelt aus. Der Fahrplan wird damit zur Makulatur, wie die CH-Media-Redaktion am Mittwoch publik gemacht hat. Jüngst erfuhren etwa die Reisenden eines Intercitys von Bern nach Zürich erst unterwegs, dass die Bahnhöfe Brugg und Baden nun nicht mehr angefahren würden. Wer in die beiden Städte reisen wollte, musste in Olten aussteigen und auf einen anderen Zug warten. Somit summierte sich die Verspätung der betroffenen Passagiere erheblich.

«Was die SBB da machen, ist nicht nur unschön, sondern auch verboten.»

FDP-Nationalrat Thierry Burkart

Die SBB begründen die umstrittene Praxis mit der «Vermeidung von Dominoeffekten», die Rede ist von einer «Massnahme zum Nutzen der Mehrheit». Anders formuliert: Damit eine Mehrheit der Reisenden nicht mit noch gravierenderen Verspätungen konfrontiert wird, muss eine Minderheit genau solche hinnehmen. Eine besonders bittere Pille.

Nicht nur Pendler haben dafür kein Verständnis. Auch Verkehrspolitiker ärgern sich. «Die Praxis der SBB auf dem Buckel der Reisenden ist unhaltbar», kritisiert FDP-Nationalrat Thierry Burkart. Der TCS-Vizepräsident lebt in Baden, in einer der kürzlich betroffenen Städte also. Gegen das Auslassen von Stationen wehrt er sich nun. Burkart will die Bundesbehörden auffordern, die Praxis unter die Lupe zu nehmen. Der Freisinnige ist überzeugt: «Was die SBB da machen, ist nicht nur unschön, sondern auch verboten.»

Thierry Burkart, FDP-AG, spricht an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 8. Maerz 2018 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Kritisiert die Handhabung der SBB scharf: FDP-Nationalrat Thierry Burkart. Bild: KEYSTONE

«So wie sich die Situation aufgrund der Medienberichte abschätzen lässt, könnte eine Betriebspflichtverletzung vorliegen.»

BAV-Sprecher

Aufsichtsbehörde interveniert

Tatsächlich ist das zuständige Bundesamt für Verkehr (BAV) nach der Berichterstattung dieser Zeitung bereits aktiv geworden. Die SBB müssen mit Konsequenzen rechnen: Man werde das Unternehmen bitten, eine Stellungnahme abzugeben und die Situation zu erläutern, erklärt ein BAV-Sprecher. «So wie sich die Situation aufgrund der Medienberichte abschätzen lässt, könnte eine Betriebspflichtverletzung vorliegen.»

Die Verkehrsbetriebe sind gemäss Personenbeförderungsgesetz dazu verpflichtet, «alle in den Fahrplänen enthaltenen Fahrten durchzuführen». Diese sogenannte Betriebspflicht zählt zu den Grundpflichten der Verkehrsbetriebe. Die Passagiere sollen darauf zählen können, gemäss Fahrplan von A nach B transportiert zu werden.

Ausnahmen sind nur in wenigen Fällen zulässig – dann nämlich, wenn Stopps durch Umstände verhindert werden, welche die Verkehrsbetriebe «nicht vermeiden und deren Folgen sie nicht abwenden können». Ein solcher Umstand liegt üblicherweise etwa dann vor, wenn ein Bahnhof wegen eines Unwetters nur eingeschränkt befahrbar ist. Ob das Aufholen von Verspätungen als Ausnahmegrund durchgeht, werden die BAV-Aufseher nun überprüfen.

Schadenersatz möglich

Die möglichen Konsequenzen gehen ins Geld. Geschädigte Reisende können Schadenersatz verlangen, wenn ein Unternehmen die Betriebspflicht verletzt. So steht es im Gesetz. Anders ist das bei Verspätungen: Heute haften die Verkehrsbetriebe nur dann für Schäden, wenn ein Reisender den letzten im Fahrplan vorgesehenen Anschluss verpasst. Just diese Woche hat das Verkehrsdepartement eine neue Verordnung in die Vernehmlassung geschickt. Für Verspätungen von über einer Stunde am Zielort soll demnach künftig ein Rechtsanspruch auf Entschädigung bestehen.

Wie oft ein Zug einen planmässigen Halt auslässt, können die SBB nicht quantifizieren. Dies komme aber selten vor, heisst es. FDP-Nationalrat Burkart will es genau wissen. Er fordert Zahlen zu der Praxis. Wenn es möglich ist, schicken die SBB an den Endbahnhöfen Ersatzzüge für die Rückfahrt los, um Dominoeffekte zu verhindern. Offen bleibt die Frage, warum dies in den vergangenen Wochen gleich mehrfach nicht möglich war. Klar ist: Rollmaterial ist derzeit knapp. Zum einen werden diesen Sommer viele Züge für Extrafahrten bei Grossanlässen benötigt. Zum anderen verzögert sich die Auslieferung der neuen Doppelstockzüge von Bombardier.

Praxis in Deutschland gestoppt: Keine Durchfahrt in Berlin

Um Verspätungen aufzuholen, fahren Züge an bestimmten Haltestellen einfach vorbei: Diese Praxis wollte die Deutsche Bahn im vergangenen Sommer auch in Berlin erproben. Damit sollte das von ihr betriebene, chronisch überlastete S-Bahn-Netz stabilisiert werden. Vor Durchfahrten sollte es Ansagen in den Zügen geben.

Doch der Widerstand gegen das Vorhaben war gross in der deutschen Hauptstadt. Sogar Bürgermeister Michael Müller (SPD) kritisierte die Pläne scharf. «Das Auslassen von Stationen sei keine «sehr fahrgastfreundliche Massnahme», fand er.

Ähnlich äusserten sich Fahrgastverbände. Statt Bahnhöfe nicht anzufahren, sollten lieber strukturelle Probleme gelöst werden. Die Bahn buchstabierte schliesslich zurück. Das Vorhaben habe «offenbar nicht die volle Akzeptanz vonseiten der Kunden und des Landes», erklärte eine Sprecherin der «Berliner Zeitung». (bzbasel.ch)

So sieht der neue Gotthardzug Giruno der SBB aus

Der Bedarf an Nachtzügen steigt

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

5 Antworten zu den geheimen Tapes zu Salvinis Parteispenden-Deal mit dem Kreml

Link zum Artikel

Warum wir aufhören müssen, uns selbst auszubeuten

Link zum Artikel

Wenn Kantonswappen ehrlich wären – die komplette Edition

Link zum Artikel

5 Dinge, die verzweifelte Singles tun – und unbedingt lassen sollten

Link zum Artikel

Hast du in Zürich einen Verrückten ins Wasser springen sehen? Wir wissen nun, wer es war

Link zum Artikel

9 absolut clevere Wege, wie Rechtsradikalen und Neonazis schon die Stirn geboten wurde

Link zum Artikel

Dieser Fotograf zeigt Hochzeiten – so wie sie wirklich sind

Link zum Artikel

Trump, Clinton, der Sex-Milliardär – und die Verschwörungstheoretiker

Link zum Artikel

Warum dieser NZZ-Artikel für einen Shitstorm sorgte – und er von Maassen retweetet wurde

Link zum Artikel

BBC-Moderator berichtet über Patrouille-Suisse-Fail – und lacht sich schlapp 😂

Link zum Artikel

Stell dir vor, die App einer Sportliga fordert per Push plötzlich 6000 Dollar von dir ...

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

99
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
99Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • westwing 04.07.2019 12:57
    Highlight Highlight Das Wohl von Vielen, es wiegt schwerer als das Wohl von Wenigen; oder eines Einzelnen.
    - Spock
  • Sebanimon 04.07.2019 11:39
    Highlight Highlight Die SBB haben es leider gar nicht im Griff. Während der RS und jetzt im WK nutze ich die ÖV am meisten. Ich kann die Züge, die während dieser Zeit pünktlich verkehrten an einer Hand abzählen!!
    Lächerlicher Verein und für die gebotene Leistung stark überteuert! :(
    • westwing 04.07.2019 13:04
      Highlight Highlight Reichlich egozentrische Sichtweise, die Du da an den Tag legst. Vielleicht eines der Probleme die wir uns mit einem "Zuviel an Aufmerksamkeit unserem Nachwuchs gegenüber" einhandelten?

      Es gibt mehr als einen selbst auf dieser Welt! Ein geschmeidiges Zusammenleben basiert auf Rücksicht gegenüber dem Nächsten!
    • zettie94 04.07.2019 17:21
      Highlight Highlight @Sebanimon: Seltsame Sichtweise. Die Statistiken sagen etwas ganz anderes und meine Wahrnehmung als Vielfahrer deckt sich eher mit diesen.
  • Lumpirr01 04.07.2019 10:25
    Highlight Highlight Mit dem relativ neuen Heitersbergtunnel bestehen ja schnelle Linien von Zürich Richtung Bern (u. a. mit Halt in Aarau & Olten). Deshalb ist es unverständlich, dass bei Verspätungen über die (alte) Linie via Baden & Brugg diese beiden Knotenpunkte einfach ausgelassen werden......
    • paper 04.07.2019 16:52
      Highlight Highlight Das ist ja gerade der Punkt. Der Zug wird dann durch den Heitersbergtunnel umgeleitet und gewinnt so bis zu 15 Minuten.
  • steamer 04.07.2019 09:49
    Highlight Highlight Ich verstehe zwar den Aerger der Pendler und Reisenden, die einen Mehraufwand und ev auch mehr Verspätung haben, aber die SBB kommt ihrer Transportpflicht nach und versucht grösseren Schaden zu verhindern. Das ist doch eigentlich genial. Lieber nur 100 Leute mit (vielleicht ein bisschen mehr) Verspätung als tausend, besonders wenn dann auch noch eine Vergütungspflicht kommt.
    Wir haben eh ein Luxusproblem. In anderen Ländern fallen Züge einfach aus, oder kommen mit 4 Stunden Verspätung, total überfüllt und ohne Klimaanlage....
    • farbarch1 04.07.2019 12:44
      Highlight Highlight Ich kann mir vorstellen, dass dies andern Länder ein etwas anderes Gebührensystem haben und ja, wir können natürlich auch jederzeit zum Schwellenland werden.
  • BlueDiones 04.07.2019 08:58
    Highlight Highlight
    Passierte heute auch beim Bus in Rapperswil Jona.
    Durchsage: Haltestelle XY sei wegen Verkehrsüberlastung nicht befahrbar und stattdessen wird eine andere Haltestelle bedient.
    Keine Minute später laufe an der Strasse vorbei und sie ist praktisch leer.
    Nicht tragisch aber auch nicht ganz verständlich.
  • Friedhofsgärtner 04.07.2019 08:42
    Highlight Highlight Wenn Skynet den Laden dann endlich mal übernimmt, kommt sowas bestimmt nicht mehr vor!
  • Natürlich 04.07.2019 08:31
    Highlight Highlight In letzter Zeit werden wieder vermehrt Kommentare nicht aufgeschaltet, schade.
    Nun, was bringt es denn effektiv einen Stop auszulassen?
    Vlt ein paar wenige Minuten Zeitersparnis.
    Wenn der Zug 20min verspätet ist nützt dies aber auch nichts, da so oder so alle Anschlüsse bereits weg sind.

    Zusätzlich aber haben dann Passagiere die „nur“ 20 min Verspätung gehabt hätten plötzlich 50min Verspätung weil sie zusätzlich noch eine halbe Stunde auf den nächsten Regionalzug warten müssen.

    Ist enorm ärgerlich, besonders wenn man wichtige Termine oder ähnliches hat.

    • HabbyHab 04.07.2019 10:07
      Highlight Highlight Das stimmt so nicht wirklich. Im Beispiel-Fall mit Brugg/Baden auslassen und stattdessen via Heitersberg fahren, bringt das schon einigea an Zeitgewinn.
    • paper 04.07.2019 16:54
      Highlight Highlight Rechnen ist glücksache.
      Wie HabbyHab geschrieben hat wird der Zug dann umgeleitet und gewinnt so bis zu 15 Minuten.
      Und wenn der Zug bereits 20 Minuten verspätet ist müssen die Reisenden im Halbstundentakt nur 10 zusätzliche Minuten auf den nächsten Zug warten.
    • zettie94 04.07.2019 17:16
      Highlight Highlight Zudem kann es sein, dass der Zug via Originalstrecke andere, pünktliche Züge vorlassen müsste und dann plötzlich mit 30+ min im Knoten ankommt, während via Umleitungsstrecke gerade ein Trasse vorhanden ist. So könnten immerhin die Anschlüsse eine halbe Stunde später gewährt werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ch2mesro 04.07.2019 08:30
    Highlight Highlight bern nach baden mit der sbb 1h 3min gem. sbb app
    bern nach baden mit dem auto 2h 23 gem. google maps
    im zug kann man arbeiten, sich im internet rumtreiben, lesen usw.
    im auto kann man im stau stehen und sich nerven....
    • DieFeuerlilie 04.07.2019 09:48
      Highlight Highlight Ähm.. was für ein Auto fährst du denn? Ein Bobby-Car vielleicht..? ;)

      Die Strecke Bern-Baden schafft man tagsüber im Normalfall in etwas mehr als einer Stunde, eineinviertel..

      Und dabei kann ich rauchen und habe meine Ruhe. :)
  • fireboltfrog 04.07.2019 08:29
    Highlight Highlight Man soll einfach angemessen entschädigt werden, heute mit Apps wäre es ja trivial eine progressive Entschädigung auszuzahlen. Und wenn dann 200 Leute nach Baden umsteigen müssen, dammit 1200 Leute mit weniger Verspätung in Bern ankommen, reklamiert niemand mehr. Aber ja solange ich den vollen Preis zahle, bzw. meine Jahreskarte habe und dann noch später ankomme, damit andere früher ankommen ist das schon ärgerlich.
  • pfffffffff 04.07.2019 08:24
    Highlight Highlight 1st world problems
  • hauruck 04.07.2019 08:22
    Highlight Highlight Okay, streichen wir all Züge, dann fährt auch sicher kein Zug je zu spät ab!
  • Lululuichmagäpfelmehralsdu 04.07.2019 08:18
    Highlight Highlight Ich fahr Velo. Ätschbätsch.
    • PaLve! 04.07.2019 08:53
      Highlight Highlight Vo Bärn nach Züri?
    • Hierundjetzt 04.07.2019 09:55
      Highlight Highlight Vom K4 in den K1 zur Bank
  • El Pepedente 04.07.2019 08:03
    Highlight Highlight gut!
  • Shlomo 04.07.2019 08:01
    Highlight Highlight Sorry jetzt muss ich mal den arroganten Städter raushängen. Aber wiso zur Hölle soll ein Schnellzug auch in Brugg, Wil, etc. halten. Ihr könnt ja von den Zentren die S-Bahn dorthin nehmen.
    • panaap 04.07.2019 08:38
      Highlight Highlight Stell dir vor all diese Leute müssten zur spitzen Zeit zusätzlich zu denen die es gibt du Zürich HB
    • Evan 04.07.2019 08:41
      Highlight Highlight Ich denke, die Frage kannst du dir selber beantworten.
    • Baba 04.07.2019 08:43
      Highlight Highlight Welche Grösse einer Stadt rechtfertigt denn einen Halt für den arroganten Städter? Genf, Lausanne, Bern, Basel, Zürich, St. Gallen?

      Es kommt ja wohl aufs Einzugsgebiet an, das hinter einem Halt steht! Lenzburg zB das ganze Seetal, einen Teil des Freiamt etc. Es gibt Leben ausserhalb der Stadt umd auch diese Menschen möchten nicht erst eine Tour de Suisse machen, bevor sie zügig vorankommen. Dazu würde die partielle Verlagerung auf S-Bahnen das Problem nicht lösen. Gerade diese sind nämlich sehr anfällig und heute schon häufig platzmässig am Limit.

      Kurzum: schlechte Idee 😜
    Weitere Antworten anzeigen
  • AlienTechnologie 04.07.2019 07:44
    Highlight Highlight Ich finde es ja korrekt, dass die SBB kontrolliert wird. Und das wird sie offensichtlich schon vom BAV. Das sich jetzt noch ein Politiker damit profillieren muss...

    Die würden besser etwas gegen die hohen Preise für Pendler tun.
    • Evan 04.07.2019 08:48
      Highlight Highlight Welche hohen Preise?
    • pamayer 04.07.2019 08:52
      Highlight Highlight Geht nicht. FDP.
  • Evan 04.07.2019 07:43
    Highlight Highlight Wobei ich einsehe, dass diese Praxis effektiv ist, beim bekämpfen von Verspätungen, finde ich den positiven Tenor hier in den Kommentaren fragwürdig. Es gäbe auch alternative Möglichkeiten, diese Verspätungen aufzufangen, beispielsweise mit einem Ersatzzug, der an der richtigen Stelle so eingesetzt wird, dass er nach Fahrplan fährt, und der verspätete Zug kann dann seine Verspätung aus ehren, ohne Stops auszulassen. Klar ist, dass die zunehmenden Probleme nicht einfach so akzeptiert werden dürfen, sonst werden diese nämlich immer schlimmer.
    • zettie94 04.07.2019 07:54
      Highlight Highlight Wenn möglich wird in solchen Fällen auch ein Ersatzzug eingesetzt. Bei der derzeitigen Rollmaterial- und Personalsituation ist das aber oft nicht möglich.
    • Pisti 04.07.2019 08:23
      Highlight Highlight Gebe dir Recht Zettie. Die Rollmaterial- und Personalknappheit ist aber zum grossen Teil auch selbsverschuldet. Unter den derzeitigen Management wird sich die Situation aber auch nicht verbessern, Sparen ist immer noch Trumpf.
    • BeatB_ 04.07.2019 09:46
      Highlight Highlight Ersatzzug so schnell, schnell hinstellen am richtigen Ort ist auch nicht immer möglich. Es sei denn Du bist bereit, an jedem dritten Bahnhof ein Zug mit Personal rumstehen zu lassen, damit er dann mal als Ersatzzug fahren kann... bist Du bereit, diese Kosten zu tragen?

      Dann kommt dazu, dass es vielleicht gar kein Platz auf den Schienen hat, da schon viele andere Züge unterwegs sind. Und wenn Du zwischen zwei Züge einen Dritten reinstopfen willst, brauchst Du dafür auch Platz (also ein Trassee).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Phrixus 04.07.2019 07:39
    Highlight Highlight Ich persönlich frage mich ja wie so jemand sich Verkehrspolitiker nennen darf. Gerade er müsste das schweizer Verkehrsnetz sehr gut verstehen.
    • Baba 04.07.2019 08:35
      Highlight Highlight Thierry Burkart versteht nur das Strassennetz 🙄
    • Astrogator 04.07.2019 08:45
      Highlight Highlight Verkehr ist nicht nur Eisenbahn, und Eisenbahn ist nicht nur SBB...
  • Holzkopf 04.07.2019 07:20
    Highlight Highlight Verspätungen wird es leider immer wieder geben...und ja, die sind ärgerlich.

    Doch liebe Passagiere denkt dran: Ihr seid nicht nur diejenigen, welche einmal unvorhergesehen z.B. auf eine S-Bahn umsteigen müsst, ihr seid auch diejenigen, die in 1000 anderen Fällen keine Verspätung mehr habt, wenn — nun auf Kosten anderer — die Auswirkungen aufs Gesamtnetz minimiert werden.

    Die Debatte wird wieder mal viel zu emotional geführt, um sie politisch auszuschlachten oder um einfach wieder mal Alltagsfrust loswerden zu können...
    • Holzkopf 04.07.2019 07:31
      Highlight Highlight *...umsteigen müssen...
      *...keine Verspätung mehr haben..

      😁 Deutsche Sprache schwere Sprache
    • panaap 04.07.2019 08:39
      Highlight Highlight Deutsche Sprache, schwere Sprache 😉
  • amore 04.07.2019 07:12
    Highlight Highlight Lässt die Experten der SBB ihre gute Arbeit machen, und die Politiker sollen sich um ihren Mist kümmern.
    • Dragonheart 04.07.2019 10:24
      Highlight Highlight Danke amore!
  • Bort 04.07.2019 07:12
    Highlight Highlight Da springt der Therry wieder auf den durchfahrenden Bashingzug auf, um sich im rechten Lager zu profilieren. Was er aber auch wisse sollte ist, dass das schweizer Bahnsystem keine Verspätungen erträgt. Daher muss man mit Dispositionsmassnahmen dafür sorgen, dass Verspätungen aufgeholt werden. Die Reisenden werden auch nicht einfach aus dem Zug geschmissen. Man ist immer bemüht, alle Reisenden ans Ziel zu bringen.
  • Baba 04.07.2019 07:12
    Highlight Highlight Schön, das der Autoterrier Thierry Burkart jetzt etwas gefunden hat, womit er sich "profilieren" kann!

    Für mich ist es verständlich, dass mit der Auslassung von Haltestellen um jeden Preis Dominoeffekte vermieden werden müssen. Klar ist es ärgerlich, wenn man davon betroffen ist, aber ob ich jetzt 30 oder 50 Minuten zu spät bin, ich bin zu spät. Dazu gibt es dann auch immer wieder Züge, die ausserplanmässig anhalten, um Passagiere aufzunehmen. Wenn während eines Tages alle Verbindungen zu spät oder gewisse ganz ausfallen, ist der Gesamtschaden grösser.

    Es ist wohl einfach zu heiss 🥴
  • lilie 04.07.2019 07:06
    Highlight Highlight Ich bin nach wie vor der Meinung, dass im äussersten Notfall das Auslassen eines Stopps weitaus weniger Schaden anrichtet, als eine sich schneeballartig ausbreitende Verspätungswelle, welche immer mehr Züge und damit immer mehr Passagiere betrifft.

    Die SBB erfüllt ja ihre Pflicht, indem sie die betroffenen Passagiere mit einem anderen Zug oder Ersatzbussen an den gewünschten Zielbahnhof bringen.

    Die DB hingegen als Beispiel für Umgang mit Verspätungen zu nehmen, halte ich für reichlich gewagt. Die habens einfach nicht im Griff, da hilft es auch nichts mehr, Haltestellen auszulassen...
  • Natürlich 04.07.2019 06:59
    Highlight Highlight Die SBB scheint bei den watson Lesern extrem hoch im Kurs zu sein.
    Kritik wird nicht oder kaum geduldet.

    Der Zug spart vlt max 3 Minuten an Zeit wenn er einen Halt nicht bedient. Das wird wohl kaum so gross ins Gewicht fallen.

    Hingegen fällt es für ganz viele Passagiere sehr wohl ins Gewicht ob sie nun 20 Minuten Verspätung haben oder den nächsten Zug abwarten müssen und so plötzlich 50 Minuten Verspätung haben.
    • ands 04.07.2019 08:44
      Highlight Highlight Der Zug fährt nicht einfach vorbei. Er nimmt die kürzere Strecke, auf der er gar nicht erst in Baden v. Damit spart er deutlich mehr als 3 Minuten.
    • Peter R. 04.07.2019 08:48
      Highlight Highlight Ja ich hatte auch den Eindruck, dass die watson Leser hier nur positiv über die SBB schreiben. Vielleicht wohnen die ja alle in grossen Städten, und darum ist es denen egal, was ausserhalb den urbanen Stellen passiert.
    • ands 04.07.2019 08:54
      Highlight Highlight *vorbei fährt
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tenno 04.07.2019 06:59
    Highlight Highlight Zwischen Zürich und Bern und wohl bald auch auf anderen Strecken braucht es für fie ICs neue und vor allem eigene Linienführungen.
    Es fahren zu viele Züge in zu viele Richtungen auf unserer Gleisen.
  • MarGo 04.07.2019 06:52
    Highlight Highlight Ich finde er hat recht... Das ist eine Aufgabe, die von der SBB gelöst werden muss, aber sicher nicht auf den Schultern der Passagiere... Bei den Preisen darf man etwas bessere Planung mit Notfallplanung erwarten.
    • zettie94 04.07.2019 17:05
      Highlight Highlight Du kannst noch lange verlangen, dass "die Aufgabe von der SBB gelöst werden muss". Ist der Zug erst mal zu spät, gibt es für diese Aufgabe überhaupt keine Lösung, welche nicht mindestens einen Teil der Passagiere beeinträchtigt. Die einzige Alternative wäre, den Zug verspätet über die Originalstrecke zu fahren.
      Unter diesen Voraussetzungen finde ich es absolut richtig, wenn man sich für die Lösung entscheidet, welche insgesamt weniger Reisende betrifft und wo die zu erwartenden Auswirkungen für die einzelnen Reisenden kleiner sind.
    • MarGo 05.07.2019 11:19
      Highlight Highlight Das Problem beheben heisst ja auch, dass der Zug nicht zu spät kommen wird... also ist es etwas unlogisch jetzt davon auszugehen, "wenn der Zug erst mal zu spät ist"...
      Man könnte ja einfach den Fahrplan etwas weniger straff planen, wenn man mit solchen Geschichten konfrontiert wird etc...
  • Rasti 04.07.2019 06:45
    Highlight Highlight Aha, wie soll man das denn sonst lösen? Ins Einhornland fliegen oder hilft wohl SVP isch scho scheisse rufen?
  • lynx 04.07.2019 06:44
    Highlight Highlight Ich bin der Ansicht, dass hier aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird. Aber grundsätzlich besteht m.E. in der letzten Zeit ein Qualitätsproblem im Fernverkehr. Hinzu kommt: Die SBB hat in den letzten Jahren mehrere stets einsatzbereite Ersatzzüge aufgelöst. Ob wegen Rollmaterialmangel oder aus Kostengründen ist mir unbekannt - ebenso, ob sich mit mehr Zügen die geschilderten Fälle hätten vermeiden können. Der Bund sollte sich trotzdem überlegen, gewisse Verfügbarkeitsanforderungen zu definieren, damit im Fernverkehr nicht zu Lasten der Qualität und der Kunden gespart wird...
  • Pet R. Pan 04.07.2019 06:38
    Highlight Highlight Ob Thierry Burkart die gesamte Herausforderung im Störungs-, resp. Verspätungsfall verstanden habe, bezweifle ich arg.

    Die SBB leiten diese Massnahmen nicht zu Spass, sondern zur Schadensbegrenzug ein. Dabei wird immer zu Gunsten einer Mehrheit der Passagiere entschieden.

    Würde man nichts machen und die Züge verspätet fahren lassen, wäre der Tenor schlechter.

    Nicht vergessen: Die Alternative zu Umleitungen und ausserordentliche Durchfahrten an Bahnhöfen wären Zugsausfälle, um die Züge für die weitere Leistungen wieder am richtigen Ort zu haben.

    Was ist das kleinere Übel?
    • Saraina 04.07.2019 08:09
      Highlight Highlight Der gegenwärtige Fahrplan ist schlicht zu optimistisch, das zeichnete sich schon Anfang des Jahres ab.
    • ands 04.07.2019 17:15
      Highlight Highlight @ Saraina: Die hier angeprangerte Praxis ist allerdings viel älter als der gegenwärtige Fahrplan. Dies wird seit Jahren so gemacht.
  • Mutbürgerin 04.07.2019 06:36
    Highlight Highlight Erstaunlich wie schnell die SBB zu Grunde gewirtschaftet wurde. Sie ist nicht in der Lage, auf den wichtigsten und lukrativsten Strecken zwischen Bern und St. Gallen einen qualitativ guten Service anzubieten, der ihre völlig überrissenen Preise rechtfertigt. Es ist Zeit für eine Teilprivatisierung.
    • zettie94 04.07.2019 07:59
      Highlight Highlight Zürich - St. Gallen ist alles andere als lukrativ...
      Gewinne werden fast nur auf den Strecken Bern - Zürich und Lausanne - Genf gemacht.
      Der Service ist zudem qualitativ immer noch top. Dazu tragen auch solche Massnahmen im Störungsfall bei, damit möglichst wenige Passagiere von einer Störung betroffen sind.
    • BeatB_ 04.07.2019 09:55
      Highlight Highlight Ah, eine Privatisiererin (eine Bürgerin ohne Mut).
      Wenn die SBB noch mehr privatisiert wird, gibt es noch mehr Gewinnstreben. Das heisst, es werden dann ein paar Linien hochgelobt und so in die pünktlichkeit gedrückt, dass alle anderen das Nachsehen haben. Wünsche Dir viel Glück, wenn Du jeden zweiten Tag nur noch hochglanz poliert von aussen betrachten kannst, da er gewinnbringender eingesetzt werde kann als es Dir gerade helfen würde.
  • idrisi 04.07.2019 06:31
    Highlight Highlight Natürlich ist grundsätzlich der publizierte Fahrplan zu Fahren. Ich finde es auch OK wenn das BAV wissen will was tatsächlich gefahren wird. Nur hilft das mediale hochkochen des Themas und der Plauderi vom TCS kein bisschen den Fahrplan zu stabilisieren.
  • Butschina 04.07.2019 06:28
    Highlight Highlight Eigentlich ist es egal was die SBB macht, es ist eh falsch. Fahren sie trotz starker Verspätung jeden Bahnhof an, sind am Schluss die Verspätungen so gross, dass eine ganze Verbindung ausfällt. Wer unplanmässig umsteigen muss nervt sich, das ging mir auch so. Aber solange nicht genügend Lokführer und Ersatzzüge bereitstehen, sehe ich keine andere Möglichkeit. Für mich ist es logisch, dass man die gesamten Auswirkungen im Blick haben muss.
    • Mutbürgerin 04.07.2019 06:57
      Highlight Highlight Die SBB machte im 2018 568 Millionen Gewinn. Vielleicht sollte sie sich darauf konzentrieren, ihren Auftrag zu erfüllen.
    • amazonas queen 04.07.2019 07:43
      Highlight Highlight Doch, es ist simpel. Die eingesparte technische Reserve (also Ersatzzüge) und Lokführer Bestand wieder aufbauen. Ist halt schwierig, wenn man die Abstellgleise rückgebaut hat. Wir ernten heute das, was man vor zehn Jahren angefangen hat zu machen.
    • zettie94 04.07.2019 08:01
      Highlight Highlight @amazonas: In der Theorie ist immer alles so einfach...
      Die derzeitige Rollmaterialknappheit hat nichts mit eingesparter Reserve (in diesem Fall betriebliche, nicht technische) zu tun. Man hat schlicht zu wenige Züge, weil die FV-Dosto so verspätet ausgeliefert werden.
      Und Lokführer sucht man zwar, allerdings hat man Mühe welche zu finden (nicht nur bei der SBB, sondern auch bei anderen Bahnen).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eggi 04.07.2019 06:24
    Highlight Highlight Der SBB fehlt es an Respekt ihren Kunden gegenüber. Arroganz pur eines Monopolisten.
    Höchste Eisenbahn dass der Bund seine Betriebe (auch Post, Ruag!) daran erinnert, für wen sie da sind.
  • Freethinker 04.07.2019 06:19
    Highlight Highlight Haha, irgendwie eine schöne Genugtuung, dass ich so viele Blitzer erhalten habe, weil ich es nicht in Ordnung fand. Es ist in meinen Augen nach wie vor richtig, dass man diese Praxis nicht toleriert.
  • jk8 04.07.2019 06:04
    Highlight Highlight "Die Verkehrsbetriebe sind gemäss Personenbeförderungsgesetz dazu verpflichtet, «alle in den Fahrplänen enthaltenen Fahrten durchzuführen»"
    - Wenn ein Zug aus anderen Gründen ausfällt ist dieser Grundsatz ja auch verletzt...
    Und anders, als im gestrigen 10vor10-Bericht, fahren Züge auch nicht spontan an Bahnhöfen vorbei, dieser Entscheid wird genug früh getroffen, dass ein rechtzeitiger Umstieg möglich ist, und die Kunden am Bahnhof die Information als "Ausfall" erhalten.
    • Gopfridsenkel 04.07.2019 06:24
      Highlight Highlight Perfekter Fall, um sich als Politiker zu profilieren...
    • Rolf stühlinger (1) 04.07.2019 06:28
      Highlight Highlight Ein teil was du da sagst ist grundlegend falsch. Die züge auf die man umsteigen könnte warten aber auch nicht auf diese spontane änderung des fahrplans.
      Desweiteren sind zugsausfälle in der regel pannen und somit kein verstoss gegen die regel.
      Aber ein bewusstes auslassen des stops das den passagieren kurz vor erreichen des bahnhofs olten mitgeteilt wurde ist ein verstoss gegen diese regel..
    • Mutbürgerin 04.07.2019 06:43
      Highlight Highlight Lieber SBB-Fan. Das stimmt nicht. Ich bin selber schon im Zug von Bern nach Baden gesessen und ohne Vorankündigung in Olten rausgeschmissen worden, weil der Zug von Aarau direkt nach Zürich umgeleitet wurde. Das aktuelle Verhalten und die Verspätungen sind nicht mehr zumutbar.
    Weitere Antworten anzeigen
  • JonnyB 04.07.2019 05:19
    Highlight Highlight Preise hoch, Qualität runter. Und unser Staat möchte uns die Nutzung der ÖV vorschreiben, indem die Steuerabzüge für das Privatfahrzeug reduziert werden...
  • Erster-Offizier 04.07.2019 04:37
    Highlight Highlight Sowas kommt davon, wenn man einen Betrieb zu mehr Gewinn zwingt. Als die Regeln für die SBB gelockert wurden damals, wurde davor gewarnt. Und jetzt tuen alle so überrascht...

Tausende Schweizerinnen verloren bis 1952 ihre Bürgerrechte, weil sie Ausländer heirateten

Schweizerinnen, die einen Ausländer ehelichten, mussten bis in die 50er-Jahre ihren Pass abgeben. Das konnte existenzbedrohend sein.

Als die gebürtige Schweizerin Elsa mit ihren zwei Kindern in Italien ankam, wütete der Zweite Weltkrieg. Ausser in Elsas Heimat. Doch dorthin, zu ihrer Familie und in ihr vertrautes Umfeld, durfte sie nicht zurück. Die Schweiz hatte die junge Mutter verbannt. In ein Land, dessen Sprache sie nicht verstand, in ein Land, in dem sie niemand kannte. Nicht nur Elsas zweijährige Tochter und ihr neunjähriger Sohn waren in der Schweiz zur Welt gekommen. Auch Elsa. Ihr Schweizer Bürgerrecht verlor …

Artikel lesen
Link zum Artikel