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Zentralschweizer Bildungsdirektoren geben Studie zu Fremdsprachen in Auftrag

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Bild: KEYSTONE
Sprachenstreit

Zentralschweizer Bildungsdirektoren geben Studie zu Fremdsprachen in Auftrag

Nach Forderungen zur Abschaffung von Französisch an der Primarschule reagieren die Zentralschweizer Bildungsdirektoren. Sie wollen die Kenntnisse von Schülern und Lehrkräften in Französisch und Englisch untersuchen. Sie haben eine Evaluation in Auftrag gegeben.
04.07.2014, 12:3204.07.2014, 14:34

Im kommenden Schuljahr soll in den 6. und 8. Klassen der Zentralschweiz eine Evaluation der Französisch- und Englischkenntnisse durchgeführt werden, wie die Bildungsdirektorenkonferenz Zentralschweiz (BKZ) am Freitag mitteilte. Befragt werden sollen Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrpersonen zu den Sprachkenntnissen und zur Motivation.

Der Entschluss zur Studie fällten die sechs Zentralschweizer Bildungsdirektoren am Donnerstag. Mit der Evaluation beauftragt wurde das Institut für Mehrsprachigkeit der Universität und der Pädagogischen Hochschule in Freiburg.

In den letzten Monaten hätten sich die Diskussionen zu den Fremdsprachen in der Primarschule auch in der Zentralschweiz intensiviert, schreibt die BKZ. Änderungen am heutigen Fremdsprachenmodell sollten nur gestützt auf fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse vorgenommen werden.

Modell 3/5 seit 2007

In allen Zentralschweizer Kantonen ausser Uri wird seit den 1990er Jahren Französisch ab der 5. Primarklasse und seit 2007 Englisch ab der 3. Primarklasse unterrichtet. Urner Schüler lernen Französisch erst ab der 7. Klasse, ab der 5. Klasse wird Italienisch als Wahlpflichtfach angeboten.

Gemäss der BKZ kam eine von ihr beauftragte Studie von 2005 bis 2009 zum Schluss, dass die Zentralschweizer Primarschüler die Lernziele in Englisch und Französisch mehrheitlich erreichten. Dabei würden zwei Fremdsprachen auf Primarstufe der Deutschkompetenz nicht schaden, lautete das Fazit.

Im Kanton Luzern wurde im September 2013 eine Volksinitiative zur Abschaffung von einer von total zwei Fremdsprachen auf Primarstufe lanciert. Ein überparteiliches Komitee aus Vertretern aller Kantonsratsparteien, der Berufsbildung sowie der Präsidentin des Lehrerverbands befürchtet eine Überforderung der Primarschüler mit zwei Fremdsprachen.

Im Kanton Nidwalden reichte die SVP im April 2014 eine Initiative für die Abschaffung einer der beiden Fremdsprachen im Primarschulunterricht ein. Auch in Kantonen ausserhalb der Zentralschweiz ist der Sprachenstreit ein Thema. In Graubünden kam eine ähnlich lautende Volksinitiative im vergangenen November zustande.

Der Bundesrat erklärte erst kürzlich, dass er es nicht zulassen werde, dass in einem Kanton der Unterricht in einer zweiten Landessprache auf Primarschulstufe dem Englischunterricht weichen müsse. (pma/sda)

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